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Der Club-Gegner: Hoffenheim liegt nicht im Soll

Die "Nagelsmänner" wollen sich auch heuer für Europa qualifizieren - 09.03.2019 05:55 Uhr

Beim 1:1 an seiner künftigen Wirkungsstätte Leipzig ließ Trainer Julian Nagelsmann kürzlich mit 1899 Hoffenheim zwei Punkte liegen. © Jan Woitas / dpa


So ist die Lage: Von den letzten fünf Bundesligaspielen konnte 1899 Hoffenheim nur eines gewinnen. Als Tabellenneunter liegt die TSG nicht wirklich im Soll. Das Minimalziel ist ein Europa-League-Platz, der Rückstand beträgt aktuell fünf Punkte. Die Champions-League war für den Dritten des Vorjahrs eine Nummer zu groß, in der Gruppenphase scheiterte man an Manchester City, Olympique Lyon und Schachtjor Donezk. Im DFB-Pokal hieß die Endstation in Runde zwei RB Leipzig. Vor der Partie gegen den 1. FC Nürnberg am Sonntag (15.30 Uhr) beklagt Trainer Julian Nagelsmann eine lange Verletztenliste. Inklusive des gelb-rot-gesperrten Abwehrspielers Kasim Adams drohen gleich neun (!) Profis auszufallen.


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Beeindruckend: Wenn die TSG Hoffenheim am Ball ist, dann ist fast immer Spektakel garantiert. Nur Dortmund (59) und der FC Bayern (56) haben bisher öfter getroffen als Hoffenheim. In seinen bisherigen 330 Bundesligaspielen hat der 2009 erstmals aufgestiegene und seither permanent im Oberhaus vertretene Sinsheimer Ortsteilverein 511 Tore erzielt, also gut 1,5 pro Spiel. Auch die Comebackqualität ist bisweilen beeindruckend – beispielsweise vor vier Wochen beim 3:3-Remis in Dortmund, als die "Nagelsmänner" einen 0:3-Rückstand egalisierten.

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Ausbaufähig: Eine Führung zu verteidigen – dabei tut sich die TSG hingegen oft schwer. Eine Statistik besagt, dass die Kraichgauer in dieser Saison bereits 23 mögliche Punkte nach einer Führung verspielt haben. Besonders augenfällig war diese Schwäche in den letzten beiden Partien: Beim 1:1 in Leipzig kassierte Hoffenheim den Ausgleich in der 89. Minute, beim 2:3 in Frankfurt schlug Gegner Eintracht ebenfalls in der 89. sowie in der sechsten Minute der Nachspielzeit noch zu.

Im Fokus: Er ist das Gesicht von 1899 Hoffenheim – allerdings nicht mehr lange: Trainer Julian Nagelsmann hat in den letzten drei Jahren die bislang erfolgreichste Ära der Vereinsgeschichte mit der zweimaligen Qualifikation für die Königsklasse begleitet, aber schon vor Monaten seinen Wechsel zur neuen Saison nach Leipzig verkündet. Doch als "Lame Duck" ist der mit 31 Jahren immer noch jüngste Trainer der Bundesliga keineswegs einzuordnen. Der gebürtige Landsberger weiß zwar, dass diese Situation "ein paar Prozent an Gefahr" birgt, wirkt aber kein bisschen so wie jemand, der gedanklich nicht mehr bei der Sache ist. Er sprüht weiterhin vor Ehrgeiz und betreibt seinen Job wie eh und je mit viel Leidenschaft. Sein Verhältnis zur Mannschaft gilt als absolut intakt.

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Das Hinspiel: Die frühe Führung durch ein Elfmetertor von Hanno Behrens (18.) verlieh dem Club nicht genügend Schub gegen dominante Hoffenheimer, die nach der Pause die Partie durch einen Doppelschlag drehten: Arsenal-Leihgabe Reiss Nelson traf in der 50. und 57. Minute. Die Franken zeigten sich mit zunehmender Spielzeit mehr und mehr überfordert; Adam Szalai (67.) machte vor vor 36.472 Zuschauern im Max-Morlock-Stadion den Deckel drauf für 1899, das damit eine Minikrise beendete.

Wer/Was ist neu? Nach dem Aus in der Champions League und im DFB-Pokal wurde der Kader systematisch abgespeckt. Gleich sieben Spieler sind ausgeliehen worden, damit sie der TSG nicht auf der Tasche liegen und andernorts Spielpraxis sammeln können – unter anderem der frühere Club-Profi Havard Nordtveit für eine Million Euro an den FC Fulham. Neu hinzu kam im Winter lediglich der 20-jährige brasilianische Abwehrspieler Lucas Ribero für 3,5 Millionen Euro von Boca Juniors.


Club-Offensive muss einen Schritt nach vorne machen


Und sonst so? Kann gut sein, dass in der kommenden Saison ein Franke in Hoffenheim das Sagen hat. Da sich die Verhandlungen mit Trainer-Wunschkandidat Marco Rose von RB Salzburg als ziemlich zäh erweisen, gelten neuerdings zwei ambitionierte Zweitligatrainer als Anwärter für die Nagelsmann-Nachfolge: Tim Walter von Holstein Kiel – und der gebürtige Erlanger Achim Beierlorzer, der momentan Jahn Regensburg coacht und dessen Name auch in Zusammenhang mit dem 1. FCN immer häufiger fällt. 

Harald Büttner

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