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Deutsche Fußballfans dürfen stehen bleiben

Sicherheitsgipfel: Verhaltenskodex gegen Gewalt - Kritik von Fan-Vertretern - 17.07.2012 16:18 Uhr

Berlin  - Der Sicherheitsgipfel des deutschen Fußballs hat einen Verhaltenskodex mit klarer Ablehnung und Sanktionierung von Pyrotechnik verabschiedet. Die wirtschaftlichen Zuwendungen für Fanprojekte sollen um 50 Prozent erhöht werden. Stadionverbote sollen künftig bis zu zehn Jahre statt bisher drei Jahre betragen dürfen.

Gute Nachricht nicht nur  für die Ultras: Auch nach dem Sicherheitsgipfel bleiben die Stehplätze in deutschen Stadien erhalten.
Gute Nachricht nicht nur für die Ultras: Auch nach dem Sicherheitsgipfel bleiben die Stehplätze in deutschen Stadien erhalten.
Foto: Zink
Gute Nachricht nicht nur  für die Ultras: Auch nach dem Sicherheitsgipfel bleiben die Stehplätze in deutschen Stadien erhalten.
Gute Nachricht nicht nur für die Ultras: Auch nach dem Sicherheitsgipfel bleiben die Stehplätze in deutschen Stadien erhalten.
Foto: Zink

Stehplätze wird es auch weiterhin geben. „Das ist eine gute Nachricht für Millionen friedliche Fußballfans“, sagte Ligapräsident Reinhard Rauball am Dienstag in Berlin. Rauball sagte weiter, Stehplätze seien ein Markenzeichen des deutschen Fußballs, betonte aber: „Das ist keine endlose Schleife, da wird vorausgesetzt, dass die Probleme, die auf dem Tisch liegen, bewältigt werden.“ Der Sicherheitsgipfel sei die Auftaktveranstaltung, um Reformen einzuführen. „Das ist der Beginn und der Start.“ In der Winterpause werde es erste Beschlüsse geben.

Bei der Konferenz berieten auf Einladung von DFB und DFL die Vertreter von 53 Proficlubs mit Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und dem Vorsitzenden der Innenministerkonferenz, Lorenz Caffier (CDU), über Maßnahmen gegen Gewalt in Stadien.

Friedrich erklärte: „Ich bin sehr dankbar, dass der Verhaltenskodex verabschiedet wurde.“ Fankultur und Gewalt schlössen einander aus. Falls alle verabredeteten Maßnahmen nicht ausreichten, werde man sich noch einmal zusammen setzen, sagte der CSU-Politiker.

An dem Treffen nahmen auch Wolfgang Niersbach, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), und Rauball teil. Zweitligist Union Berlin sagte die Teilnahme nach Angaben des DFB ab.

Kritik am Gipfel

Als Begründung nannte Vereinssprecher Christian Arbeit, dass der am Dienstag beschlossene Verhaltenskodex den Vereinen erst am Montag um 16.45 Uhr zugesandt worden sei. „Bevor solch ein Kodex verabschiedet werden kann, sollten sich die Vereine zunächst auf einen Konsens einigen können“, sagte Arbeit. „Innerhalb eines Tages ist dies nicht zu machen. Es scheint auch so, als sollte dies bei dieser Akklamationsveranstaltung gar nicht gewollt gewesen zu sein.“

Dass es die Stehplätze in deutschen Fußballstadien jedoch auch weiterhin geben wird, begrüßte der Berliner Verein. Union hatte erst am Dienstag eine ganzseitige Anzeige in einer Berliner Zeitung geschaltet. „Wir stehen – Für Eisern Union und Fußball pur!“ lautete der Slogan für den Erhalt der Stehplätze.

Die Fan-Vertreter der Fußball-Bundesligaclubs fühlen sich von den Fußball-Verbänden und der Politik übergangen. „Wir sind sehr enttäuscht darüber, dass wir zu dem sogenannten Gewaltgipfel nicht eingeladen worden sind. Im Grunde ist es ohne Fan-Vertreter zwecklos, über Maßnahmen gegen Gewalt im Fußball zu diskutieren“, sagte Jakob Falk von der Fanvertretung „Pro Fans“ am Dienstag in Berlin. Die Fan-Vertreter fürchten nun populistische Schnellschüsse und härtere Sanktionen. 

dpa


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