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Etwas schwierigere Lektüre lohnt sich!

Teil 7 unserer Sommer-Serie "Bücher-Sommer": Klassiker - 14.09.2017 11:05 Uhr

Klassiker © Bronislav Hava


Klassiker, Weltliteratur . . . Was genau ist das eigentlich? Welche Bücher zählen dazu, welche nicht? Und wer entscheidet das überhaupt? Eindeutig zu entscheiden ist das wohl nicht, aber viele Schüler sind sich bei der Beantwortung in dieser Frage zumindest in einem Punkt einig: Dazu zählt der ganze Kram, den man in der Schule lesen muss, egal, wie langweilig man es auch findet. Deshalb versucht man meistens, in seiner Freizeit einen großen Bogen darum zu machen.

Trotzdem habe ich irgendwann angefangen, Shakespeare zu lesen – dank Cornelia Funke, da in "Die Wilden Hühner und das Glück der Erde" das Drama "Romeo und Julia" eine große Rolle spielt. Aus Neugierde wollte ich das Stück dann auch lesen und habe schnell Blut geleckt.

Da mir Shakespeare erstaunlich gut gefiel, wollte ich mir auch die berühmten deutschen Dichter genauer anschauen – erst recht, da mein Deutschlehrer erklärte, dass 90 Prozent von uns ohnehin zu dumm wäre, Faust zu lesen. Ich nahm das als Herausforderung und las Goethes "Faust. Der Tragödie erster Teil" in den Sommerferien. Goethe mochte ich allerdings nicht so gerne.

Trotzdem gab ich nicht auf und versuchte mich an anderen deutschen Literaten, Schiller lag mir wesentlich mehr. "Die Jungfrau von Orleans" und "Kabale und Liebe" gefielen mir.

Der größte Unterschied zu den Büchern, die ich normalerweise lese, liegt vor allem daran, dass das Lesen länger dauert. Nebenbei oder sehr müde abends im Bett zu lesen, ist auch nicht so einfach wie gewohnt. Die Texte sind komplizierter, und man sollte einige Sätze mehrfach lesen, um sie wirklich zu verstehen.

Trotzdem lohnt sich etwas schwierigere Lektüre, die sich nicht umsonst einen Namen als Weltliteratur verdient hat. Man muss nicht alles davon gut finden, aber es kann nicht schaden, vermeintlich eingestaubter Literatur eine Chance zu geben. Viele Themen sind im Kern heute noch aktuell, sobald man sich mit der Handlung auseinandersetzt.

Ich empfehle euch "Die Juden" von Gotthold Ephraim Lessing: Zwei Kumpane wollen als Juden verkleidet einen Gutsherrn überfallen, der Anschlag wurde aber von einem Reisenden vereitelt. Als Rache stehlen die Kumpels nun diesen Reisenden die Schnupftabakdose . . .

Mein zweiter Tipp ist "Hamlet" von William Shakespeare: Eine Intrige, die des Königs Bruder auf den Thron setzt, ein Geist, der die Rache für seinen Mord fordert, eine Romanze, die im Wahnsinn endet, eine weitere Intrige, ein weiterer Mordanschlag, ein Selbstmord . . .

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HELKE RÜDER

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