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Als Tasso gegen Augsburg richtig wild wurde

Nürnbergs Meisterspieler erinnert sich mit online-Mitarbeiter Andreas Pöllinger an die 60er Jahre - 08.02. 17:00 Uhr

Nürnberg  - Der FCN will am Sonntag bei Bundesliga-Neuling Augsburg in die Erfolgsspur zurück. Dieses Kräftemessen hat Tradition, wenn auch nicht in der Bundesliga. Schon in den 60ern, als das Nürnberger Starensemble mit Mittelfeld-Ass Tasso Wild eine Klasse für sich war, trafen Nürnberg und Augsburg aufeinander.

Am 9.9.1962 schenkten Vierfach-Torschütze Tasso Wild, der hier einen formvollendeten Flugkopfball auf den Zabo-Rasen zaubert, und seine Mitstreiter dem BC Augsburg neun Stück ein.
Am 9.9.1962 schenkten Vierfach-Torschütze Tasso Wild, der hier einen formvollendeten Flugkopfball auf den Zabo-Rasen zaubert, und seine Mitstreiter dem BC Augsburg neun Stück ein.
Foto: Friedl Ulrich
Am 9.9.1962 schenkten Vierfach-Torschütze Tasso Wild, der hier einen formvollendeten Flugkopfball auf den Zabo-Rasen zaubert, und seine Mitstreiter dem BC Augsburg neun Stück ein.
Am 9.9.1962 schenkten Vierfach-Torschütze Tasso Wild, der hier einen formvollendeten Flugkopfball auf den Zabo-Rasen zaubert, und seine Mitstreiter dem BC Augsburg neun Stück ein.
Foto: Friedl Ulrich

"Helmut Haller war ein begnadeter Fußballer, für die damalige Zeit genial", erinnert sich Tasso Wild an den Zabo-Besuch der Augsburger im Oktober 1961. Ohne starke Mitspieler konnte Augsburgs berühmtester Fußballsohn jedoch nichts ausrichten. Der BC Augsburg, der 1969 mit dem TSV Schwaben zum FCA fusionierte, hatte sich zwar Chancen ausgerechnet –  aber der amtierenden Meister demontierte ihn.

"Wir waren zu stark, sie hatten keine Chance", erinnert sich Tasso Wild. Heinz Strehl knallte das Leder damals unhaltbar zum 1:0 unter die Latte, stockte nach der Pause zum 3:0 auf. Hatte Wild dem Torjäger bei beiden Treffern noch assistiert, benötigte Strehl diese Unterstützung beim 5:0-Schlusspunkt nicht.

Normalität Viererpack



Im Jahr darauf, in dem Haller bereits in Italien spielte, fiel die Abreibung noch derber aus. Beim Gastauftritt 1962 war der BCA dem Club von der ersten bis zur letzten Minute in allen Belangen unterlegen. Mit 9:1 schossen Wild, der vier Treffer beisteuerte, und Dreifach-Torschütze Kurt Haseneder die Augsburger aus dem Sportpark. Sie hätten das Ergebnis sogar zweistellig gestalten können. Keineswegs etwas Besonderes für Wild. "Wir haben die weggespielt, waren schwer auszurechnen, haben alle viele Tore gemacht. Wenn der Gegner den Strehls Heinz aus der Partie genommen hat, haben eben Flachenecker, Haseneder oder ich getroffen". So denkt der 71-Jährige an Zeiten zurück, als der Club eine Fußball-Macht in Deutschland war.

In der Bundesliga begegneten sich die Vereine erst einmal. Augsburg ist schließlich Neuling in der 1963 gegründeten Eliteklasse. Mann des Spiels im August 2011 war Alexander Esswein, der - nach einer Stunde eingewechselt - viel Dampf und schließlich den 1:0-Siegtreffer machte. Links im Strafraum tanzte er Gibril Sankoh aus und schoss den Ball danach an FCA-Torhüter Simon Jentzsch vorbei ins lange Eck.

