Dienstag, 20.11.2018

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Handball: Aufschwung in Roßtal ohne Verrücktheiten

Der Trainer der Handballfrauen entwickelt das Team erneut weiter - 31.10.2018 13:02 Uhr

Die Roßtalerin Mareike Lunau holt aus, ihre Mitspielerin im Hintergrund hofft auf einen Einschlag im gegnerischen Tor. © Foto: Daniel Marr/Zink


Nach Ablauf der Saison 2017/18 standen die Roßtalerinnen in der Bezirksoberliga auf dem siebten Rang. Zahn stellte diese Platzierung verständlicherweise zufrieden – die beiden Jahre zuvor hatte der TSV den Abstieg nur am Grünen Tisch vermeiden können. Der Anspruch des 48-Jährigen bleibt es allerdings, Jahr für Jahr eine Entwicklung und eine damit verbundene bessere Punkteausbeute (21:23 in der vergangenen Spielzeit) einzufordern.

Verrückte Dinge hat er dafür in der Vorbereitung aber nicht angestellt. Drei der fünf Testspiele hat seine Mannschaft gewonnen, das Trainingslager hielt er im heimischen Roßtal ab.

Meilenstein Sportmeile

Deutlich mehr Kopfschmerzen bereitete dem Coach die Zusammenstellung des Kaders. Beide Außenpositionen galt es neu zu besetzen, weil zwei Stammspielerinnen ihre Handballschuhe an den Nagel gehängt hatten. Zahn stand so vor der Herausforderung, intern Lösungen zu finden und Spielerinnen für die vakanten Positionen umzufunktionieren.

Bei der Trainingsarbeit wird der einstige Roßtaler Kreisläufer von Thomas Köhler unterstützt, der eine Einheit pro Woche übernimmt. Im nahenden Winter hilft auch die im September eröffnete Sportmeile (FN berichtete), um die in der Vergangenheit stets angespannte Hallensituation zu entkrampfen. Es sei "ein großer Vorteil", wenn mehr Kapazitäten zur Verfügung stünden. Dabei denkt Zahn auch an die männliche A-Jugend, die er zuvor betreut hatte und die beispielsweise die vergangenen Jahre in den Wintermonaten nur eine Trainingseinheit pro Woche abhalten konnte.

Eine Bestätigung für seine gute Arbeit über den Sommer hinweg erhielt Zahn direkt am ersten Spieltag, das stets brisante Duell mit dem TSV Schnelldorf gewann sein Team mit 27:21. "Es ist immer eine Genugtuung, wenn man sieht, dass man in der Vorbereitung einiges richtig gemacht hat", erklärt der TSV-Coach.

Gebrauchter Tag im Derby

Konserviert hat seine Mannschaft diese Leistung allerdings nicht, denn das Derby bei der Bayernliga-Reserve der HG Zirndorf ging nur zwei Wochen später kräftig daneben. Die Geschichte des bitteren 16:32 an der Bibert sei schnell erzählt: "Es war ein gebrauchter Tag. Es lagen alle unter ihrem Leistungsvermögen. Fünf von sieben Siebenmetern wurden verworfen. Da hat schon alles zusammengepasst."

Die deutliche Niederlage hatte seine Mannschaft aber schnell aus den Kleidern geschüttelt. Dem vermeidbaren 21:22 gegen das noch immer ungeschlagene Wendelstein (10:0 Zähler) folgte ein 29:21-Erfolg bei der Landesliga-Reserve des Post SV Nürnberg. Mit drei Toren Rückstand war die Zahn-Sieben beim Aufsteiger in die Pause gegangen, um sich nach dem Wechsel stark zu steigern.

Nur sechs Gegentore ließ der TSV im zweiten Abschnitt zu. Das rang auch dem Roßtaler Trainer ein Lob ab: "Wenn wir so von der Einstellung her in der Abwehr agieren, ist es schon sehr schwer, aus dem Positionsangriff heraus gegen uns zu treffen." Dazu sei die Torhüterleistung ein bisschen besser als im Vorjahr. Barbara Zimmermann und Jessica Kaiser ergänzen sich gut zwischen den Pfosten und brauchen bei einer Einwechslung kaum Anlaufzeit, so Zahn weiter.

Die Stimmung weiter heben konnte der 22:12-Erfolg gegen den TSV Rothenburg am vergangenen Sonntag, Roßtal steht nun auf Rang vier mit 6:4 Punkten. In der vergangenen Spielzeit waren noch beide Duelle (17:19, 17:33) verloren gegangen. Sorgen hatte sich Zahn im Vorfeld noch gemacht, weil mit Spielmacherin Ricarda Spreiter eine absolute Stammkraft verletzungsbedingt ausgefallen war. "Wenn von der ersten Sechs eine Spielerin längerfristig fehlt, kann das ein Problem sein", weiß das Roßtaler Urgestein.

Bei der ausgeglichenen Liga könne sich das schnell bemerkbar machen. Vor allem, weil der TSV nicht ganz so breit wie die Konkurrenz aufgestellt ist. Aber: "Wenn wir von langwierigen Verletzungen verschont bleiben und 60 Minuten konstant Leistung abrufen, haben wir gute Chancen, mit allen Gegnern mitzuhalten", glaubt Zahn. Möglichst viele Gegner sollen das in dieser Saison noch zu spüren bekommen.

Ergebnis-Telegramm

Bayernliga, Frauen: HSG Fichtelgebirge – HG Zirndorf 23:29, Tabellenplatz 7; TSV Haunstetten II – MTV Stadeln 30:18, Tabellenplatz 10.

Landesliga, Männer: TSV Roßtal – HSG Lauf/Heroldsberg 31:30, Tabellenplatz 5.

Bezirksoberliga, Männer: MTV Stadeln – SC 04 Schwabach 25:28, Tabellenplatz 7; ESV Flügelrad – HG Zirndorf 22:25, Tabellenplatz 4; TSV Roßtal II – HSG Lauf/Heroldsberg II 22:28, Tabellenplatz 11.

Bezirksoberliga, Frauen: TSV Altenberg – TSV Wendelstein 30:31, Tabellenplatz 9; TSV Roßtal – TSV Rothenburg 22:12, Tabellenplatz 4. 

MAXIMILIAN SCHMIDT

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