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Wetterfestes Kleeblatt: Buric denkt nicht an den Regen

Fürths Coach arbeitet in der Türkei an der Präzision der weiß-grünen Angriffe - 10.01.2019 14:39 Uhr

So arbeitet man an mehr Genauigkeit im Spiel nach vorne: Damir Buric trotzt dem türkischen Regen. © Sportfoto Zink / WoZi


Damir Buric will in die Köpfe seiner Spieler. Der Kleeblatt-Coach dirigiert den Ballführenden mit lauten Anweisungen in den freien Raum, dorthin, wo er glaubt, das gegnerische Trainingsteam in diesem Moment in Verlegenheit stürzen zu können.

Der 55-Jährige hat sich viele Gedanken über ein erfolgreiches Aufbau- und Angriffsspiel der Fürther gemacht und die Fehler der Hinrunde analysiert. "Wir haben dabei eine Problematik bei der Präzision entdeckt", erklärt er, warum er bei der Gewichtung seiner Trainingsinhalte in Belek viel Zeit auf das Thema Umschaltspiel verwendet. "Das ist der Pass in den Vorderfuß. Genau!" Buric' Blick verfolgt die Ballbewegungen messerscharf und mit Begeisterung. Immer und immer wieder korrigiert er Details.

"Das ist der Pass. Bravo" 

Der Plan: Nach einer Balleroberungen mit schnellem Spiel und wenigen Kontakten Lücken finden und den Gegner kalt erwischen. Der Rahmen: Vier Mini-Tore, die sich in einem Abstand von etwa 50 Meter gegenüberstehen. Die Umsetzung: Den Ball präzise in den Vorderfuß des in die Schnittstellen laufenden Mitspielers passen; möglichst so, dass er ihn mit der ersten Berührung mitnehmen und früh Tempo aufnehmen kann. Das zu erreichende Ergebnis: Der Angespielte kann sich mit seinem Körper schneller nach vorne aufdrehen und hat das Spiel vor sich. "Das ist der Pass. Bravo", brüllt der Kroate, wenn wieder ein Spielzug durch die Verteidigungslinie geglückt ist und seine Vorstellungen exakt umgesetzt ist.

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Spieler und Trainer waren vermummt, der türkische Himmel hatte sich geöffnet und es schüttete auf das Grün. Dem Wetter trotzend, feilte Buric mit seinen Männern weiter am Angriffsspiel und trieb Sprungkraft und Kopfbälle Richtung Perfektion.


Neben Lob muss seine Mannschaft aber auch mit dezidierter Kritik auskommen. Misslingt ein Zuspiel und die in seinen Augen schon vorgezeichnete Pass-Staffete endet abrupt, dreht sich Buric ab, blickt in den Himmel und ärgert sich über eine verpasste Gelegenheit. "Man muss mit den Spielern diese Auftaktbewegung, das seitliche Stehen, immer wieder üben und sie dafür sensibilisieren", sagt er und hegt die Hoffnung, dass das geduldige Einstudieren noch einen zweiten Effekt mit sich bringt. Es soll nicht nur dazu führen, selbst mehr zum Torabschluss zu kommen, sondern auch die Angriffsfläche für den Kontrahenten minimieren. "In manchen Spielen haben wir den Ball nach Eroberung gleich wieder verloren und dann kam der Gegner zu Chancen", erinnert Buric und liefert beiläufig die Erklärung für einige Partien, die am Ende der Hinrunde zu leichtfertig verloren wurden.

Green und Besiktas 

Auf dem topgepflegten Rasen in Belek, der auf manchen Golfplätzen zum Green taugen würde, sitzen nun die meisten Pässe immer besser. "Das Ziel ist, so zu spielen, dass der Pass in den Raum geht, damit das Spiel schneller wird, wir mehr mit dem Ball mehr in Bewegung kommen", erklärt der Trainer. Vor allem die Mittelfeldspieler Sebastian Ernst, Julian Green und auch David Atanga wissen bei dieser Spielform mit ihren technischen Fähigkeiten zu glänzen. Einen kurzer Schulterblick vor der Ballannahme will Buric dann auch noch sehen. Es soll die Rückversicherung sein, ob der Zeitpunkt und das Stellungsspiel des Gegners passt, um sich in den nur noch schwer zu verteidigenden Raum zu bewegen. Buric verlässt nach zwei Stunden zufrieden den Platz.

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Am Samstag (13 Uhr) bietet sich in Belek für sein Team die Gelegenheit, die Trainingsinhalte einem Lackmustest zu unterziehen. Gegen den türkischen Erstligisten Besiktas Istanbul muss Fürth dann unter Wettkampfbedingungen eine nahezu fehlerfreie Vorstellung abliefern, um den Trainer wieder zufriedenzustellen. "Wir freuen uns immer gegen gute Mannschaften zu spielen, um auch zu sehen, wo wir stehen. Wenn der wir gegen einen mächtigen Gegner spielen, der gut drauf ist, dann sieht die Mannschaft auch, in welchen Bereichen sie vielleicht noch mehr tun muss."

"..., dann werde ich dran bleiben" 

Buric ist gespannt, wie seine Mannschaft die Themen "Ballsicherung, Verantwortung bei Ballbesitz und Raumaufteilung" umsetzt und wie groß der Lerneffekt letztendlich ausfällt. "Man hofft immer, dass auch etwas hängen bleibt." Und falls nicht? "Wenn es nicht zu sehen ist, werde ich dran bleiben und es immer wieder wiederholen." Wie der Regen, der auch am Nachmittag scheinbar unaufhörlich, aber hartnäckig vom Himmel prasselt. 

  

Stefan Jablonka

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