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Wenn es Eltern und Kinder "drückt"

Die Autorin von "Natalie und Stinki" stammt aus Roth - 09.03.2012 17:46 Uhr

Stefanie Blank und ihr Erstlingswerk "Nathalie und Stinki". Das Heft wurde inzwischen schon 1000 mal verkauft. © oh


Laut aktueller Studien leidet fast jedes fünfte Kleinkind unter Stuhlgangproblemen. Da Kinder in diesem Alter noch nicht psychologisch therapiert werden können, bleibt den Ärzten oft nur die Alternative das Leiden mit Medikamenten zu behandeln. Für Stefanie Blank und ihren aus dem mittelfränkischen Roth stammenden Ehemann Marcus kam das jedoch nicht in Frage.

Was also tun? „Not macht bekanntlich erfinderisch“, sagt die im baden-württembergischen Korb lebende Frau, „so entstand auch mein Buch.“ Von Geburt an litt ihre Tochter unter Stuhlgangproblemen. „Nach drei Jahren voller Sorgen, Leiden und Schmerzen hatte ich die Idee zu der Geschichte von ‚Nathalie und Stinki‘“, erinnert sich die junge Mutter.

Ein dreijähriges Mädchen, eben den Windeln entwachsen, das beim Spielen mit den Nachbarkindern den Drang der Natur zu unterdrücken beginnt. Woraufhin sich das Problem in den nächsten Tagen und Wochen auf unheilvolle und schmerzhafte Weise zu verselbstständigen beginnt. Stefanie Blanks Ansatz ist es, den vollen Kinderdarm zu personifizieren: „Stinki“ heißt der kleine Mann in Nathalies Bauch. Und der will da raus.

"Stinki" hat im Schwimmbad nichts zu suchen

So etwa beim Planschen im Schwimmbad. „Hoffentlich lässt Nathalie mich heute raus, ich möchte auch schwimmen im Wasser“, denkt sich Stinki. Nathalie merkt, dass Stinki wieder anklopft. „Oh nein, doch nicht jetzt, ich will doch auf die Rutsche“, seufzt das Mädchen und zwickt schnell ihre Pobacken wieder zusammen. Stinki muss also wieder nach oben klettern und Tränen kullern im über seinen Bauch.

Indem sie dem Problem Namen und Gesicht gibt, beginnt Blanks Töchterchen sich in Stinki hineinzuversetzen. Mit Happy End – im Buch wie im Leben: „Meine Tochter bekam damals die Erzählung von mir ohne Bilder vorgelesen und hatte ab diesem Zeitpunkt keine Probleme mehr mit ihrem Stuhlgang“, berichtet sie.

Da das Problem im Wortsinn ja auch viele andere Eltern und Kinder „drückt“, machte sich Stefanie Blank schließlich daran, ein echtes Buch zu schreiben. Gemeinsam mit ihrem Großcousin Viktor Jungkind, der die kindgerechten und liebevollen Illustrationen beisteuerte, entstand vor vier Jahren so das bunte Heftchen „Nathalie und Stinki“. „Über meine Internetseite, diverse Foren und Besuche bei Ärztekongressen erreichte das Buch einen gewissen Bekanntheitsgrad“, sagt Stefanie Blank. 

Dank der Empfehlungen von Kinder- und Jugendärzten steigen die Verkaufszahlen von Jahr zu Jahr, selbst aus dem Ausland kommen Bestellungen. Beziehen kann man das Buch für 9,90 Euro über die Internetseite www.stuhlgangprobleme.de. Eine wahrlich lohnende Investition, bevor sich der Nachwuchs den Gang zur Toilette aus Angst verkneift.

 

  

ARMIN LEBERZAMMER

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