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Zum Denkmaltag: Dem Holzwurm auf der Spur

Am Sonntag dreht sich alles um einen universellen Baustoff - 08.09.2012 07:26 Uhr

NÜRNBERG  - Holz ist nicht nur Baustoff, sondern macht auch Geschichte erlebbar. Der Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 9. September, ist heuer diesem universellen Material gewidmet. Auch Nürnberg ist im Rahmen der europaweiten Veranstaltung mit sieben Bau- und Kunstdenkmälern vertreten. Wer mag, kann sogar ein Stück hölzerne Geschichte kaufen. Die NZ stellt die Stationen vor.

Reichlich historische Bausubstanz gibt es am Nürnberger Unschlittplatz. An zahlreichen Fassaden lässt sich dort die Entwicklung des Fachwerkbaus sehr gut nachvollziehen, Heiligenfiguren und Chörlein zeugen vom Können der alten Nürnberger Handwerker.
Reichlich historische Bausubstanz gibt es am Nürnberger Unschlittplatz. An zahlreichen Fassaden lässt sich dort die Entwicklung des Fachwerkbaus sehr gut nachvollziehen, Heiligenfiguren und Chörlein zeugen vom Können der alten Nürnberger Handwerker.
Foto: Fengler
Reichlich historische Bausubstanz gibt es am Nürnberger Unschlittplatz. An zahlreichen Fassaden lässt sich dort die Entwicklung des Fachwerkbaus sehr gut nachvollziehen, Heiligenfiguren und Chörlein zeugen vom Können der alten Nürnberger Handwerker.
Reichlich historische Bausubstanz gibt es am Nürnberger Unschlittplatz. An zahlreichen Fassaden lässt sich dort die Entwicklung des Fachwerkbaus sehr gut nachvollziehen, Heiligenfiguren und Chörlein zeugen vom Können der alten Nürnberger Handwerker.
Foto: Fengler

1. Unschlittplatz: Der Unschlittplatz ist wie geschaffen für eine Lehrstunde über die Vielfalt des Baustoffs Holz. Fachwerk aus dem 15. bis zum 19. Jahrhundert, Erker aus verschiedenen Epochen, Chörlein, Galerien, Heiligenfiguren und Madonnen aus Holz gibt es hier zu bewundern, nicht zu vergessen den Henkersteg, die einzige Holzbrücke in der Altstadt. Von 11 bis 15 Uhr geben Mitarbeiter der Bauordnungsbehörde (BOB) Einblick in die hölzerne Vielfalt. Außerdem zeigen Zimmerleute, wie man früher Holz bearbeitet hat.

Als besonderes Schmankerl können Besucher ein Stück Nürnberger Historie kaufen: Gemeinsam mit der Alpha-Gruppe verkauft die Bauordnungsbehörde Scheiben eines uralten, ausgegrabenen Gründungspfahls vom Augustinerhof. Eine Scheibe soll etwa 50 Euro kosten. Insgesamt wird es wohl 20 bis 30 Stück geben. Den Erlös will die Alpha-Gruppe aufstocken und Holzspielzeug für Kitas in der Altstadt dafür kaufen.


2. Die Kirche St. Jobst: „Was hat unsere steinerne Kirche mit Holz zu tun“, fragte sich Gemeindemitglied Heinz Gabler zunächst. Dann fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Dachkonstruktion, Heiligenfiguren, Altar, Empore und Orgel – alles besteht aus Holz. Um 11, 14 und 15 Uhr führt Gabler durch die Kirche in der Äußeren Sulzbacher Straße 140.

3. Die Allerheiligenkapelle des Landauer’schen Zwölfbrüderhauses: Sie ist der Klassiker. Alle Jahre wieder öffnet die sonst der Öffentlichkeit verschlossene Kapelle ihre Tore. Die Führungen (14 und 15 Uhr) mit Pfarrer Nikolaus Schönherr sind stets gut besucht.4. Nürnbergs ältestes Fachwerkhaus in der Oberen Schmiedgasse 54: Der 35-jährige Architekt Daniel Votteler hat den östlichen Teil des Fachwerkhauses von 1338 gekauft und saniert ihn nun hingebungsvoll. „Wenn ich jemals damit fertig werde, wird das hoffentlich mein Meisterstück“, sagt er. Von 10 bis 17 Uhr führt er jeweils zur vollen Stunde durch das frühgotische Baudenkmal, das bald nach seiner Errichtung in der Mitte geteilt, mehrfach umgebaut, im Krieg beschädigt und repariert wurde. Die wechselvolle Geschichte lässt sich besonders gut an den Holzbalken ablesen. So stammt die Dachkonstruktion noch aus Urwaldhölzern – also Holz aus Bäumen, die vor der Besiedelung Nürnbergs ungestört wachsen konnten. Daniel Ulrich berichtet von 350 Jahre alten Eichen. „Die wurden bei der Besiedelung zuerst gefällt.“ An den Führungen (rechter Eingang) können maximal jeweils acht Personen über zwölf Jahre teilnehmen, baustellentaugliches Schuhwerk ist erforderlich.

5. Reformations-Gedächtnis-Kirche am Berliner Platz 11: Mitglieder der Kirchengemeinde führen von 11 bis 12 Uhr durch die Kirche, die in den 1930er Jahren erbaut wurde. Auch eine Besteigung des Turms mit schöner Aussicht über die Stadt ist möglich. Hölzerne Kirchenbänke, die Emporenbrüstung und Skulpturen verleihen dem Raum eine warme Atmosphäre, auch die Orgel besteht aus Holz.

6. Kulturscheune in der Zirkelschmiedsgasse 30: Die Altstadtfreunde führen von 11 bis 16 Uhr laufend durch die Scheune aus dem 15. Jahrhundert. Anfangs als Getreidespeicher genutzt, diente sie im 16. Jahrhundert als Mälzerei für die Weißbierbrauerei nebenan. Als einzige Scheune hat sie den Krieg überlebt, drohte dann aber mangels Nutzung zu verfallen. Die Altstadtfreunde sanierten sie aufwendig und nutzen sie für Kulturveranstaltungen.

7. Hallerschloss in Ziegelstein (nicht auf der Grafik verzeichnet): Von 10 bis 16 Uhr gibt der Stadtarchäologe einen Einblick in die archäologischen Grabungen, die derzeit neben der Rathsbergstraße 26 durchgeführt werden.

Eine bebilderte Broschüre, in der die Programmpunkte vorgestellt werden, ist am Sonntag, 9. September, an den einzelnen Stationen und danach bei der Bauordnungsbehörde, Bauhof5, erhältlich. 

Von Stephanie Siebert


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