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Weltmeister Anand grüßt weiter vom Schach-Thron

Favorisierter Titelverteidiger siegt im Tiebreak - 30.05.2012 15:54 Uhr

Viswanathan Anand (rechts) gab bei der Entscheidung um den WM-Titel dem Israeli Boris Gelfand das Nachsehen.

Viswanathan Anand (rechts) gab bei der Entscheidung um den WM-Titel dem Israeli Boris Gelfand das Nachsehen. © dpa


Bei den vier Schnellschach-Partien wurde am Mittwoch in Moskau mit verkürzter Bedenkzeit gespielt. Nach zwölf regulären Runden hatte es zwischen den beiden Großmeistern 6:6 gestanden. Der 42 Jahre alte Anand verteidigte damit zum dritten Mal den WM-Titel, den er 2007 bei einem Turnier in Mexiko gewonnen hatte.

Im Stechen des hartumkämpften, aber nicht immer hochklassigen Zweikampfs in der Moskauer Tretjakow-Galerie spielte Anand seine große Erfahrung im Schnellschach aus. Der Bundesligaspieler der OSG Baden-Baden gilt als weltbester Spezialist in dieser Variante. Er zwang in der zweiten Partie mit Weiß seinen ein Jahr älteren Gegner nach 77 Zügen zur Aufgabe. Die drei anderen Partien endeten jeweils mit einem Remis, wobei Gelfand trotz großer Bemühungen seine Chancen mit den weißen Figuren nicht nutzen konnte. Alle vier Spiele mit verkürzter Bedenkzeit verliefen turbulent und boten mehr Spannung als die meisten der regulären Partien des Matchs.

Mehrere Beobachter hatten den zähen WM-Verlauf kritisiert. Zehn der zwölf Spiele endeten mit einem Remis, den Überraschungssieg von Gelfand in der siebten Runde konterte Anand umgehend mit einem Erfolg im achten Durchgang. Er wird als die kürzeste gespielte WM-Partie in die Schach-Geschichte eingehen. Trotz seines letztlich verdienten WM-Sieges wirkte Anand nicht so stark wie etwa 2008 bei seinem Erfolg gegen Wladimir Kramnik (Russland) in Bonn. Der Inder, der 2000 schon einmal Champion war, rettete sich dank seiner Routine ins Ziel. Das Preisgeld in Höhe von umgerechnet knapp zwei Millionen Euro wird zwischen beiden Spielern im Verhältnis 55:45 geteilt. 

dpa

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