Freitag, 19.10.2018

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Im Eis um die Wette schwimmen

Beim Ice-Swimming-Wettbewerb in Veitsbronn starten Extremsportler aus aller Welt - 20.12.2017 16:00 Uhr

Im Veitsbad in Veitsbronn wird schon ordentlich im eiskalten Wasser trainiert. Vom 5. bis 7. Januar findet da die „Ice Swimming Aqua Sphere German Open“ statt. © Foto: WoW-Art / Halder


"Das Wasser muss kälter als fünf Grad sein", klärt mich Christof Wandratsch auf, "sonst ist es kein Eiswasser!" Neben Veranstalter und Eisschwimmkönig Wandratsch werden sich vom 5. bis 7. Januar viele Wettschwimmer aus aller Welt der polarkalten Herausforderung in Veitsbronn stellen.

"Wir haben Wettbewerbe über 50, 100, 200, 500 und 1000 Meter Strecken im Veitsbad." Darüber freut sich der 51-Jährige, denn "da ist für jeden etwas dabei". Er ist im Hauptberuf Lehrer und weist gleich auf einige Grundregeln hin: "Du darfst nichts anhaben, was wärmt. Neoprenanzüge sind verboten. Anziehen darf man im Wettbewerb nur seine Badehose, eine Schwimmbrille und gegebenenfalls eine Bademütze."

Und wer tut sich das an, im eiskalten Wasser zu schwimmen? "Jeder, der eine Badehose anziehen kann, ist herzlich eingeladen, jeder darf mitmachen. Man muss sich nur überwinden", sagt der gebürtige Veitsbronner, der inzwischen im Alpenvorland lebt. Er findet es schlimmer, daheim in eine lauwarme Badewanne zu steigen. "Zur Challenge kommen Leute auch von weit weg, aus Sibirien oder Italien. Eisschwimmer gibt es überall."

Alle dürfen ins kalte Becken

Wandratsch freut sich auch über den starken lokalen Zuspruch: "Es gibt viele spontane Anmeldungen. Ich finde, genau das ist das Tolle an der 4. Ice Swimming Aqua Sphere German Open 2018. Sie ist für alle. Leute wie ich schwimmen die 1000 Meter und andere schaffen es vielleicht gerade so unter dem Zeitlimit. Aber alle dürfen rein ins kalte Becken."

Über die bevorstehende Kälte-Gaudi schmunzelt der 51-Jährige jetzt schon. "Das ist der einzige Wettbewerb, bei dem vorher und hinterher die Knie schlottern", kalauert er. Selbst hat er keine Angst vor der Kälte: "Ab Null Grad spürt dein Körper sowieso keinen Temperaturunterschied mehr, da ist alles nur noch kalt. Da bewegt man sich ein bisschen, und dann wird das schon."

Christof Wandratsch hat sich viel bewegt – er hält den Eisschwimm- Weltrekord. Und er räumt auch mit der Vorstellung des stählernen Sportsmannes auf. "Es ist viel besser, nach Weihnachten im Eis zu schwimmen, denn man sammelt ja über die Feiertage Fett an – das ist super, weil das isoliert. Die durchtrainierten Dünnen frieren am meisten."

Nachdem Unterkühlung nicht auf die leichte Schulter zu nehmen ist, beruhigt Wandratsch: "Keine Angst, wir als Veranstalter passen auf. Wir stellen überall Hot-Tub-Becken und Wärmepilze auf. Sobald man aus dem Wasser kommt, wird man aufgewärmt. Wir haben auch eine mobile Sauna und beheizte Umkleiden. Für Sicherheit ist gesorgt."

Aber normaler Alltag ist so eine Meisterschaft nicht. Wo soll man dafür trainieren? "Sonntags ist im Veitsbad Training angesagt und freitags auch in der Ausweichstelle am Europakanal in Fürth", sagt Wandratsch.

Der Extremschwimmer hat schon viele Gewässer durchschwommen: Ärmelkanal, Straße von Gibraltar und Bodensee – "der Länge nach. Der hatte es in sich, aber es ist klasse zu wissen: Ich habe als erster Mensch den Bodensee durchquert – ein unbeschreiblich schönes Gefühl". Beim Ice Swimming habt ihr das auch. Probiert es aus!

Anmeldung und Info auf www.ice-swimming.com – unser 15-jähriger Autor schwimmt auch mit und wird danach für euch berichten. 

EWAN SCHÜCK

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