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Glückliches Händchen: Radoki kitzelt Dursun erfolgreich

Das Kleeblatt bleibt im sechsten Spiel in Folge ungeschlagen - 15.03.2017 08:58 Uhr

Augen zu und Kontakt aufnehmen: Janos Radoki weiß offenbar, wie man mit Serdar Dursun umgeht.

Augen zu und Kontakt aufnehmen: Janos Radoki weiß offenbar, wie man mit Serdar Dursun umgeht. © Sportfoto Zink / WoZi


Sechs Partien in Folge hat die Spielvereinigung schon nicht mehr verloren. In der engen zweiten Liga kann ein derartiger Lauf psychologisch unheimlich wertvoll sein - denn mit jedem Tabellenplatz wächst Selbstvertrauen. Spieler wagen auf einmal Dinge, die sie bestenfalls an einem sonnigen Tag im Training ausprobieren.

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Hartes Stück Arbeit: Dursun verlängert die Derby-After-Hour

Eigentlich schienen Fürths Derby-Feierlichkeiten bereits beendet. Es sah in Sandhausen schlecht aus, das Kleeblatt lag bis kurz vor Schluss hinten. Doch dann präsentierte ein eingewechselter Sturmtank seine Kopfball-Qualitäten und rettete dem Radoki-Team am Hardtwald doch noch einen Punkt.


Vor allem auf Serdar Dursun trifft das zu. Und das ist Fluch und Segen zugleich bei dem 25-Jährigen. Sein Fallrückzieher zum 1:0 beim 4:1 gegen Hannover 96 vor fünf Wochen steht sogar zur Wahl zum "Tor des Monats" bei der ARD-Sportschau. Fortan aber plagte ihn eine Ladehemmung.

Wie am Kopfballpendel

"Seither habe ich nicht mal mehr einen Torschuss abgegeben", erinnert sich Dursun, der in jenem Spiel gegen seinen Ex-Klub sogar noch ein weiteres Mal traf, in vier Partien danach aber nicht mehr. Umso mehr ist er nun erleichtert über seinen Last-Minute-Coup in Sandhausen. In der 88. Minute köpfte Dursun den 1:1-Endstand – unbedrängt und technisch sauber wie im Training am Kopfballpendel.

Dabei hatte die Partie mit einer Enttäuschung begonnen: Zum zweiten Mal hintereinander ließ Trainer Janos Radoki seinen Stürmer auf der Bank schmoren, "um ihn zu kitzeln". Dursun hatte im Training plötzlich zu zaubern begonnen, anstatt sich auf seine Tugenden zu konzentrieren. "Er wusste, dass ihm die Klarheit fehlt", berichtet Radoki, "er muss einfach bleiben im Spiel."

Um darüber nachdenken zu können, durfte Dursun bereits im Derby erst am Ende ran. Und auch in Sandhausen musste er zunächst zuschauen, was wohl vor allem in der guten Anfangsphase der Fürther gar keine große Strafe war. "Als ich so von der Bank geguckt habe, dachte ich mir: Heute gewinnen wir das Spiel locker. Die waren unsicher und wir wussten das."

Im zweiten Anlauf klappt's

Doch als sich die Gäste das 0:1 fingen und das Ergebnis bis nach der Pause Bestand hatte, musste es doch wieder Dursun richten. Wobei er zunächst sogar die Skepsis seines Trainers bestätigte: Noch in der 67. Minute steckte der starke Adam Pinter als Ersatz für den ausgewechselten Robert Zulj durch auf Dursun, der alleine vor SVS-Keeper Marco Knaller tatsächlich lupfen wollte anstatt den Ball an ihm vorbeizuschieben. Ohne Erfolg.

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Solide Kleeblatt-Noten: Captain Caligiuri hebt den Schnitt

Gut begonnen, stark nachgelassen und am Ende doch noch einen Punkt geholt. So oder so ähnlich kann man den Kleeblatt-Auftritt in Sandhausen zusammenfassen. 1:1 hieß es aus Fürther Sicht dank eines eingewechselten Angreifers am Hardtwald. Und die Noten? Die sind zum Teil okay, zum Teil aber auch nicht.


"Ich hatte sehr viele Gedanken im Kopf, ab und zu geht er so rein", erinnert er sich. Ein bis zwei Minuten habe ihn das tatsächlich nachhaltig beschäftigt, doch dann zeigte er es seinem großen Kritiker Radoki. Der fühlte sich bestätigt in seiner Einschätzung: "Vielleicht ist das für ihn ein Hallo-Wach!" Nur wenn er die Schnörksel weglasse, "dann ist er stark".

Schon am Samstag muss Dursun wieder stark sein, zumal die Pässe in die Tiefe wohl wieder nicht von Robert Zulj kommen werden. Die Diagnose bei Fürths Zehner lautet Rippenprellung, sein Einsatz gegen Spitzenreiter VfB Stuttgart ist gefährdet. 

Martin Schano

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