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Nullnummer! Club punktet auf St. Pauli, verliert aber Ishak

Stürmer muss nach Pfostentreffer runter - Bredlow pariert mehrmals bravourös - 12.02.2018 22:21 Uhr

Abturn auf St. Pauli: Mikael Ishak platzierte den Ball erst an den rechten Pfosten, musste kurz darauf aber mit einer Innenbandverletzung vom Feld. © Sportfoto Zink / DaMa


Knapp zwei Monate hatte der 1. FC Nürnberg zuletzt und nur unterbrochen von einer kurzen Winterpause damit zugebracht, sich an allen Enden des Fußball-Landes vorzustellen. Der Eindruck, den man dabei hinterließ, war durchaus gut nach Besuchen im Westen (2:0 bei Fortuna Düsseldorf), im Südwesten (1:1 beim 1. FC Kaiserslautern) und im Osten (1:0 bei Union Berlin). Belohnen wollte man sich nun beim abschließenden Ausflug in den Norden mit der Tabellenführung. Die Voraussetzung: ein Sieg beim zuletzt nicht sonderlich furchteinflößenden FC St. Pauli aus Hamburg.

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Ohne Tor am Millerntor: Bredlow hält den Club-Punkt fest

Es war die erwartet intensive Partie für den 1. FC Nürnberg, der sich am Montagabend die Tabellenführung erkämpfen wollte. Beim FC St. Pauli verlor der Club aber zunächst seinen Top-Stürmer, wenig später auch den Vorteil auf dem Platz - und durfte sich am Ende bei seinem Keeper bedanken, dass es noch zum Punktgewinn reichte.


Gelungen ist das nicht. Vor 29.313 musste der 1. FC Nürnberg beim 0:0 hart arbeiten für den einen Punkt, der immerhin den Rückstand auf Fortuna Düsseldorf an der Tabellenspitze auf zwei Punkte verkürzt. In einer unterhaltsamen Partie mussten die Nürnberger allerdings bereits in der ersten Halbzeit den verletzungsbedingten Ausfall ihres Angreifers Mikael Ishak verkraften. Eine genaue Diagnose stand am Abend allerdings noch aus.

Auf personelle Wechsel hatte Nürnbergs Trainer Michael Köllner beim Gastspiel am Millerntor im Vergleich zum 4:1 gegen Erzgebirge Aue zu Beginn noch verzichtet, es saß also auch der genesene Georg Margreitter erst einmal nur auf der Bank. Von dort aus sah er eine Nürnberger Mannschaft, die mit einer Viererkette verteidigte, das aber nicht durchgängig als ihre Pflicht ansah, manchmal auf nur drei Verteidiger vertraute. Ähnlich variabel ging es in der Offensive zu, wo Eduard Löwen immer mal wieder an der Seite der beiden Angreifer Mikael Ishak und Federico Palacios auftauchte.

Allagui probiert's früh 

Es entwickelte sich so eine Partie, in der die Gäste sehr souverän in den langen Phasen eigenen Ballbesitzes aussahen, in der St. Pauli mit schnellen Angriffen aber immer wieder gefährlich wurde. Bereits in der ersten Minute prüfte Sami Allagui so Fabian Bredlow mit einem Distanzschuss, stellte den Nürnberger Torhüter aber vor keine größere Herausforderung. Acht Minuten später schoss Allagui noch einmal über das Tor – sonderlich zwingend war auch der Auftritt der Hamburger nicht, die kaum die Zeit und den Raum für überlegtes Offensivspiel fanden.

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Pauli-Punkt: Die Noten für den Kampf-auf-dem-Kiez-Club!

Der Club hat auf St. Pauli die Spielkontrolle, verzeichnet in Hamburg zudem den ersten Hochkaräter, der für Nürnbergs besten Stürmer aber Folgen hat. Danach erarbeiten sich die Braun-Weißen ein Chancenplus, doch ein großartiger Fabian Bredlow sichert dem FCN einen Punkt im fußballdeutschen Freudenhaus. Hier kommen die Noten der Club-Jungs!


