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Vorstoß für „richtige Fahrradstraße“ in der Altstadt

Zweistündige Aktion des Bündnis Radfairkehr in der Dr.-Kurt-Schumacher-Straße stieß auf viel Resonanz — Hoffnung auf einen Impuls - 16.10.2016 21:02 Uhr

Die Dr.-Kurt-Schumacher-Straße als Fahrradstraße: Viele Radler fuhren bei der Aktion des Bündnis Radfairkehr über den „roten Teppich“, der im Rahmen des zweistündigen Testlaufs ausgerollt war — und waren sehr von der Idee angetan. © Foto: Roland Fengler


Bisher hat Nürnberg nur ein kleines Stück Fahrradstraße, das nicht mal 50 Meter lang und zudem so zurückhaltend markiert ist, dass sie vielen noch gar nicht aufgefallen ist — auf der Heubrücke bei der Insel Schütt. Das will das Bündnis Radfairkehr unbedingt ändern und hat deshalb die Dr.-Kurt-Schumacher-Straße als erste „richtige Fahrradstraße“ ins Gespräch gebracht. Sie hat zwei Fahrbahnen und zwei Parkbuchten, heißt es in der Begründung, „insgesamt sehr viel Platz für den motorisierten Individualverkehr“, wie Peter Mühlenbrock vom Bündnis Radfairkehr findet.

Den Raum anders verteilen

Die Forderung lautet deshalb: Der Raum soll anders verteilt werden. Die Straße, die zum Kornmarkt führt, soll nur noch von Anliegern und Lieferfahrzeugen genutzt werden dürfen, ansonsten aber zur Fahrradstraße werden und mehr Platz für die Fußgänger bieten. Wie das in der Praxis aussehen könnte, zeigte nun der zweistündige Testlauf im Rahmen einer Demonstration. Über 100 Leute nutzten die Gelegenheit und fuhren über den ausgerollten roten Teppich. Er sei „positiv überrascht und zufrieden über die Resonanz gewesen“, sagt Mühlenbrock. Vor allem Radler seien begeistert gewesen: „Wer das gesehen hat, der ahnt, wie eine Stadt sein könnte, wenn es Straßen ohne Auto gibt.“

Das Bündnis Radfairkehr hofft nun auf einen Impuls für die Idee. Denn „eine Debatte anzustoßen“ sei der Hauptgrund für die Aktion gewesen. Mit Blick auf die vom Verkehrsausschuss beschlossene Rotmarkierung aller Radwege in Nürnberg, ist Mühlenbrock durchaus optimistisch, dass sich in Nürnberg etwas bewegen lässt. Ob durch die regelmäßige „Cricitacal Mass“-Tour am letzten Freitag jeden Monats oder durch den „Runden Tisch Radverkehr“.

Baureferent Daniel Ulrich hält die Idee von einer Fahrradstraße beim Kornmarkt durchaus für passend. Dabei verweist er auf das Konzept für einen „inneren Altstadtring mit Fahrradstraßen“ (inklusive der Dr.-Kurt-Schumacher-Straße), das im Juli 2015 vorgestellt wurde. Dafür habe es im Verkehrsausschuss aber keine Mehrheit gegeben. Ulrich: „Wir suchen nun der Reihe nach den wichtigsten Teilstücken und schlagen die einzeln vor. Die Idee lebt fort, insofern ist die Aktion nicht falsch.“  Laut Ulrich werden Fahrradstraßen auch im Konzept der Radschnellverbindungen eine große Rolle spielen. „Sie haben aber auch Nachteile. Insofern muss das gut überlegt werden.“ 

JO SEUSS

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