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Burgstaller, Nürnbergs neuer Mann für gewisse Emotionen

Torpremiere beflügelte den Österreicher - Weiler lobt "echten Mann" - 02.03.2015 06:00 Uhr

Schon nach vier Minuten erzielte Guido Burgstaller das 1:0 gegen den KSC – ein Tor, das den Österreicher sichtlich beflügelte.

Schon nach vier Minuten erzielte Guido Burgstaller das 1:0 gegen den KSC – ein Tor, das den Österreicher sichtlich beflügelte. © Foto: Sportfoto Zink


Für einen Fußballer, der gerade sein erstes Tor beim neuen Verein geschossen hatte, wirkte Guido Burgstaller bemerkenswert schlecht gelaunt. Dass sich der 1. FC Nürnberg trotz seines frühen Führungstreffers gegen den Karlsruher SC am Ende mit einem 1:1 begnügen musste, war dem Österreicher sichtlich aufs Gemüt geschlagen. „Die Enttäuschung überwiegt“, brummelte Burgstaller und versicherte, er hätte liebend gerne auf das persönliche Erfolgserlebnis verzichtet, wenn dafür „ein anderer zweimal getroffen und der Club gewonnen hätte“.

So völlig egal dürfte Burgstaller das Premierentor aber auch nicht gewesen sein. Offensivspieler werden gemeinhin eben an ihrer Effektivität vor dem gegnerischen Gehäuse gemessen, und bei seinen ersten drei Teileinsätzen war der Winter-Neuzugang nicht unbedingt durch immensen Tordrang aufgefallen. Am Samstag ließ der siebenfache A-Nationalspieler hingegen erstmals erahnen, warum ihn Cardiffs damaliger Trainer Ole Gunnar Solskjaer im vergangenen Sommer von Wien nach Wales gelotst hatte.

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Das frühe Führungstor, in der vierten Minute nach Traumpass von Jakub Sylvestr gekonnt mit dem Außenrist erzielt, schien Burgstaller förmlich Flügel zu verleihen. Der 25-Jährige rackerte nicht nur vorbildlich, sondern setzte auch seine Kollegen immer wieder gekonnt in Szene und brachte vor allem „Emotionen ins Spiel“, wie René Weiler lobend anmerkte.

Der Club-Coach schätzt den kantigen Kärtner als „echten Mann“, der dank seiner Erfahrungen in der österreichischen Bundesliga und der Football League Championship, Englands Zweiter Liga, eben genau wisse, „wann man auch mal den Körper reinschmeißen muss. Und er setzt nach und beschäftigt den Gegner“. Genau wegen dieser Tugenden hielt Weiler auch an Burgstaller fest, obwohl ihm gegen Frankfurt, Berlin und Düsseldorf mangelnde Spielpraxis und fehlende Bindung zur Mannschaft noch deutlich anzumerken waren. „Es gibt ja einen Grund, warum ich ihn aufstelle. Und er hat sich einfach reingehängt“, erklärte Weiler.

Sein volles Leistungsvermögen hat der in Cardiff nach Solskjaers Rücktritt ausgemusterte Angreifer nach knapp fünfmonatiger Wettkampfpause freilich noch nicht erreicht. „Man merkt schon noch, dass am Schluss ein bisschen die Kraft ausgeht“, gestand Burgstaller, der, wie Weiler verriet, eigentlich schon nach einer Stunde platt war, aber dennoch tapfer bis zur 86. Minute durchhielt.

Dass dieser vorbildliche Einsatz am Ende nicht mit einem Sieg belohnt wurde, ärgerte den ehrgeizigen Burgstaller („Ich will immer gewinnen, das ist meine Mentalität“) selbst am meisten. „Von der spielerischen und kämpferischen Leistung her können wir zufrieden sein. Wir haben uns voll reingehauen, und jeder hat gesehen, dass wir unbedingt wollten“, resümierte er, nur habe eben das zweite Tor gefehlt. Geht Burgstallers Formkurve weiterhin nach oben, könnte der frühere Goalgetter von Rapid Wien so etwas vielleicht bald selbst erledigen.

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Uli Digmayer

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