Bilderstrecke zum Thema
Beim ersten Bundesliga-Duell der beiden Teams aus Franken und Bayerisch-Schwaben besiegte der Club den FC Augsburg. Der eingewechselte Esswein markierte rund 15 Minunten vor Schluss das spielentscheidende 1:0.

Eigler beweist Relegationskompetenz

In den beiden Duellen zuvor war die Nürnberger Erstliga-Zugehörigkeit auf dem Spiel gestanden: Bei Teil eins der Relegation der Spielzeit 2009/2010 am 13. Mai 2010 erarbeitete sich der FCN im eigenen Stadion rasch Feldvorteile. Ein Augsburger Alu-Treffer war für den Club die Initialzündung, seine Offensivbemühungen zu intensivieren. Er ließ gute Chancen jedoch ungenutzt. Albert Bunjaku etwa köpfte den Ball freistehend über die Querstange.

Nach Wiederanpfiff baute der Club erneut Druck auf und sein Chancenplus aus. Mit energischem Vorwärtsdrang tackerte er die Gäste in deren Spielhälfte fest. Jentzsch vereitelte mehrmals die Nürnberger Führung. So, als er Bunjakus unplatzierten Foulelfmeter entschärfte. Der FCN ließ sich davon nicht beirren. Angriffswelle um Angriffswelle brandete Richtung Nordkurve. In der 84. Minute wurden dieses Beharrungsvermögen belohnt: Marcel Risse schnippelte die Kugel per Freistoßflanke ans linke Fünfereck. Christian Eigler beförderte sie mit dem Kopf ins Tor und den Club in eine gute Ausgangsposition fürs Rückspiel in Augsburg.

Relegation 2010: In der Noris ließ Juri Judt gegen Augsburgs Ibrahima Traore kaum etwas zu. Im Rückspiel sorgte er mit konsequent unangenehmer Abwehrarbeit dafür, dass dieser ihn in die vielzitierte Puppenkiste stopfen wollte.
Relegation 2010: In der Noris ließ Juri Judt gegen Augsburgs Ibrahima Traore kaum etwas zu. Im Rückspiel sorgte er mit konsequent unangenehmer Abwehrarbeit dafür, dass dieser ihn in die vielzitierte Puppenkiste stopfen wollte.
Foto: dpa

In diesem war Zweitliga-Torschützenkönig Michael Thurk in der Bringschuld. Aber die Augsburger Offensivpower blieb aus. Mehr als eine halbe Stunde war absolviert, da rückte Ilkay Gündogan die Erstligahoffnungen der Hausherren in weite Ferne: Bunjaku legte den Ball zum Mittelfeld-Taktgeber ab. Dieser trieb ihn dynamisch nach vorne und ließ Jentzsch mit einem trockenen Flachschuss schlecht aussehen.

Die Augsburger brauchten nun drei Treffer für den Aufstieg - eine zu große Hypothek. Zumal sie ab der 56. Minute nur noch zu zehnt waren. Entnervt von Juri Judt packte Ibrahima Traore seinen Gegenspieler, als dieser nach einem Zweikampf am Boden lag, unsanft am Schlafittchen. So impulsiv, wie der hochgelobte Flügelflitzer dem Rechtsverteidiger an den Kragen ging, so zwangsläufig war die Rote Karte. Wenig später verwandelte Eric Maxim Choupo-Moting, von Uwe Möhrle zuvor im Sechzehner zu Fall gebracht, einen Elfmeter sicher. Die “Auszeichnung“ alleiniger Rekord-Absteiger mit acht Abstiegen, einem mehr als Bielefeld, war vermieden.

Boakye nutzt Augsburgs Abwehr-Crash

Auch in Liga zwei waren sich die die beiden Teams jedoch schon begegnet: Nach seinem siebten Bundesliga-Abgang begann der Club am 1. Spieltag 2008/09 gegen Augsburg die Reparaturen nach dem “Betriebsunfall Abstieg“ erfolgreich. Die Führung erzielte der FCN kurios: Ingo Hertzsch rannte Torwart Uwe Neuhaus über den Haufen. Die Augsburger krachten mit den Köpfen zusammen. Isaac Boakye nutzte die Unordnung in der Defensive und schob den Ball entspannt ins verwaiste Tor.

