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Was für ein Zirkus!

In der Billroth-Schule lernen Kinder etwas fürs Leben - 23.07.2017 21:04 Uhr

Was Sie auf diesen Bildern sehen, ist Schulunterricht — in Akrobatik, Kunstspringen, Tellerdrehen, Balancieren, Jonglieren und in der nicht zu unterschätzenden Fertigkeit, lächelnd über Glasscherben zu laufen. Die Kinder der Theodor-Billroth-Grundschule in Mögeldorf sind im Juli fünf Tage in die Zirkusschule „Dobbelino“ gegangen, um am Ende gefeierte Vorstellungen in der Manege zu geben. Und um zu lernen, dass man oft geschickter und mutiger ist als gedacht, und dass man im Team mehr schafft. © Fotos: Ralf Rödel


"Sie sollen ihre Grenzen austesten, Teamfähigkeit lernen, an den Aufgaben wachsen", erklärt Stefanie Söhnlein, "und sie sollen dabei Spaß haben." Die Rektorin der Billroth-Schule hatte sich zusammen mit Kollegium und Elternbeirat dazu entschieden, den Zirkus "Dobbelino" einzuladen. Die Niedersachsen sind nicht nur Artisten und Clowns, sondern auch Zirkus- und Theaterpädagogen. Für eine Woche schlug das siebenköpfige Team jetzt sein rot-blaues Zelt auf der Wiese gegenüber der Grundschule in Mögeldorf auf.

Die rund 280 Schüler waren schon vorher aufgeteilt worden, ganz nach Interesse: Wer will Fakir werden? Tellerdreher? Seiltänzer? Oder vielleicht Trapezkünstler? Unterrichtet und geübt wurde in Grüppchen im Pausenhof, im Schulgebäude, in der Manege des Zirkuszelts. Lehrerinnen, Mütter und Väter gaben Hilfestellungen und machten Mut, wann immer jemand zauderte. Schließlich sollte es an den letzten beiden Tagen, am 7. und 8. Juli, in die Manege gehen, vor ein zahlendes Publikum.

Vorstellung in der Manege


Dass dieses vor allem aus voreingenommenen Verwandten und gnädigen Nachbarn bestand, soll die Kunst der Kinder nicht schmälern. Jede Fertigkeit wurde in eine Geschichte eingebettet. Zum Beispiel kletterten die Trapezkünstler als Seeräuber verkleidet die Stoffbahnen hoch, die Kugelläufer waren grüne Männchen auf einem fremden Planeten, die Diabolo-Spieler kamen in bunten Hosen und T-Shirts zu Surf-Musik in die Manege gestürmt. "Wir sollen uns anziehen wie die glücklichsten Kinder der Welt", erklärte ein Sechsjähriger den Dresscode. Die Belohnung für große Mühe und riesiges Lampenfieber: Applaus, Applaus, Applaus!

Wer in die Fakir-Gruppe eingeteilt wurde, konnte am Ende über Glasscherben laufen und auf einem Nagelbrett liegen. Zum Zirkusunterricht gehört auch diese Lektion: Arme hoch am Ende der Darbietung! Das löst den Applaus des Publikums aus, das lernen sowohl Fakire (Bild re.) als auch Trampolinspringer (Bild unten).


Bezahlt wurde das Projekt von Schule, Eltern und Förderverein. Ob, wie eigentlich geplant, in zwei Jahren wieder Clowns und Artisten in die Billroth-Schule kommen, ist ungewiss: Die Zirkuswiese soll bald bebaut werden. 

NGOC NGUYEN

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