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Zaunfahnenverbot erzeugt hitzige Stimmung in Frankfurt

Boykott der Nürnberger Fans vor den Stadiontoren - Zusammenstöße mit der Polizei - 09.02.2013 19:27 Uhr

Unter massiver Polizeipräsenz standen die Nürnberger Fans vor den Stadiontoren. Es blieb dort nicht immer friedlich.

Unter massiver Polizeipräsenz standen die Nürnberger Fans vor den Stadiontoren. Es blieb dort nicht immer friedlich. © Sportfoto Zink / DaMa


Nach ersten Informationen hatten Vertreter der offiziellen Fanbetreuung und Mitarbeiter des Fanprojekts mit den Frankfurter Verantwortlichen und den ortsansässigen Behörden im Streit um das Zaunfahnenverbot zu verhandeln versucht. Die Hessen blieben jedoch eisern und verboten sämtliche Banner. Nicht nur diejenigen der Ultras, sondern auch die Fahnen aller anderen Fanclubs.

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Clubfans vor dem Stadion: Massives Polizeiaufgebot in Frankfurt

Boykott wegen Zaunfahnenverbot: Hunderte Clubfans zeigten bei der Bundesligapartie des 1. FC Nürnberg in Frankfurt am Samstagnachmittag ihre Ablehnung gegen eine entsprechende Verordnung, indem sie ihre Mannschaft von außerhalb des Stadions anfeuerten. Es kam zu vereinzelten Zusammenstößen mit der Polizei.


Die Anhänger sahen in diesem Verbot einen Angriff auf das "höchste Recht der Fans" und blieben, unterstützt von anderen Fans, vor den Stadiontoren. Nürnberger Schlachtenbummler, die bereits im Gästeblock waren, verließen kurz vor Spielbeginn die Stehplätze und leisteten den Protestierenden auf der anderen Seite des Zauns Gesellschaft. Alsbald entbrandeten die ersten Gesänge, die sich allerdings weder gegen den DFB, noch gegen die massiv aufmarschierte Polizei richteten. Stattdessen wurde die Mannschaft aus ungewohnter Entfernung unterstützt.

Pfefferspray und Schlagstöcke

Anscheinend war diese Form des Protests dem Ordnungsdienst und der Polizei ein Dorn im Auge. Nach und nach sollten die Clubfans, die außerhalb des Stadions ausharrten, weg vom Zaun getrieben werden. Die Stimmung wurde zusehends gereizter, bis die Polizei nach Augenzeugenberichten Pfefferspray in die Menge sprühte und mit dem Schlagstock gegen die friedlich protestierenden Fans vorging. Die Fans warfen mit Bierbechern zurück, einige von ihnen trugen in der Auseinandersetzung mit der Polizei offenbar auch Kopfverletzungen davon. Im Bericht der Polizei in Frankfurt ist von 19 verletzten Beamten und zwei Ordnern die Rede. Sie trugen Augenreizungen und Schürfwunden davon. Zusätzlich wurden zwei Dienstfahrzeuge beschädigt.  „Dass es draußen zu Gewalt kam, ist überhaupt nicht zu entschuldigen, ganz im Gegenteil“, sagte Sportvorstand Martin Bader am Sonntag im „Doppelpass“ von „Sport1“.

Wenig später versuchten einige Fans, Zäune zu übersteigen und so in den Stadionbereich zu kommen. Einigen von ihnen gelang dies und sie erreichten den Gästeblock. Auch hier ging die Polizei wenig zimperlich dazwischen. In der zweiten Halbzeit beruhigte sich das Geschehen vor dem Stadion.

Allgemein herrschte während des gesamten Spiels viel Bewegung im Nürnberger Block. Immer wieder verließen Anhänger-Gruppen die Ränge, es drängten aber auch viele Fans nach Innen. Einige hundert Fans harrten während der ganzen Partie vor den Stadiontoren aus - begleitet von einem exorbitanten Sicherheitsaufgebot rund um die Commerzbank-Arena: Angeblich kamen statistisch zwei Polizisten auf einen Clubfan.

Nach Spielschluss - es kam wieder zu kleineren Scharmützeln - kesselte die Polizei die mitgereisten FCN-Fans ein und räumte über den Lautsprecherwagen zumindest ein, dass der Tag im Frankfurter Riederwald alles andere als bilderbuchmäßig verlaufen war: "Heute ist einiges durcheinandergekommen, wir hoffen, dass jetzt alle gesund nach Hause kommen".

Kommentar zum Thema: Ein Stück Stoff sorgte für Zündstoff

  

Stefan Wölfel/sh/dpa

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