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Fürth-Torschütze Steininger: Der Derbyheld hat noch Luft

Youngster trifft nicht nur gegen den Club und spricht jetzt von Euphorie - 06.08.2018 21:56 Uhr

"Da muss man die Emotionen schon mal rauslassen – irgendwie": Daniel Steininger bejubelt seinen Treffer zum 3:1, Maximilian Wittek steht zum Gratulieren bereit. © Sportfoto Zink / MeZi


Eine Stunde lang war es ein klassischer Sommerkick, erst dann nahm die Partie endlich an Fahrt auf. Das hatte auch mit den Einwechslungen zu tun: David Atanga, Tobias Mohr und Daniel Steininger durften die Mission "Spiel drehen" angehen – und es gelang ihnen eindrucksvoll.

Mohr gab die Vorlage zum Ausgleich von Daniel Keita-Ruel. Atanga wiederum passte auf Steininger, bevor der in der 89. Minute zu einem fulminanten Antritt startete und den Ball nach einer Körpertäuschung flach links unten versenkte. Der Modellathlet rannte in Richtung Haupttribüne und zeigte auf seine Rückennummer.

Startelf-Ansprüche?

War das vielleicht ein schöner Gruß an den Trainer, ihn in Ingolstadt in die Startelf zu stellen? "Nein", wiegelte der 23-jährige Passauer ab. "Da muss man die Emotionen schon mal rauslassen — irgendwie." Als einen Wink mit dem Zaunpfahl wolle er seine Aktion aber nicht verstanden wissen.

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Mit einem 3:1-Heimsieg über Sandhausen startete die SpVgg Greuther Fürth in die neue Spielzeit. Bis zur Schlussviertelstunde sah es nicht nach einem Dreier für das Kleeblatt aus, doch dann kam der Auftritt eines Neuzugangs ...


"Ich bin nicht beleidigt, wenn ich auf der Bank sitze. Das habe ich ja schon öfter bewiesen, dass ich alles gebe, wenn ich reinkomme. Und das bleibt auch weiterhin so", erklärt er in ruhigem Ton. Die Chance, von Beginn an aufzulaufen, da sei er sich sicher, "wird bestimmt irgendwann kommen, dann muss man sie auch nutzen". Diesmal nutzte er die Einwechslung, um den aufmüpfigen SV Sandhausen in seine Schranken zu verweisen. Es dauerte lange, bis es ein spannendes Zweitligaspiel wurde.

Hinweis auf Fast-Abstieg

Das sah auch Steininger so: "Wir hatten am Anfang Probleme, reinzukommen." Dazu zählten einige Fehlpässe im Aufbauspiel, wofür er als Zuschauer von der Bank aus aber Verständnis zeigte, denn: "Das kann passieren mit der Euphorie am ersten Spieltag." Dass im Team tatsächlich Euphorie herrscht nach der vergangenen Saison, mag einige verwundern. Auch die Fans – fast ausnahmslos waren alle Kleeblatt-Anhänger in Weiß erschienen – wiesen mit einer Choreografie auf der Nordtribüne noch einmal auf den Beinahe-Abstieg hin.

Zusammenhalt beschworen

Vorne standen Spruchbänder mit den Worten: "Wir standen vorm Abgrund, haben der dritten Liga ins Auge geseh’n. Doch solange wir hier zusammensteh’n, wird unser Kleeblatt niemals untergeh’n", dahinter ein riesiges, gruseliges Abstiegsgespenst mit den Wappen einiger Drittligisten.

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Ganz in Weiß: So marschierten die Kleeblatt-Fans zum ersten Heimsieg

Drei Punkte tun immer gut, vor allem, wenn sie vor eigenem Publikum eingefahren werden. Die SpVgg Greuther Fürth gewann am Samstag ihren Zweitliga-Auftakt mit 3:1 gegen den SV Sandhausen, für eine ganz besondere Atmosphäre sorgten die Anhänger der SpVgg, die ganz in Weiß gekleidet gemeinsam ins Stadion liefen - und dabei auch die Stadt in grünen Rauch hüllten.


Doch sie haben Wort gehalten und in der Vorbereitung trotz Torflaute in den vergangenen drei Testspielen etwas Neues aufgebaut. Denn Steininger durfte nach der ersten Partie der neuen Saison sagen: "Wir hatten bis in die zweite Halbzeit hinein leichte Probleme, aber dann haben wir es richtig gut gemacht und sind mega zurückgekommen. Das zeigt unseren Teamgeist und dass wir in der Vorbereitung gut gearbeitet haben. Uns ist die Luft halt nicht ausgegangen." Schon gar nicht dem Derbyhelden. 

Martin Schano Fürther Nachrichten E-Mail

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