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FCN: Ismael jubelt, feiert - und verliert sein "Herzstück"

Verletzungspech und Auftaktsieg: Die Leiden mit der Leitfigur Polak - 04.08.2014 06:00 Uhr

Erstes Spiel als Bundesliga-Trainer, erster Sieg: Eigentlich ein gelungener Arbeitstag für Valerien Ismael. Doch dann kam Polak.

Erstes Spiel als Bundesliga-Trainer, erster Sieg: Eigentlich ein gelungener Arbeitstag für Valerien Ismael. Doch dann kam Polak. © dpa


Nach einigen vergebenen Großchancen, die Ismaël leidend und wild gestikulierend kommentierte, wurde der Club-Coach doch noch durch den Treffer von Jakub Sylvestr zum 1:0-Sieg erlöst.

Allzu lange blieb Ismaëls Freude nicht uneingeschränkt. Kurz vor dem Schlusspfiff ereignete sich jene Szene, die nicht nur bei Ismaël zu einem rapiden Stimmungsabfall führen sollte: „Ich kann mich gar nicht richtig über den Sieg freuen. Meine Gedanken sind bei unserem Kapitän“, sagte er nach dem Spiel niedergeschlagen. Bei einem Rettungsversuch waren Keeper Raphael Schäfer und Jan Polak heftig zusammengeprallt. Polak blieb am Boden liegen und musste nach einer ersten Behandlung durch den Teamarzt mit der Trage abtransportiert werden. „Wir müssen davon ausgehen, dass er uns länger ausfallen wird. Er war unser bester Spieler, unser Herzstück. Den Sieg haben wir teuer erkauft“, sagte Ismaël zerknirscht.

Über sein eigenes Debüt wollte er schon gar nicht mehr allzu viele Worte verlieren, stellte aber begeistert fest, dass das „Eis zwischen den Fans und der Mannschaft mit diesem Spiel gebrochen“ sein dürfte: „Wir haben sie mit ins Boot geholt. Und ich bin dankbar, dass sie anfangs Geduld hatten, das hat uns Vertrauen gegeben.“

Die fantastische Anfeuerung der rund 37 000 Anhänger hinterließ auch beim Matchwinner Spuren. „Ich habe schon vor so vielen Zuschauern gespielt, aber ich habe sie noch nie in meinem Rücken gehabt. Das war Wahnsinn“, sagte Torschütze Sylvestr. Der Angreifer hatte zunächst einige Gelegenheiten ausgelassen, Ismaël aber nie der Verzweiflung nahe gebracht: „Jakub hat die Ruhe behalten und beim nächsten Versuch seine Stärke gezeigt“, lobte der Trainer.

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Vor dem Spiel hatten die Fans mit einer aufwendigen Choreographie und einem Gesang auf die Melodie von Karats Hit „Über sieben Brücken musst du gehen“ Vergangenheitsbewältigung betrieben. Während der 95 Spielminuten war nichts mehr von der Enttäuschung zu spüren, die der achte Bundesligaabstieg ausgelöst hatte. Selbst als sich der Club anfangs in die Partie mühen musste, hielt die Begeisterung dem Stotterstart stand. „Ich hatte ja gesagt, das Aue ein unangenehmer Gegner sein wird. Jetzt freue ich mich, dass wir die drei Punkte geholt haben“, fühlte sich der Ex-Auer Sylvestr bestätigt. Mit seinen ehemaligen Kollegen hatte er nur kurz Mitleid: „Es tut mir leid, dass ich sie abgeschossen habe, aber ich konzentriere mich jetzt auf meinen neuen Verein, den Club.“

Für Ismaël war die erste Etappe auf dem langen Weg zurück in die Bundesliga aus rein sportlichen Gesichtspunkten ausnehmend gut gelungen: „Wir haben uns als Mannschaft gut präsentiert. Nach einer Vorbereitung weiß man nicht, wo man steht. Es waren viele Fragen offen. Es ist noch nicht alles bei hundert Prozent, aber die drei Punkte helfen uns.“ Einen Ausblick auf das Derby gegen die SpVgg Greuther Fürth am kommenden Montag wollte der Club-Coach noch nicht wagen. „Ich will das erste Spiel jetzt erst einmal sacken lassen.“

Die Nachricht, die weit nach Spielende aus dem Krankenhaus übermittelt wurde, störte die Zufriedenheit nach dem verheißungsvollen Auftakt dann empfindlich: Zwei gebrochene Rippen bedeuten vier bis sechs Wochen Pause für Kapitän Polak.

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Stefan Jablonka

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