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Varianten mit Vor- und Nachteilen

Erd-, Grundwasser- und Luftwärme kann in Pumpenanlagen genutzt werden - 01.01.2017 20:15 Uhr

„Damals“, erinnert sich Reinhard Kuhn, „haben wir die ersten Wärmepumpen verbaut“. Kuhn ist Inhaber eines Haustechnikbetriebs in Burgthann und in der regionalen Innung seiner Branche Sprecher der Fachgruppe Heizung. Als vor knapp 40 Jahren das Heizöl mit einem Literpreis von 80 Pfennige plötzlich drei- bis viermal so teuer war wie gewohnt, wurde er zu einem der handwerklichen Pioniere neuer Heiztechnik.

Heizkreislauf mit Wärmepumpe © Agentur für Erneuerbare Energien, dpa, NN-Infografik


Kuhn half Hausbesitzern bei dem Vorhaben, wenigstens teilweise unabhängig vom Öl zu werden. Die neuartige Lösung waren Erdreichwärmepumpen – installiert als bivalente Anlagen in Ergänzung zum Ölkessel. „Die meisten daran interessierten Hausbesitzer hatten große Grundstücke zur Verfügung, so das Flächen von 400 bis 500 Quadratmetern bis zu eineinhalb Meter tief aufgegraben und darin im Abstand von 50 Zentimeter Kunststoffrohre verlegt wurden.“ Durch dieses Rohrsystem floß eine Mischung aus Wasser und Frostschutzmittel, das die Erdwärme aufnahm und im Haus an das Heizsystem abgab. Noch heute gibt es solche Sole-Wasser-Wärmepumpen. Ihr unveränderter Nachteil: der große Flächenbedarf.

Der stellt bei der zweiten Variante, der Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde, kein großes Problem dar. Bei dieser Technik geht es bis zu 100 Meter in die Tiefe. Dort ist es ganzjährig etwa zehn Grad warm, was die Effizienz gegenüber dem Flächenkollektor der ersten Anlage erhöht. Allerdings versursacht die Bohrung relativ hohe Kosten, und die Effizienz der Anlage ist stark von der Bodenbeschaffenheit abhängig .

Zwei Brunnen

Den besten Wirkungsgrad weist eine Wärmepumpenanlage auf, die als Wärmequelle das Grundwasser nutzt. In diesem Fall müssen zwei (genehmigungspflichtige) Brunnen gebohrt werden. Durch den Förderbrunnen wird Wasser nach oben gepumpt, das nach dem Temperaturaustausch in der Heizanlage durch den Schluckbrunnen wieder abgeleitet wird. Nachteile: Die Brunnenbohrung ist nicht ganz billig (8000 bis 10 000 Euro), und laut Reinhard Kuhn kann bei nicht optimaler Wasserqualität „der Schluckbrunnen verockern, das heißt: es werden Mineralien freigesetzt, der Brunnen geht zu und muss erneut gebohrt werden“.

Die geringsten Anschaffungskosten fallen bei Luft-Wärmepumpen an, sie verfügen aber auch über die geringste Effizienz. Gerade dann, wenn die Heizung gefordert ist – also an kalten Wintertagen –, kann der Außenluft in der ähnlich wie ein Kühlschrnak arbeitenden Anlage nur wenig „Wärme“ entnommen werden. An solchen Tagen läuft die Heizung im Strombetrieb.

Der zweite Nachteil ist der Lärm, den die Luft-Wärmepumpen machen. Um die Nachbarschaft nicht zu belästigen, müssen die Anlagen entweder eingehaust oder im Innern des Wohnhauses installiert werden, was unter dem Strich wieder auf Kosten der Effizienz geht.

Ein letztes Argument, das für Wasser- oder Sole-Wasser-Wärmepumpen spricht: Sie können über eine Wandheizung im Haus an heißen Sommertagen auch zum Kühlen verwendet werden. 

HANS-PETER KASTENHUBER

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