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Stabil und effektiv: Der Club schlägt Hannover mit 2:0

Matavz und Burgstaller treffen - Kirschbaum pariert Elfmeter - 23.10.2016 15:21 Uhr

Tim Matavz schießt den Club in Führung. © Sportfoto Zink / MaWi


Als der Gast des Tages etwa eine halbe Stunde vor dem Anstoß in den Stadion-Innenraum zum Fernsehinterview schritt, gab es einige Pfiffe und Buh-Rufe. Den meisten Zuschauern war die Rückkehr Martin Baders an seine frühere Wirkungsstätte aber wohl einigermaßen egal. Dass sich sein alter und sein neuer Verein jetzt in der Zweiten Liga begegnen, entbehrt nicht einer gewissen Ironie, sowohl mit dem 1. FC Nürnberg (Mai 2014) als auch zwei Jahre später mit Hannover 96 ist er abgestiegen.

Am Sonntagnachmitag sind die Niedersachsen ihrem großen Ziel Wiederaufstieg nicht unbedingt näher gekommen, der Club dagegen darf sich nach dem 2:0 (2:0)-Erfolg zumindest wieder am oberen Tabellendrittel orientieren. Tim Matavz (4.) mit seinem vierten und Guido Burgstaller (21.) mit seinem achten Saisontreffer sorgten gleich für ausgezeichnete Stimmung im Stadion. Nach einer der besten Halbzeiten der bisherigen Zweitliga-Runde sorgte Torwart Kirschbaum im zweiten Durchgang mit einem gehaltenen Elfmeter für die Entscheidung (72.)

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Nette Club-Noten! Kirschbaum bleibt der Klassenbeste

Der 1. FC Nürnberg bleibt in der Erfolgsspur. Beim 2:0-Heimsieg gegen Hannover überzeugte der FCN in der ersten Hälfte mit Effizienz und im zweiten Durchgang mit seinem formstarken Keeper! Die Noten? Die sind dementsprechend.


Wie erwartet hatte Alois Schwartz seine Elf im Vergleich zum 3:0 in Karlsruhe eine Woche davor nicht verändert, was sich positiv auswirken sollte. Allmählich passen die internen Abläufe. Wie in der 4. Minute, als Tobias Kempe auf der rechten Seite wunderbar eingesetzt worden war und nach einem Haken im Strafraum auch zum Abschluss kam. Torwart Samuel Sahin-Radlinger, der 2014/2015 auch schon mal das Club-Trikot getragen hatte, ließ die Kugel nach vorn abprallen, Matavz bedankte sich auf seine Art.

Das frühe 1:0 tat den Gastgebern richtig gut, die fortan kompakt verteidigten und nach Ballgewinnen schnell umschalteten. Genau so entstand das 2:0: Petrak setzte sich in der eigenen Platzhälfte energisch durch, über Matavz landete der Ball bei Möhwald, der mit seiner Flanke Burgstaller fand – Kopfball, Tor, nicht wenige Zuschauer rieben sich verdutzt die Augen.

Auf der anderen Seite fanden die hoch gewetteten Hannoveraner nur ganz selten einen Weg in den Strafraum und versuchten es stattdessen aus der Distanz. Maiers Schuss fischte Kirschbaum aus dem unteren Eck, der Ex-Fürther Prib setzte einen Freistoß knapp am rechten Pfosten vorbei. Viel mehr brachten die 96er vor der Pause offensiv nicht zustande – das Verdienst von elf aufmerksamen und hoch motivierten Nürnbergern. Die bis dahin beste Möglichkeit zum Anschlusstreffer bot sich drei Minuten nach Wiederbeginn dem eingewechselten Harnik, Kirschbaum reagierte beim Kopfball des Österreichers aus wenigen Metern jedoch bravourös.

Als Innenverteidiger Bulthuis in der 52. Minute mit muskulären Problemen vom Platz musste, ging auch etwas die Ordnung verloren in Nürnbergs Defensivverbund. Ersatzmann Mühl führte sich gleich mit einem harten Foul gegen Maier ein, bekam seine Nerven aber relativ schnell wieder in den Griff.  Das war auch nötig, denn die Gäste riskierten angesichts des Rückstands nicht nur personell deutlich mehr – mussten aber zugleich höllisch aufpassen, nicht in den nächsten, wohl entscheidenden Konter zu laufen.

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Tore, Paraden, Buh-Rufe: Club ist auch von 96 nicht zu stoppen

Das Nürnberger Erfolgsrezept ist ganz einfach: Vorne treffen Matavz und Burgstaller. Und hinten hält Kirschbaum sein Tor sauber. Auch Bundesligaabsteiger Hannover 96 holte gegen den wiedererstarkten Club keine Punkte. Martin Bader musste bei seiner Rückkehr mit Buh-Rufen leben.


Eng hätte es trotzdem noch werden können. Nach einem Foul von Brecko an Klaus deutete Schiedsrichter Jöllenbeck auf den Elfmeterpunkt, Kirschbaum parierte den von Albornoz' platzierten Versuch jedoch glänzend. Schon vor sieben Tagen in Karlsruhe hatte Nürnbergs neue Nummer eins einen Elfmeter gehalten, damals beim Stand von 0:0.

Keiner personifiziert den Aufwärtstrend wohl besser als der lange verkannte Torwart – den noch Martin Bader verpflichtet hatte. Einen Dank für diesen Transfer bekam er von den Club-Fans an diesem Nachmittag allerdings nicht. Stattdessen musste er sich "Bader raus"-Rufe aus der Nordkurve anhören.

+++Hier gibt's das Spiel zum Nachlesen+++

1. FC Nürnberg: Kirschbaum - Brecko, Hovland, Bulthuis (52. Mühl), Sepsi - Behrens, Petrak - Kempe, Möhwald (67. Leibold), Burgstaller (90+2 Kammerbauer) - Matavz

Hannover 96: Sahin-Radlinger - Albornoz, Strandberg, Bakalorz, Sorg (46. Felipe) - Prib, Sané, Maier (67. Karaman), Klaus - Anton, Sobiech (46. Harnik)

Tore: 1:0 Matavz (4.), 2:0 Burgstaller (21.) | Gelbe Karte: Bakalorz (19.), Anton (40.), Klaus (42.), Strandberg (48.), Brecko (72.) Mühl (53.), 81. Petrak | Besondere Vorkommnisse: Kirschbaum hält Foulelfmeter von Bakalorz| Schiedsrichter: Jöllenbeck (Freiburg)| Zuschauer: 27.387. 

Wolfgang Laass, fr

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