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Auf der Suche nach einer neuen Torjägerin

Die Handball-Bayernligafrauen des HC Erlangen haben einen gewaltigen Abgang zu kompensieren - 29.09.2017 15:12 Uhr

Mona Walzik und ihre HCE-Frauen wollen eine ähnlich gute Rolle spielen wie in der vergangenen Saison. © Foto: Windhorst


"The women in black are back" – das ist zum Saisonauftakt in der Handball-Bayernliga das Motto der Frauenmannschaft des HC Erlangen. Nach Tabellenrang drei im vergangenen Jahr, mit allerdings zehn Punkten Rückstand auf Meister TS Herzogenaurach, wollen die Handball-Frauen heuer wieder eine gute Rolle spielen.

Bei einem lauen Lüftchen, das am Wochenende vor der Hiersemann-Halle durch Erlangen fegt, zeigt die junge Mannschaft um Trainer Elmar Ehrich in schwarzen Trikots gleich im ersten Saisonspiel gegen die SG Würm-Mitte, vergangene Saison immerhin auf Rang vier der Abschlusstabelle, mit einem 32:28 (16:13), dass es durchaus wieder hoch hinaus gehen könnte. Trotz des Abschieds von Torjägerin Laura Brockschmidt wohlgemerkt.

Die hat im vergangenen Jahr 140 Tore in 23 Partien für den HCE geworfen und hat sich nun der Drittligamannschaft des ESV Regensburg angeschlossen (wir berichteten).

Zunächst sieht es nicht gut aus

Gegen Würm-Mitte ist allein deshalb beim HCE Mitfiebern inbegriffen, denn in beiden Spielhälften sieht es zu Beginn nicht sehr gut aus.

Ein lauter Pfiff, dann geht’s Schlag auf Schlag. Bis zum 6:6 (9.) bleibt die Partie ausgeglichen, dann zieht Erlangen bis auf 12:6 davon (19.). Bei 15:12 (27.) nimmt Ehrich eine Auszeit, mit 16:13 geht es in die Pause.

Hat man Laura Brockschmidts Abgang gemerkt? Nun ja, Anika Bissel, im Vorjahr lange verletzt, soll in die Rolle hineinwachsen und kämpft hart für ihre Mannschaft. Bis zur 30. Minute hat sie dreimal getroffen, am Ende werden es neun Tore sein. "Laura war immer die, die die Tore geworfen hat", sagt Bissel, die auch nach zwei Spielen die Torschützenliste der Liga anführt. "Am Anfang hat man schon gemerkt, dass unsere Torjägerin gefehlt hat, auch im Training. Aber mittlerweile spielen wir wieder sehr gut miteinander."

Das merkt man auch am Samstagnachmittag, trotz schwindender Konzentration – was auch Bissel auffällt — kann der HC Erlangen durch das intensive Ausdauertraining vor der Saison gerade in der Schlussphase davonziehen. Denn nach dem Seitentausch ist Würm beim 18:18 (38.) wieder auf Augenhöhe. "Wir müssen unbedingt wieder mehr miteinander spielen", findet Anika Bissel, "aber unser Ziel, irgendwann aufzusteigen, verlieren wir natürlich nicht aus den Augen."

So geht es auch die letzten zwanzig Minuten – mit mehr Konzentration und mehr "Miteinander", wie es Anika Bissel nennt. Beiden Teams unterlaufen jetzt mehr Fehler, Torchancen werden auf beiden Seiten vergeben. Den letzten Gleichstand gibt es bei 24:24 (46.) – dann trifft Bissel noch dreimal, Mitspielerin Viktoria Peters gar viermal, und der HCE zieht entscheidend davon: Beim 28:24 (52.) ist Würm bereits abgehängt, man trennt sich am Ende mit 32:28.

Zufrieden und erleichtert

Auch Elmar Ehrich, der Trainer, ist zufrieden und erleichtert: "Natürlich haben wir das Problem, dass unser Kader recht dünn ist. Dadurch haben wir in der Vergangenheit schon oftmals Punkte verloren, aber unsere Vorbereitung war gut, und mit dem Sieg gegen Würm-Mitte haben wir ein sehr wichtiges Spiel für uns entscheiden können."

Der Einsatz, das Herzblut und die Kraft, die die HCE-Damen zeigen, spürt man an diesem Samstagnachmittag bis auf die Tribüne. Freiwilliges Zusatztraining, weite Anfahrtswege und viel Engagement für das Team, auch außerhalb des Spielfelds, hat die Mannschaft eng zusammenwachsen lassen. Das hinterlässt auch bei Elmar Ehrich großen Eindruck: "Ich hoffe, die Mädels wollen mich noch viele Jahre als ihren Coach behalten — es macht einfach zu viel Spaß."

Wichtig für Ehrich ist der Weg zum Ziel: "Wir wollen stückweise vorankommen. Lieber kleine Schritte machen, die sicher sind, damit fahren wir sehr gut." Auch er hat an diesem Samstagnachmittag gemerkt, dass seine Damen mit sinkender Konzentration zu kämpfen hatten. Doch die Saison steht ja erst am Anfang, und die Spielerinnen müssen ihre Rollen erst finden. Oder sie sind bereits, wie Annika Bissel, auf dem besten Weg dazu, in die neuen hineinzuwachsen.

Erlangen: Peters 5, Bissel 9, Pack 4, Peschko 5/2, Weigel, Olk, Hofmann 1, Frost, Walzig 3, Reuthal 4, Vierheilig, Stock, Nübel, Schopka 1.

 

 

Torjäger der Frauen-Bayernliga

1. Anika Bissel (HCE)15 Tore

2. M. Pöschmann (Landshut) 15

3. Lena-Alisa Keßler (Ottobeuren) 14

4. Sandra Wild (1. FC Nürnberg) 14

5. Martina Gerdes (Bergtheim) 13 

KATRIN KANBACH

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