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Wanik Awdijan eifert als Profiboxer Vater Alexander nach

Raus aus dem Schatten des Erzeugers - 14.09.2012 17:36 Uhr

Tipps vom Papa sind Gold wert: Awdijan junior trainiert mit seinem berühmten Vater Alex in dessen Boxstudio am Kohlenhof.


Morgens Joggen, dann Krafttraining, Schattenboxen und abends technische Feinarbeit und Sparring – viel Freizeit hat der junge Athlet nicht, der nebenbei im Sportstudio seines Vaters mitarbeitet. Zunächst baute er Kondition und Kraftausdauer auf, inzwischen stehen vermehrt Schnelligkeit und Explosivität auf dem Trainingsplan. Auch in Sachen Ernährung ist der 17-Jährige konsequent: Statt Burger und Pommes stehen Gemüse, mageres Fleisch und Pasta auf dem Tisch. „Alkohol und Zigaretten sind für mich eh kein Thema“, sagt er.

Mit seinen 17 Lenzen ist Wanik Awdijan Deutschlands jüngster Boxprofi. „Eigentlich darf man erst mit 18 Jahren ins Profilager wechseln, ich habe aber eine Ausnahmegenehmigung bekommen“, sagt er. Er tritt für den Bund Deutscher Berufsboxer (BDB) in den Ring, für den sein Vater und Trainer viele Jahre als Profi kämpfte.

Mit dem Boxen hat Wanik Awdijan bereits als kleiner Junge angefangen – was bei der Karriere seines Vaters nicht ganz verwunderlich ist: Alexander Awdijan wurde 2007 Weltmeister im Supermittelgewicht und hatte einen Vertrag bei der Boxlegende Don King. Nach seiner Profikarriere eröffnete er ein Kampfsport- und Fitnessstudio am Kohlenhof. „Wenn mein Vater joggen war, bin ich mit den Inlineskates hinterhergefahren, und beim Schattenboxen vor dem Spiegel habe ich auch mitgemacht“, erinnert sich der Sohn an seine Kindheit.

Bis vor einem Jahr habe er die Boxhandschuhe allerdings nur aus Spaß geschnürt – auch wenn er schon als Schüler als großes Talent galt: Reihenweise habe er ältere und erfahrenere Athleten vermöbelt, erzählt sein Vater. Vor einem Jahr entschied sich Wanik Awdijan, aus dem Hobby einen Beruf zu machen. „Amateurboxen war nichts für mich. Ich will nicht mit Kopfschutz kämpfen“, sagt der 17-Jährige. Auch die Ringrichter seien nicht immer ganz unparteiisch, und schließlich fehle es dem Amateursport an öffentlicher Aufmerksamkeit.

Zumindest an Letzterem mangelt es im Profibereich nicht: Das Fernsehen überträgt wichtige Kämpfe, und auch bei kleineren Wettkämpfen sind die Hallen gut gefüllt. Bei Wanik Awdijans erstem großen Kampf im Mai in Nürnberg schauten rund 700 Boxbegeisterte zu. Bei dem Kampf ohne Wertung schlug der Nürnberger den 24-jährigen Profi Sati Dogan, der bereits 13 Kämpfe absolviert hat, in der zweiten Runde k.o. „Er ist sehr vielseitig und schlägt schnell. Er ist noch aggressiver als ich es damals war“, lobt sein Vater. Mit seinen 17 Jahren sei er so gut wie manche Profis mit Mitte 20.

Aggressiv, schnell, technisch versiert: Wanik Awdijan ist Deutschlands jüngster Profiboxer. Man sagt ihm großes Talent nach. © Roland Fengler


Auch wenn er im Ring sehr aggressiv wirke, sei er im normalen Leben ein ruhiger und ausgeglichener Mensch, sagt Wanik Awdijan. „Ich mache mir keinen Stress.“ Lampenfieber kenne er nicht. „Mein Vater war vor meinem Kampf im Mai aufgeregter als ich“, sagt er. In einigen Jahren will er seine Karriere als Boxer in den USA fortsetzen, das hat sich der 17-Jährige als großes Ziel gesetzt. „Der Sport ist dort viel verbreiteter, es gibt mehr öffentliches Interesse und mehr Sponsoren“, sagt Wanik Awdijan.

Bis dahin will sich der Nürnberger mit einigen Siegen in die Top 100 der Weltrangliste vorkämpfen. Am 13.Oktober hat er bei seinem ersten Profikampf dazu Gelegenheit. Wer sein Gegner im Ring sein wird, steht noch nicht fest. 

Clara Grau

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