Sonntag, 18.11.2018

|

zum Thema

"Wir wollten es dem FC Bayern so richtig zeigen"

Sissy Mück traf mit ihren U17-Fußballmädchen der Spielvereinigung am Samstag auf einen ganz großen Namen - 05.11.2018 16:00 Uhr

„Für mich fühlt es sich an wie ein 1:1- Unentschieden“: Sissy Mück. © F: privat


Hallo Sissy, sei ehrlich: Bist Du Bayernfan?

Nein, ich bin eigentlich von niemandem so richtig Fan. Aber viele aus meiner Mannschaft, die sind tatsächlich Bayernfans.

 

Dann war es logisch, dass Ihr 1:3 verlieren würdet gegen die U17-Mannschaft der Bayern. . .

Im Gegenteil, wir wollten es den Bayern so richtig zeigen, dass wir es auch drauf haben.

 

Dann ging das ja ordentlich in die Hose am Samstagnachmittag.

Gar nicht: Das dritte Tor fiel in der Schlussminute. Der erste Gegentreffer war nach einem Gewühl nach Eckball ein Glückstor. Für mich fühlt es sich an wie ein 1:1-Unentschieden.

 

War es das größte Spiel in Deiner Fußballlaufbahn bisher?

Es war schon ein Spiel gegen einen ganz großen Namen. Aber von der Wichtigkeit her war die Partie gegen Bayern Hof für mich bedeutender – das war das Aufstiegsspiel in die Bayernliga.

 

Dort fahrt ihr seit dem Aufstieg Achterbahn: Hohe Niederlagen sind dabei, knappe Siege. . .

Das 0:13 war nur ein Testspiel gegen die Jungs vom SK Lauf. Ansonsten sind wir gut angekommen in der Liga, wenn wir in jedem Spiel die hundert Prozent unserer Leistungsfähigkeit abgerufen hätten, hätten wir immer eine Chance gehabt zu gewinnen – auch gegen den FC Bayern.

 

In Eurer Liga spielen neben den Bayern weitere große Namen des Frauenfußballs: Wacker München, Weinberg, Augsburg.

Das ist schon eine super Motivation, wenn man Freunden erzählt: Am Wochenende spielen wir gegen Passau oder gegen Augsburg oder die Bayern. Noch schöner ist es dann, wenn man berichten kann, dass man sie geschlagen hat.

 

Franziska Dirner, die nach 41 Minuten den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt hat, traf bereits acht Mal in dieser Saison. Sieht so aus, als hättet ihr einen Star im Team?

Wenn man denkt, ohne die Franzi hätten wir keine Chance mehr, dann stimmt das nicht ganz. Klar, sie ist unsere Stürmerin und schießt viele wichtige Tore. Aber ich glaube, es ist genauso wichtig, dass wir gute Verteidigerinnen, Torhüterinnen und Nebenleute haben, die die Bälle erkämpfen und ihr auflegen können. Wir sind vielmehr ein sehr starkes Team.

 

Jeder, der am Samstag am Waldsportpark vorbeifuhr, sah den Bus mit dem Logo des FC Bayern München. Hat Euch das nicht Angst gemacht?

Nein: stolz. Das war eine Motivation, auch, dass die Bayern-Mädels überhaupt nicht arrogant waren, so ganz ohne Rumgezicke – es hat Spaß gemacht, wirklich!

 

Du hast gestern zusätzlich noch bei den Jungs in der B2 mitgespielt. Sagen die gar nicht: "Oh ne, da spielt ein Mädchen mit?"

Anfangs war das schon so, ja. Aber ich spiele seit drei Jahren mittlerweile dort mit, einfach, weil man so viel lernen kann im Zweikampf. Es macht Spaß, auch wenn wir am Sonntag mit der B2 leider verloren haben.

 

Auch gegen den FC Bayern?

Nein, gegen Heroldsbach. 

Int.: chb

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Sport