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Johanniser Ringer unterlagen zum Auftakt Triberg mit 12:26

Am Zesigweg wartet noch eine Menge Arbeit - 02.09.2012 15:11 Uhr

Da war die Ringer-Welt am Zeisigweg noch in Ordnung. Der Johanniser Tim Stadelmann zwang seinen Gegner Marin Filip nach nur eineinhalb Minuten Kampfzeit auf die Schultern. © Roland Fengler


War allein die Tatsache, dass man gegen die Schwarzwälder zu Hause verloren hat, schon schmerzhaft, so lässt die Höhe des Ergebnisses neben der Pein auch noch Sorgen aufkommen. Abteilungsleiter und Pressesprecher Udo Schmitt hatte Triberg vor dem Saisonbeginn noch auf der Liste der Mannschaften, die man schlagen müsse – und könne –, um das Ziel Klassenerhalt in der 1. Bundesliga zu realisieren. Diese Vorgabe blieb am Samstag vor 600 Zuschauern schon einmal nicht erfüllt. Zwei von zehn Kämpfen gewonnen, den Rest mehr oder minder klar verloren – keine Bilanz, die man sich wünscht.

Hinzu kommt, dass die Athleten vom Zeisigweg gegen Triberg teilweise einen katastrophalen konditionellen Eindruck hinterließen. Ging ein Kampf zu Ende, saß oder lag mancher Akteuer heftig pumpend auf der Matte. Negativer Höhepunkt war ein Kreislaufkollaps von Marco Dürmeier in der vorletzten Runde gegen den Triberger Viorel Ghita. Der Johanniser fiel nach vorne auf die Matte, und es sah so aus, als hätte er kurzzeitig das Bewusstsein verloren. Helfer kümmerten sich zwar sofort um ihn, aber an eine Weiterführung des Kampfes war nicht mehr zu denken. Abteilungsleiter Schmitt hatte die Erklärung parat: „drei Wochen Urlaub in Thailand und nur eineinhalb Wochen Vorbereitung.“ Auf den neuen Trainer Cornel Rusu aus Rumänien wartet noch eine erschreckende Menge Arbeit.

Angefangen hatte der Abend am Zeisigweg so, wie es sich die Fans in der Halle gewünscht hatten. Tim Stadelmann, derzeit wohl größtes Talent in den Johanniser Reihen, konnte schon nach eineinhalb Minuten einen Schultersieg über Marin Filip feiern. Ein ganz feiner Erfolg auf höchstem Ringerniveau. Im darauffolgenden Gefecht zeigte Nürnbergs Fredrik Schön gegen Eduard Popp, dass ein Erfolg zwar etwas länger dauern, aber nichtsdestotrotz Euphorie hervorrufen kann. Nach Schöns 13:5-Punktsieg lagen die Gastgeber mit 7:2 in Front, und es sah alles so aus, als würde es nach Wunsch verlaufen.

Doch dann begann die Leidenszeit der „Grizzlys“. Kein Sieg mehr, kein Grund zum Jubeln mehr, nur noch Ringerfans, die immer leiser wurden. Dass die Johanniser nicht wollten, darf man nicht unterstellen. Das belegen manch knappe Endergebnisse wie das von Neuzugang Georgi Sredkov, der dem Triberger Kenan Gör mit 2:3 unterlag. Aber gerade von dem Bulgaren hatte man sich mehr erhofft. Mag er in seinem Heimatland Spitze sein, für einen Bundesligakampf in Deutschland reicht das, was er am Samstag zeigte, einfach nicht.

So blieb am Ende die Erkenntnis, dass der Weg zum Klassenerhalt in diesem Jahr wohl schwerer wird, als sich die Verantwortlichen am Zeisigweg das gedacht hatten. Das hat auch Udo Schmitt registriert und hofft jetzt darauf, dass die Mannschaft sich „nach zwei bis drei Wochen gefunden hat und anders auftritt“. Außerdem bleibt noch der Stilwechsel in der Rückrunde, der den „Grizzlys“ mehr Chancen geben soll. Aber im Ringersport hilft Glauben nicht weiter. Da müssen Erfolge her, die im wahrsten Sinne des Wortes schwer erkämpft werden müssen. Dieser Weg wird nach dem Auftritt vom Samstag für die SV Johannis 07 steinig.

Kampfverlauf, bis 55 kg (Fr.): Stadelmann (J) SS nach nach 1:31 über Filip (T) – Stand 4:0; bis 120 kg (gr.-r.): Schön (J) 13:5-PS über Popp (T) – 7:2; bis 60 kg (gr.-r.): Leciu (T) 6:0-PS (1:0, 3:0, 2:0) über Schmitt (J) – 7:5; bis 96 kg (Fr.): Gör (T) 3:2-PS (1:0, 1:0, 0:1, 1:0, 1:0) über Sredkov (J) – 9:8; bis 66 kg (Fr.): Sava (T) 14:0-TüPS über Besold (J) – 9:12; bis 84 kg (gr.-r.): Rotter (T) 3:0-PS (1:0, 1:0, 1:0) über Baumeister (J) – 9:13; bis 66 kg (gr.-r.): Julfalakyan (T) – 6:6-PS (0:1, 0:3, 1:0, 2:0, 3:2) über S. Dürmeier (J) – 11:16; bis 84 kg (Fr.): Kaufmehl (T) 5:2-PS (3:1, 1:0, 0:1, 1:0) über Pscherer (J) – 12:19; bis 74 kg (Fr.): Ghita (T) AS nach 7:10 über M. Dürmeier (J) – 12:23; bis 74 kg (gr.-r.): Rotter (T) 6:0-PS (4:0, 1:0, 1:0) über Klopf (J) – Endstand 12:26 / Mattenleiter: Senn (Ehningen) / Zuschauer: 600.

Bundesliga, 1.Kampftag, Gruppe Süd: SV Johannis 07 – SV Triberg 12:26, Wacker Burghausen – SV Hallbergmoos 24:12, TuS Adelhausen – ASV Nendingen 17:18, Germania Weingarten – KSV Aalen 23:12 / Gruppe Nord: WKG Leipzig-Taucha – 1.Luckenwalder SC 7:29, TKSV Bonn-Duisdorf – ASV Mainz 16:22, SV Luftfahrt Berlin – KSV Köllerbach 7:25, RWG Mömbris-Königshofen – AC Lichtenfels 29:5.

Auftaktpleite auch für die 2. Mannschaft

Auch der Auftakt der 2. Mannschaft im Kampf der 2. Bundesliga ging am Samstag in die Hose. Die SV Johannis II unterlag dem RSV Rotation Greiz mit 15:22. Sieger auf Nürnberger Seite waren Marcel Sandeck (55 kg, Freistil), Deniz Meneske (60 kg, griechisch-römisch), Furkan Celik (66 kg, Freistil), der ohne Gegner war, und Phillipp Vanek (120 kg, griechisch-römisch). Herausragend war der Erfolg von Sandeck, der den wesentlich höher eingeschätzten Greizer Merlin Sewina klar mit 10:2 Punkten besiegte. 

Thomas Siermann

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