Als nach 20 Minuten der Club einmal eher konventionell nach vorne spielte und Ishak nach einer Hereingabe von Hanno Behrens auf das Tor köpfte, verhinderte nur der Pfosten die Nürnberger Führung. Ishak scheiterte auch mit seinem Nachschuss und musste kurz darauf verletzt vom Platz gehen. Vermutet wurde eine Innenbandverletzung im linken Knie, eine genauere Diagnose stand am Abend allerdings noch aus. Für Ishak kam Tobias Werner in die Partie, der sich ähnlich spektakulär einführte: mit einem Foul und einer Gelben Karte. In der kurzen Phase vor Werners Einwechslung und in Hamburger Überzahl verhinderte wieder Bredlow reaktionsschnell am Boden liegend das 0:1.

Leibold rettet - Bornemann prophezeit Geduldsspiel 

Zumindest ein wenig beeindruckt zeigte sich der 1. FCN in der Folge vom Ausfall seines treffsichersten Angreifers. St. Pauli gestaltete die Partie nun etwas ausgeglichener, auch wenn die Gäste nach wie vor einen Großteil der Partie in Ballbesitz verbrachten. Kurz vor der Pause verhinderte dann der kleine Tim Leibold einen zu diesem Zeitpunkt noch unverdienten Rückstand, als er nach einem Eckstoß den Kopfball von Waldemar Sobota auf der Torlinie ebenfalls per Kopf ins Spiel zurück beförderte. "Es wird ein Geduldsspiel", sagte während der Unterbrechung Nürnbergs Sportvorstand Andreas Bornemann, "man sieht hier, wie eng die Liga ist."

Kurz darauf wurde es tatsächlich eng für seine Mannschaft: Ein Freistoß von Aziz Bouhaddouz, der mit einer ähnlichen Übung schon im ersten Durchgang auffällig geworden war, landete nach 49 Minuten an der Latte des Nürnberger Tores. In der Folge tat sich Nürnberg immer schwerer mit dem überlegten Auftritt der ersten 45 Minuten und St. Pauli erkämpfte sich bis zur 60. Minute seinerseits Vorteile. Es war nun endgültig eine ausgeglichene Partie geworden, allerdings meldete sich nun seinerseits der Club mit Kampfgeist bald zurück.

Bredlow, Bredlow, Bredlow 

Dass ein Treffer die Partie nun entscheiden würde, war allen Beteiligten in der Schlussviertelstunde klar – allerdings scheiterte da erst Bouhaddouz aus fünf Metern am glänzend reagierenden Bredlow (78.) und kamen dann auf der Gegenseite erst Palacios und dann Erras nicht zwingend zum Abschluss. So stand am Ende ein Unentschieden der sehr unterhaltsamen Art - wer den 1. FC Nürnberg deshalb bald wieder live Fußball spielen sehen will, muss immerhin nicht weit fahren: Am Sonntag kommt der MSV Duisburg ins Max-Morlock-Stadion.

FC St. Pauli: Himmelmann - Park, Sobiech, Avevor, Buballa - Nehrig - Neudecker (82. Kalla) - Dudziak, Sobota - Allagui (70. Diamantakos), Bouhaddouz (90. +1 Flum)

1. FC Nürnberg: Bredlow - Löwen (Stefaniak 75.), Ewerton, Mühl - Valentini, Erras, Leibold - Möhwald, Behrens - Palacios (89. Petrak), Ishak (26. Werner) 

Tore: | Gelbe Karten: Nehrig - Werner, Ewerton, Valentini | Schiedsrichter: Zwayer (Berlin) | Zuschauer: 29.313.

+++ Der Live-Ticker zum Nacharbeiten +++ 

Fadi Keblawi

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