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Zu wenig Spielzeit: Verlässt Sabljic den HC Erlangen?

Der Kroate spielt zu selten, gibt die Hoffnung aber nicht auf - 21.04.2017 14:40 Uhr

Fühlt sich in Erlangen wohl, wird aber vermutlich nur noch bis Saisonende bleiben: Stanko Sabljic kommt am Kreis nicht so oft zum Einsatz, wie er es sich wünscht. © Sportfoto Zink/MaWi


Traurig, sehr traurig, sei er gewesen. Nach der Niederlage beim Bergischen HC war auch Stanko Sabljic enttäuscht. "Wir waren die bessere Mannschaft, aber nicht das gesamte Spiel. Das hat der Gegner genutzt, hat aggressiver gespielt. Wir haben nicht mehr richtig geantwortet." Wir, sagt er, gemeinsam als Team hat der HCE beim Abstiegskandidaten verloren. Dabei hat der 29-Jährige so viel gar nicht beigetragen. Denn seine Spielzeit am Kreis war begrenzt.

Meistens bekommt Jonas Thümmler den Vorzug. "Er spielt eine gute Saison, die Mannschaft hat Erfolg, deshalb, denke ich, wechselt der Trainer nicht viel", sagt Sabljic. 2,02 Meter ist der Kroate groß, zu jedem Gesprächspartner mit Durchschnittsmaßen muss er sich herunterbeugen. Dann blickt man in dunkle Augen in einem freundlichen Gesicht, um das sich ein noch dunklerer Bart rankt.

"Es reicht und passt nicht"

Sabljic ist seinem Verein nicht böse, zu dem er nach dem ersten Bundesliga-Jahr der Klub-Geschichte zu Saisonbeginn zurückgekehrt war. Doch er weiß auch, dass er zu selten zum Einsatz kommt. "Ich wünsche mir mehr Spielzeit. Aber ich kann mich nicht selbst aufstellen." Acht Spiele sind es noch in dieser Runde. "Ich hoffe, der Trainer hat noch Pläne mit mir. Aber ich muss akzeptieren, was er macht."

Der Trainer, Robert Andersson, sagt: "Stanko ist spät zur Mannschaft gestoßen, das braucht gewisse Zeit." Tatsächlich haben die Erlanger den Kroaten kurz vor dem Saisonstart verpflichtet und damit auf die schwere Verletzung von Uros Bundalo reagiert. Doch das war im vergangenen Sommer. Jetzt geht es schon auf den nächsten Sommer zu, die Winter-Vorbereitung hat Sabljic mitgemacht. "Ich denke, das ist überhaupt kein Thema mehr", sagt der Kreisläufer selbst. Trotzdem spielt er nicht häufiger. "Das hängt von vielen Dingen ab", sagt Andersson.

Ein Abschied im Guten?

"Welches System wir spielen, gegen welchen Gegner. Man muss Stärken und Schwächen der Spieler sehen. Passt er in unsere Abwehr, haben wir zu viele große, langsame Leute." Momentan, sagt der Coach, "reicht und passt es nicht. Aber wir haben noch acht Spiele." Dafür kann Sabljic wichtig sein. "Doch er ist auch ein Spieler, der uns nach der Saison verlässt. Bundalo kommt zurück." Sabljic weiß nicht, wie es weiter geht. "Wahrscheinlich" nicht in Erlangen. Es gab Gespräche, "ich habe mich aber noch nicht entschieden". Aber alles deutet auf einen Abschied hin — einen Abschied im Guten.

"Ich freue mich, dass ich in Erlangen bin und die Mannschaft Erfolg hat", sagt der Kreisläufer. "Meine persönlichen Ziele haben sich nicht so erfüllt, wie ich es mir gewünscht habe. Aber es ist Sport, das kann schnell gehen." Sabljic ist kein verbitterter Bankdrücker, der die restliche Runde schmollt. "Die Saison kann noch eine gute werden, danach kann ich trotzdem noch zufrieden sein. Ich will immer 100 Prozent geben und für meine Position kämpfen. Ich kann nicht sagen, dass alles schlecht war."

"Eine besondere Stadt"

Wichtiger sei sowieso das Mannschaftsziel, der Klassenverbleib, der dem HC Erlangen bereits gelungen ist. Dass es auch anders geht, hat Stanko Sabljic in seinem ersten Jahr hier erlebt. "Die Mannschaft ist anders, der Verein hat sich gut entwickelt, viele Schritte nach vorne gemacht. Es läuft alles in die richtige Richtung." Vor zwei Jahren sei es "ein bisschen unglücklich" gelaufen. "Leider hat es nicht geklappt. Dieses Jahr ist es aber ein anderes Niveau, wir haben mehr Qualität und Erfahrung."

Etwas Besonderes ist der HCE für den gebürtigen Jugoslawen immer geblieben. "Die Mannschaft war und ist immer super. Vor zwei Jahren haben wir viel zusammen gemacht, jetzt auch. Mir gefällt es hier, Erlangen mag ich. Es ist eine besondere Stadt, ein besonderer Teil in meinem Leben. Ich habe hier eine gute Mannschaft um mich." Damit meint er nicht nur seine Teamkollegen, sondern auch andere Freunde.

"Die Bundesliga", sagt Sabljic, " ist die stärkste Liga der Welt. Doch mit Zagreb, wo ich zuletzt war, spielst du Champions League." Es sei auch ein erfolgreiches Jahr gewesen: "Top Acht, kroatischer Meister und Pokalsieger. Jetzt mit Erlangen ist auch Erfolg da. Für meine Mannschaften lief es gut." Das soll auch irgendwann wieder für den Hünen selbst gelten. 

Katharina Tontsch Redakteurin für Sport & Lokales in Erlangen E-Mail

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