Karlheinz Meininger wusste, wie man gegen den FCA erfolgreich ist. Beim 2:2 im Januar 1975 netzte der Rechtsaußen zweimal ein und sicherte dem FCN im Städtischen Stadion wenigstens einen Punkt. Rund ein halbes Jahr später glückte dem Club dank Meiningers Siegtreffer an gleicher Stätte ein 2:1.
Karlheinz Meininger wusste, wie man gegen den FCA erfolgreich ist. Beim 2:2 im Januar 1975 netzte der Rechtsaußen zweimal ein und sicherte dem FCN im Städtischen Stadion wenigstens einen Punkt. Rund ein halbes Jahr später glückte dem Club dank Meiningers Siegtreffer an gleicher Stätte ein 2:1.
Foto: Contino
Karlheinz Meininger wusste, wie man gegen den FCA erfolgreich ist. Beim 2:2 im Januar 1975 netzte der Rechtsaußen zweimal ein und sicherte dem FCN im Städtischen Stadion wenigstens einen Punkt. Rund ein halbes Jahr später glückte dem Club dank Meiningers Siegtreffer an gleicher Stätte ein 2:1.
Karlheinz Meininger wusste, wie man gegen den FCA erfolgreich ist. Beim 2:2 im Januar 1975 netzte der Rechtsaußen zweimal ein und sicherte dem FCN im Städtischen Stadion wenigstens einen Punkt. Rund ein halbes Jahr später glückte dem Club dank Meiningers Siegtreffer an gleicher Stätte ein 2:1.
Foto: Contino

Neuhaus und Herztsch mussten danach raus - Vasili Khamutouski und Otar Khizaneishvili übernahmen. Diese waren Protagonisten beim 2:0: Khizaneishvilli brachte Andy Wolf mit einer Ringer-Einlage im Strafraum zu Fall. Den fälligen Elfer versemmelte Javier Pinola beinahe. Khamutouski war am Ball, konnte den Einschlag aber nicht verhindern. Sandor Torghelle brachte den FCA noch einmal ran – zum Ausgleich reichte es nicht.

1975/76 hatte der FCN beide Zweitliga-Begegnungen gewonnen. In der Rosenau bewerkstelligte Kapitän Dieter Nüssing spät einen 1:0-Sieg. Der 2:1 in der Hinrunde stand indes schon nach knapp einer halben Stunde druckfertig im Spielbericht. Auf den Ausgleich reagierte Karlheinz Meininger postwendend: In Gerd-Müller-Manier beförderte er erst zwei Gegenspieler mit dem Hintern beiseite, den Ball anschließend aus der Drehung in die Maschen.

Der Rechtsaußen hatte sich sieben Monate zuvor bereits als Augsburg-Fachmann erwiesen. Beim 2:2-Heimremis schnürte er einen Doppelpack, rettete dem Club so nach zweimaligem Rückstand einen Punkt. Kurz nach Meiningers zweitem Streich betrat Italien-Rückkehrer Helmut Haller den Rasen. Dieser, zwischenzeitlich WM-Finalist 1966 und nach Eusebio zweitbester Torschütze des Turniers, hatte zurück am Lech eine wahre “Hallermania“ ausgelöst. Alleine konnte er jedoch auch diesmal nichts ausrichten.

Bilderstrecke zum Thema
In der Bundesliga messen die Augsburger erst zum zweiten Mal mit dem FCN die Kräfte. Bilder von bereits absolvierten, ebenso spannenden wie richtungsweisenden Begegnungen haben wir dennoch für Sie!

 



ANDREAS PÖLLINGER

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Ein extra Themenarchiv mit "historischen" Berichten rund um den 1. FCN finden Sie unter dem Stichwort "Club-Geschichte(n)".

Der Club-Kader in der Saison 2011/12

Galerie Kader 1. FC Nürnberg 2011/12

Die Club-Gegner in der Saison 2011/12

Galerie Gegner 1. FC Nürnberg 2011/12
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Max Morlock



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