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Fürth-Spielmacher Gjasula: Hitzkopf mit ausgeprägtem Ego

31-jähriger Mittelfeld-Stratege wandelt häufig auf schmalem Grat - 17.05.2017 05:57 Uhr

Ausgeprägter Spieltrieb oder überzogenes Ego? Fürths Regisseur Jurgen Gjasula (rechts) geriet mit Christopher Buchtmann aneinander.

Ausgeprägter Spieltrieb oder überzogenes Ego? Fürths Regisseur Jurgen Gjasula (rechts) geriet mit Christopher Buchtmann aneinander. © Sportfoto Zink / WoZi


Beim Gastspiel auf St. Pauli wandelte der 31-Jährige einmal mehr auf einem schmalen Grat. Es war eine an sich harmlose Szene, wie sie in jedem Fußballspiel ein paar Mal vorkommt. Gjasula deckte den Ball im Mittelkreis genau so ab, dass der heranrauschende Christopher Buchtmann nicht mehr eingreifen konnte. Nur streifte der Hamburger im Vorbeilaufen den Fürther Spielmacher, womöglich auch ein bisschen mehr als notwendig, aber nichts, was wirklich schlimm gewesen wäre. Nur Gjasula sah das offenbar anders. Sekunden später standen sich die Kontrahenten Nase an Nase gegenüber, beide Brust raus, beide voll mit Adrenalin. Die Szene versprühte Sandkastenromantik, nur war nicht ersichtlich, wer wem und warum das Schaufelchen gemobst hatte.

"Das passiert im Fußball, das war nur eine kleine Diskussion", versuchte sich Gjasula nach dem Abpfiff an einer Erklärung, die irgendwie nicht überzeugen konnte. In der zurückliegenden Saison hatte er sich bei einer ähnlich gearteten Kontroverse eine Rote Karte eingehandelt, als er seinen Kontrahenten am Kragen packte. "Da habe ich mich auch daran erinnert und hatte schon etwa Angst", meinte Fürths Trainer Janos Radoki.

Hitzkopf mit grandioser Technik

Diesmal aber beließ es Gjasula genau wie sein Hamburger Spielplatzkumpel beim Austausch verbaler Nettigkeiten. "Wir haben uns kurz die Meinung gesagt", klärte der Fürther auf, und ein Grinsen machte sich unter der noch immer perfekt sitzenden Frisur breit: "Ich bin eben ein bisschen ein Hitzkopf. Aber ich habe dazugelernt." Immerhin.

In spielerischer Hinsicht, und darauf sollte sich ein Spielmacher ja womöglich auch konzentrieren, wusste der Deutsch-Albaner beim 1:1 auf St. Pauli erstmals nach seinem Comeback wieder zu überzeugen. Technisch gewohnt versiert, diesmal aber bedeutend handlungsschneller als noch in der Vorwoche, leitete er die Fürther Angriffe ein und spielte die Bälle genau in die Spitze. Gjasula minimierte obendrein seine Fehlpassquote, nahm jeden Zweikampf – und wie beschrieben noch ein bisschen mehr – an und bildete mit Robert Zulj ein kongeniales Duo.

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Es war zweifellos Gjasulas bester Auftritt nach seinem Achillessehnenriss im zurückliegenden September. "Es ist noch nicht alles wieder so wie vor der Verletzung", bemühte sich der Mittelfeldspieler zunächst um eine objektive Einordnung und befand schließlich gewohnt selbstsicher: "Das war ein ordentlicher Schritt nach vorne." Und das ja wirklich in jeder Hinsicht ... 

Florian Pöhlmann

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