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Trotz Kritik: Bader hält an Stadionidee fest

Neubau oder Umbau: "Konkurrenzfähigkeit" ist die Prämisse - 22.02.2013 13:29 Uhr

Macht sich Gedanken um die künftige Spielstätte des FCN: Sportvorstand Martin Bader. © Eduard Weigert


Der neidische Blick von Martin Bader geht nach Mainz. Dort wurde im Jahr 2009 auf Drängen des Präsidenten Harald Strutz mit dem Bau eines neuen Stadions begonnen. Kein Luxus, vielmehr die Bedingung um in den nächsten Jahren wirtschaftlich konkurrenzfähig bleiben zu können. Heute spielt Mainz 05 in der Coface-Arena, wird an den Einnahmen beteiligt und kann in Planungen- und Gedankenspielen mitreden. Etwa 60 Millionen Euro hat der Neubau der Multifunktions-Arena gekostet, ein Versprechen an die Zukunft.

"Mainz ist uns um Längen voraus. Warum? Weil sie jeden Cent der Einnahmen bekommen", erklärt Martin Bader. Auch in Bremen oder Stuttgart gingen die Verantwortlichen langfristige Planungen zur Spielstätte ähnlich an. Der 1. FC Nürnberg bekomme beispielsweise "keinen Cent aus der Vermarktung der Namensrechte", sagt Bader. "Wir wollen und müssen in dieser Liga konkurrenzfähig bleiben." Zwei Szenarien werden derzeit durchgespielt. Etwa der Umbau des jetzigen Grundig-Stadions, das noch immer von einer Leichtathletik-Laufbahn umgeben ist. Aber auch ein Neubau sei denkbar. Ein eigenes Stadion sei zwar nicht alleine, aber mit Hilfe der Stadt Nürnberg, des Freistaates Bayern und einigen Sponsoren zu stemmen.

Bereits in der Vergangenheit wagte Bader ähnliche Vorstöße, bekam aber immer wieder Verweise auf fehlende Finanzmittel. "Das Stadion ist zur Fußball-WM 2006 für 55 Millionen Euro umgebaut worden - dieses Geld muss erst refinanziert werden", erklärt Gerhard Albert, Zweiter Werksleiter der Betreibergesellschaft und persönlicher Mitarbeiter von Sport-Bürgermeister Horst Förther.

Der Club-Vorstand will trotz aller Kritik eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben. "Mir geht es darum, dass wir mit der Stadt gemeinsam in die Betreibergesellschaft kommen", erklärt der 45-Jährige. "Wir können nicht einmal beim Umbau eines Blockes mitsprechen." Der Bau eines eigenen Stadions oder etwa der eigenforcierte Umbau des Stadions würde die Position des Clubs erheblich verbessern. Betreiber des Stadions ist der Baukonzern Hochtief und die Stadt Nürnberg.

Hoffnungen der Fans auf ein "Max-Morlock-Stadion" zerschlug Bader allerdings. "Ob der Name des Stadions vermarktet wird, hängt davon ab, wie sich Einnahmen und Ausgaben gegenüberstehen. Ich wecke keine Hoffnungen, weil es nicht realistisch ist - will aber auch nichts ausschließen", erklärt der 45-Jährige

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Als das Nürnberger Stadion einmal Victory-Stadium hieß

Das "Max-Morlock-Stadion", der oft geäußerte Wunsch vieler Club-Fans, ist Realität geworden. Die Arena des Altmeisters ist nun nach der Vereinsikone, die Deutschland 1954 in Bern zum Weltmeister machte und für den FCN über 22 Jahre lang Treffer an Treffer reihte, benannt. Doch wie hieß die Spielstätte der Rot-Schwarzen eigentlich früher? Auf jeden Fall vielversprechend: Ausgerechnet Victory-Stadium tauften sie die Amis nach dem Zweiten Weltkrieg.


Dass die Finanzierung klappen kann, zeigt das Beispiel der Coface-Arena. Das Finanzierungsmodell sieht vor, dass sich Land und der Verein mit jeweils 7,5 Millionen Euro an dem Projekt beteiligen. Fünf Millionen Euro steuerte die Stadt über den "Landeshauptstadtzuschuss" bei. Die noch fehlenden 40 Millionen Euro stottert Mainz 05 als Kommunalkredit ab. Je nach Ligazugehörigkeit werden jährlich 3,3 beziehungsweise 2,2 Millionen Euro fällig. Auch hier können die Rheinländer als Vorbild dienen.
  

Tobias Lang

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