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FCN: Wird aus dem Umbruch ein Generationswechsel?

Auch Routinier Feulner sieht seine Zukunft wohl nicht mehr beim Club - 26.05.2014 06:00 Uhr

Nürnbergs Mittelfeldspieler Markus Feulner sieht sich nach einem anderen Arbeitgeber um.

Nürnbergs Mittelfeldspieler Markus Feulner sieht sich nach einem anderen Arbeitgeber um. © Sportfoto Zink


Markus Feulner hat ein neues Vertragswerk auch nach einigen Tagen Bedenkzeit im Türkei-Urlaub nicht unterzeichnet. Ein Indiz für Martin Bader, dass sich der Mittelfeldspieler einem Alternativangebot hingeben wird: „Wenn er die Möglichkeit bekommt, noch einmal einen Vertrag über zwei oder drei Jahre in der Bundesliga zu unterzeichnen, wird er es tun“, sagte der Sportvorstand.

Nach dem zweiten Abstieg in seiner zehnjährigen Ära fällt es Bader spürbar schwer, sich fußball-romantischen Vorstellungen hinzugeben, wonach Vereinsfarben über der des Geldes stehen könnten. Per Nilsson lieferte zuletzt einen Beleg dafür, wie einfach es sein kann, einem Abstieg binnen weniger Tage mit Hilfe eines Vereinswechsels zu entgehen, während Entscheidungsträger am Personal-Mikado zu knabbern haben. Statt sich dem Ziel Wiederaufstieg zu verschreiben, kann sich Nilsson auf die Champions League mit dem FC Kopenhagen freuen. Internationalen Fußball und Aufstiegskampf miteinander zu verknüpfen, könnte sich hingegen Makoto Hasebe vorstellen. Ob aus seiner erklärten Absicht ein Jawort für den Club wird, soll sich bis Ende der Woche klären.

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Das Werben um Daniel Ginczek wird sich nach Baders Aussage hingegen noch „ein wenig länger hinziehen“. Die Tatsache, dass die Liebe zwischen Spieler und Verein schlagartig erkalten kann, lässt auch Bader inzwischen weitaus weniger zimperlich in Vertragsgesprächen agieren. Der personelle Umbruch könnte sich sogar zu einem Generationenwechsel ausweiten. Auch weil sich Bader noch bestens daran erinnert, wie schwer es den Routiniers im Team nach dem Abstieg in der Saison 2007/08 anfänglich gefallen war, sich an den rustikaleren Spielstil in der Zweiten Liga zu gewöhnen.

Bader beschäftigt deshalb in seinen Planungen auch die zentrale Frage, mit welchen Spielern die Zeit der Akklimatisierung geringer ausfallen könnte: „So viel Anpassungszeit wie damals können wir uns diesmal sicherlich nicht erlauben.“ Auch wenn dem zu vervollständigenden Team weiterhin der Kopf in Form des Trainers abgeht, beruhigt Bader die erhitzten Gemüter, die ihm Tatenlosigkeit vorwerfen. „Wenn Gespräche länger dauern, wird in der öffentlichen Wahrnehmung immer impliziert, dass es Probleme gibt. Doch dem ist nicht so. Wir führen viele tiefgehende Gespräche und sind selbst am meisten daran interessiert, diese so schnell wie möglich zum Abschluss zu bringen.“

Ein Zeitfenster will der 46-Jährige nach den gescheiterten Verhandlungen mit Stanislawski aber nicht umreißen. Der Kandidatenkreis werde von „verschiedenen Trainertypen“ verkörpert. Vor allem die Problematik, bei allem Drang nach der direkten Wiederkehr eine Vision zu verfolgen und die Vereinsphilosophie nicht zu vernachlässigen, erschwert die Entscheidungsfindung. „Wir müssen alles dafür tun, gleich wieder aufzusteigen, aber wir wollen auch unseren Weg gehen und junge Spieler weiterbringen“, sagte Bader. Insbesondere Spielern wie Niklas Stark oder Ondrej Petrak traut er großes Entwicklungspotenzial zu. Auf der Position des Torhüters soll es zu einem offenen Zweikampf kommen. Ersatzkeeper Patrick Rakovsky wird auf Augenhöhe ins Rennen mit dem langjährigen Kapitän Raphael Schäfer geschickt.

Die Zukunft von Javier Pinola, der Baders Motivationsplan nicht ganz so skeptisch gegenüberstand und bekanntlich einen Einjahresvertrag akzeptierte, der sich nur im Falle des Aufstiegs verlängert, liegt in der Innenverteidigung. Eine Zukunft beim Club wird laut einem Bericht des niederländischen „De Telegraaf“ auch dem 23-jährigen Angreifer Danny Hoesen von Ajax Amsterdam zugeschrieben. 

Stefan Jablonka

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