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Einzelhandelsverband zeichnet Ansbacher "S-Kultur" aus

Knapp 30 Mitarbeiter im Unternehmen - 2009 startete Denzlinger mit Kochkursen - 01.12.2017 11:48 Uhr

Sehen sich mit ihrem Firmenkonzept gut aufgestellt: Stefan Denzlinger und Kerstin Schulte-Eckel. © Foto: S-Kultur


In die Firma des Vaters eintreten? Das wäre Stefan Denzlinger nie in die Tüte gekommen: Der heute 42-Jährige wollte immer sein eigenes Ding machen, nie der Juniorchef im Haushaltswarengeschäft seiner Eltern in Ansbach sein. Denzlinger hatte eigene Ideen auf der Pfanne – und die verwirklichte er mit seiner Firma "S-Kultur", zu der inzwischen zwei Ladengeschäfte in Ansbach und Gunzenhausen mit ausgewähltem Haushaltswarensortiment, integrierter Café-Bar ("die beste Geschäftsidee meines Lebens") und Kochschule gehören.

"Angefangen habe ich ganz klassisch", erzählt Denzlinger. Auf die Lehre in der Haushaltwarenbranche, die er in Rosenheim absolvierte, folgte ein BWL-Studium. 2003 eröffnete der Betriebswirt dann im Ansbacher Brücken-Center sein eigenes Geschäft. Bis das Konzept stand, mit dem er jetzt den Handelsverband Bayern (HBE)/Bezirk Mittelfranken überzeugt und dafür die Auszeichnung "Unternehmen des Jahres" erhalten hat, dauerte es allerdings noch ein paar Jahre. 2009 startete der Unternehmer mit Kochkursen, seit 2011 gibt es eine eigene Kochschule, vor einem Jahr eröffneten Denzlinger und seine Lebensgefährtin Kerstin Schulte-Eckel – sie ist promovierte Diplom-Kauffrau – eine Filiale in Gunzenhausen.

Gretchenfrage Online-Shop

Gebraten, gegrillt und gebacken wird vor Ort, die Läden sind entsprechend ausgestattet, externe Meister ihres Faches schwingen dort den Kochlöffel – und natürlich auch die Kunden, die Kurse gebucht haben. Seine Firmenphilosophie beschreibt das Paar so: "Wir sind Gastgeber, der Kunde muss sich bei uns wohlfühlen" – idealerweise so sehr, dass sich bei diesem schnell das Gefühl einstellt: Hier kaufe ich viel lieber als anderswo.

Aktuell zählt das Unternehmen S-Kultur knapp 30 Mitarbeiter. Im laufenden Jahr erwartet Denzlinger unter dem Strich knapp 2,8 Mio. Euro Umsatz, "2019 wollen wir die Drei-Millionen-Marke erreichen". Und ja, die Firma schreibe schwarze Zahlen.

Dass der stationäre inhabergeführte Einzelhandel Zukunft hat, davon ist Denzlinger überzeugt. Nicht dagegen davon, dass für Firmen seiner Größenordnung dazu ein eigener Online-Shop zwingend notwendig ist: "Wir sind ein stationärer Händler und wollen Erlebnisse für unsere Kunden schaffen" – das gehe so nur vor Ort. Was nicht bedeutet, dass Denzlinger und Schulte-Eckel nicht um die Chancen der digitalen Welt wissen. Auf Facebook etwa ist das Unternehmen professionell unterwegs.

Handel hofft auf Umsatzplus

"Unterwegs" ist auch ein gutes Stichwort für Uwe Werner: Der HBE-Bezirksgeschäftsführer wünscht sich, dass jetzt im Weihnachtsgeschäft möglichst viele Menschen in die Geschäfte pilgern – und nicht wieder, wie vergangenes Jahr, das Wetter dem mittelfränkischen Handel einen Strich durch die Rechnung macht: Das prognostizierte Umsatzplus fiel damals aus.

Heuer soll es besser laufen, der Verband rechnet für die beiden Monate November und Dezember mit 1,95 Milliarden Euro Umsatz – das wäre ein Plus von 2,5 Prozent. Rund 250 Millionen Euro davon entfallen der Prognose zufolge auf den Onlinehandel, was einer Steigerung von zehn Prozent entspräche.

Aktuell gibt es in Mittelfranken nach Angaben des HBE rund 7600 Einzelhandelsunternehmen. Die Zahl der Beschäftigten liegt bei 52.000. 

VERENA LITZ

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