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Johannis-Ringer auch im Kellerduell ohne Chance

Bundesligaschlusslicht blieb in der Vorrunde ohne Punkt - 07.10.2012 20:01 Uhr

Biegsam müssen Ringer schon sein: Akrobat Georgi Sredkov (links) kämpfte Ahmet Bilici nieder. © Roland Fengler


Es bleibt wohl dabei: Die Johanniser sind, bedingt auch durch die beispiellose Verletzungsmisere, in der Bundesliga Süd der Abstiegskandidat Nummer eins. Der Kader des Vereins, der finanziell auch nicht in Ansätzen mit den meisten seiner Ligakonkurrenten mithalten kann, ist unter diesen erschwerten Bedingungen nicht in der Lage, den etablierten und mit international erfolgreichen Ringern nur so gespickten etablierten Klubs Paroli bieten zu können. So zieren die Schützlinge des neuen Trainers Cornel Rusu nach dem Ende der Vorrunde ohne einen Zähler weiterhin das Tabellenende.

In der Rückrunde, wenn in den jeweils zwei unteren und oberen Gewichtsklassen die Stilarten getauscht werden, sahen die Johanniser bis jetzt immer besser aus. Auf diesen Stilartenwechsel hofft auch der kommissarische Abteilungsleiter Udo Schmitt: „Nächsten Samstag müssen wir nach Triberg. Aber die Woche darauf kommt der KSV Aalen, hoffentlich mit Tim Schleicher. Da wollen wir eine starke Mannschaft stellen.“ Aber letztlich werden die „07er“ eine Chance auf einen Punktgewinn erst haben, wenn sich die Lage an der Verletzungsfront wieder entspannt hat.

Auch gegen Hallbergmoos fehlten wegen ihrer Blessuren Christoph Pscherer, Fredrik Schön, Mario Besold sowie die Ersatzleute Franco Besold und Michael Lutz; zudem stellte sich Marco Dürmeier (Bänderanriss im rechten Knie) erneut angeschlagen in den Dienst der Mannschaft. Demgegenüber kamen die Gäste mit allen Assen (und fünf EU-Startern in der Mannschaft) und machten damit deutlich, dass sie den Kampf mit aller Macht gewinnen wollten. Selbst auf Robert Rosengren, der sich ebenfalls ein Band angerissen hatte, verzichteten die Oberbayern nicht, um ihren ersten Saisonsieg einzutüten.

Andererseits: Wie sich die zehn Johanniser, die letztlich auf die Matte gingen, der unvermeidlichen siebten Saisonniederlage entgegenstemmten, verdient wiederum großen Respekt. Vor nur noch knapp 300 Zuschauern – die rechte Stimmung wollte da nur selten aufkommen – gaben alle ihr Bestes, wobei sogar gleich im ersten Kampf (55kg/Freistil) der erst 16-jährige Marcel Sandeck bei seinem Erstligadebüt mit einem 3:0-Sieg über den gleichaltrigen, aber über fünf Kilogramm schwereren Manuel Striedl für eine positive Überraschung sorgte.

Auch Georgi Sredkov (96kg/Freistil) konnte sich mit einem 3:1 über Ahmet Bilici wieder in die Siegerliste eintragen. Ein Feuerwerk an Griffen bot Sven Dürmeier (66kgB/griechisch-römisch) bei seinem technisch-überlegenen 4:0-Triumph über Alexander Fritsch.

Nichts zu bestellen hatten Tim Stadelmann (gegen den übertrieben ungestümen Marcel Fornoff), Philipp Vanek, Christian Fochtler und Bastian Wohlfahrt. Fabian Schmitt machte es dem EU-Ringer Marcin Kunysz in drei knappen Runden schwer, der erhoffte Coup gelang ihm allerdings nicht. Dafür hätte Matthias Baumeister gegen Rosengren um ein Haar eine weitere Überraschung geschafft. Da der Gästeringer zwar drei Runden gewinnen konnte, in der Bodenlage aber nur darauf aus war, keine Wertung abzugeben und selbst ohne technische Wertung blieb, wurde dieser Kampf nur mit 1:0 für den Favoriten gewertet.

Hohe Niederlage für die Reserve beim Spitzenreiter

Mit einem 28:8-Sieg über die zweite Mannschaft der SV Johannis 07 unterstrich der FC Erzebirge Aue am Samstagabend seine Ambitionen auf die Meisterschaft in der zweiten Bundesliga Nord und den Aufstieg ins Oberhaus. Für die Johanniser Gäste ging an diesem Abend so ziemlich alles schief: Nur Deniz Menekse und Stoyan Iliev (je 4:0) konnten gewinnen, zudem gab es in Furkan Celik einen weiteren Verletzten zu beklagen.

Kampfverlauf, bis 55kg (Fr.): Sandeck (J) 3:0-PS (2:1, 2:1, 2:0) über Striedl (H) – Stand: 3:0; bis 120kg (gr.): Ezerskis (H) 4:0-TüPS (3:0, 4:1, 6:0) über Vanek (J) – Stand: 3:4; bis 60kg (gr.): Kunysz (H) 3:0-PS (1:0, 3:0, 1:0) über F. Schmitt (J) – Stand: 3:7; bis 96kg (Fr.): Sredkov (J) 3:1-PS (3:1, 0:1, 2:0, 1:0) über Bilici (H) – Stand: 6:8; bis 66kgA (Fr.): Fornoff (H) 4:0-TüPS (6:0, 5:1, 5:0) über T. Stadelmann (J) – Stand: 6:12; bis 84kgB (gr.): Rosengren (H) 1:0-PS (0:4, 1:0, 1:0, 1:0) über M. Baumeister (J) – Stand: 6:13; bis 66kg B (gr.): S. Dürmeier (J) 4:0-TüPS (7:0, 5:0, 2:0) über Fritsch (H) – Stand: 10:13; bis 84kgA (Fr.): Xenidis (H) SS nach 1:42 Min. (6:0, 4:0) über B. Wohlfahrt (J) – Stand: 10:17; bis 74kgA (Fr.): Aydin (H) 4:0-TüPS (6:0, 4:1, 8:0) über Fochtler (J) – Stand: 10:21; bis 74kgB (gr.): Prill (H) 3:0-PS (2:0, 1:0, 2:0) über M. Dürmeier (J) – Endstand: 10:24 – Kampfrichter: Schneider (KSV Lauffen/Württemberg) / Zuschauer: 300.

Bundesliga Süd: SV Johannis 07 – SV Hallbergmoos 10:24, SV Triberg – Germania Weingarten 13:20, KSV Aalen – TuS Adelhausen 19:21, ASV Nendingen – Wacker Burghausen 26:10.

1. ASV Nendingen 176:7512:2
2. Germania Weingarten 151:9512:2
3. TuS Adelhausen 151:11010:4
4. KSV Aalen 126:1307:7
5. SV Triberg 128:1266:8
6. Wacker Burghausen 114:1396:8
7. SV Hallbergmoos 101:1503:11
8. SV Johannis 07 68:1900:14
 

2.Bundesliga Nord: FC Erzgebirge Aue – SV Johannis 07 II 28:8, SC Unterföhring –
AVG Markneukirchen 22:16, KAV Mansfeld – WKG Pausa/Plauen 25:10, RSV Greiz –
AC Werdau 31:7, AVG Markneukirchen – RSV Greiz 14:21 / Tabellenspitze: 1. FC Erzgebirge Aue 145:65/12:0, 2. SC Unterföhring 128:90/10:2, 3. KAV Mansfeld 141:104/9:5, 4. SV Johannis 07 II 135:83/8:4. 

Hermann Hempel

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