Brose Baskets landen Sensationssieg in Piräus

15.1.2016, 23:23 Uhr
Der überragende Mann in Piräus: Bambergs Darius Miller (links, hier im Spiel gegen Bonn) markierte 23 Zähler.

© Sportfoto Zink / HMI Der überragende Mann in Piräus: Bambergs Darius Miller (links, hier im Spiel gegen Bonn) markierte 23 Zähler.

Den Grundstein für ihren unerwartet klaren Erfolg legten die Brose Baskets mit einer bärenstarken Verteidigungsleistung, die Piräus insbesondere im ersten Durchgang zur Verzweiflung brachte. In den ersten 20 Minuten erlaubten die Bamberger ihrem Kontrahenten gerade einmal 26 Punkte. Bambergs Offensive hatte dagegen nur in den Anfangsminuten Startschwierigkeiten, lief danach über weite Strecken ordentlich. Im nur durchwachsen besetzten Peace and Friendship Stadium konnten sich die Oberfranken dabei auf Darius Miller und Janis Strelnieks verlassen, die jeweils elf Punkten zur 13-Punkte-Pausenführung (39:26) beisteuerten.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb das erwartete Aufbäumen des griechischen Starensembles zunächst aus. Bamberg dominierte weiter an beiden Enden des Feldes und erspielte sich in der 27. Spielminute beim 55:31 die höchste Führung im Spiel. Ganz so leicht wollte es der fünfmalige Euroleague-Champion seinem Gegenüber dann aber doch nicht machen und blies endgültig zur Aufholjagd. Neben einem 16:4-Run zum Ende des dritten Viertels, war es allen voran das letzte Viertel, in dem Piräus seine Klasse aufblitzen ließ.

Der bis hierhin kaum in Erscheinung tretende Vasilis Spanoulis tauchte plötzlich wie Phoenix aus der Asche auf und traf auf einmal die wildesten Dinger. Unterstützung bekam der Olympiakos-Star von Daniel Hackett, Ioannis Papapetrou und Georgios Printezis. Bambergs Vorsprung schmolz langsam aber stetig dahin, da nun im Angriff eine gewisse Nervosität spür- und sichtbar wurde. Der Ball wurde nicht mehr so gut bewegt wie noch in der ersten Halbzeit. Als dann mit Darius Miller (23 Punkte) der überragende Spieler der Partie 66 Sekunden vor dem Ende mit seinem fünften Foul vom Feld musste, drohte die Partie endgültig zu kippen.

11,5 Sekunden vor dem Ende brachte Spanoulis seine Farben mit einem Wahnsinns-Dreier auf 72:74 heran, doch Bamberg zeigte, dass man aus der knappen Top16-Auftaktniederlage in Madrid seine Lehren gezogen hatte. Im Gegensatz zu den Griechen, die am Ende mit weiteren wilden Aktionen versuchten, das Ruder noch herum zu reißen, nutzte Bamberg durch Brad Wanamaker und Nicolò Melli seine Freiwurfmöglichkeiten und brachte den Sieg sicher nach Hause - das 77:72 kommt einer kleinen Sensation gleich und der Traum vom Erreichen des Top8 erhält zusätzlichen Anreiz.

Trotz des am Ende relativ knappen Ergebnisses war Bamberg über weite Strecken der Partie das dominantere Team. Trotz sehr guter Trefferquoten scheute der Meister auch den Reboundkampf nicht und hielt unter dem Korb mit vollem Einsatz dagegen. Am Ende sicherte sich der Meister starke 37 Rebounds (fünf offensiv - Piräus dagegen holte 28 Abpraller, drei davon offensiv). Im Angriff glänzten die Brose Baskets mit starken 15 Assists und fanden so in den meisten Fällen den freien Mitspieler. In beiden angesprochenen Kategorien erwies sich Nicolò Melli als bester Brose-Akteur. Der Italiener schrammte mit sieben Punkten, 13 Rebounds und sechs Assists nur knapp an einem Triple Double vorbei.

Olympiakos Piräus: Strawberry (15 Punkte), Spanoulis (11), Printezis (10), Papapetrou (10), Hackett (10), Johnson-Odum (5), Athinaiou (3), Mantzaris (2), Agravanis (2), Hunter (2), James (2), Milutinov

Brose Baskets: Miller (23), Strelnieks (15), Radosevic (14), Wanamaker (8), Melli (7), Zisis (4), Heckmann (4), Theis (2)

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