Donnerstag, 27.04. - 20:36 Uhr

|

Frauen: Initiative «Nürnberger Resolution« findet Anhänger

Nur feste Quoten beschleunigen den Aufstieg in Führungspositionen - 04.11.2009

Muntere Damenrunde mit ernsthaften Zielen (von rechts): Die Vorsitzende Martine Herpers, Moderatorin Claudia Specht, SPD-Politikerin Renate Schmidt, Tanja Rödig und die SPD-Stadträtin Katja Strohhacker.

Muntere Damenrunde mit ernsthaften Zielen (von rechts): Die Vorsitzende Martine Herpers, Moderatorin Claudia Specht, SPD-Politikerin Renate Schmidt, Tanja Rödig und die SPD-Stadträtin Katja Strohhacker. © Mark Johnston


Anders als mit festen Zahlenvorgaben «geht es nicht«, sagte die Vorsitzende der Initiative, Martine Herpers. Deshalb lobte die Ingenieurin Vorbilder wie die HypoVereinsbank und Daimler, wo mittelfristig jede vierte respektive fünfte Führungsposition mit Frauen besetzt werden soll.

Weibliche Aufsichtsräte

Vorbildlich auch der Weg der Stadt Nürnberg: Kürzlich hat der Stadtrat einstimmig beschlossen, dass bei Entsendungen in Aufsichtsratspositionen der kommunalen Töchter künftig eine Frauenquote von 40 Prozent eingehalten werden soll. Hier spielt Nürnberg eine Vorreiterrolle, sagte die SPD-Stadträtin Katja Strohhacker. Sie gab den aktuellen Frauenanteil mit 32 Prozent an - was allerdings auch an der Geschlechterverteilung in den Parteien liege. Der Vergleich mit der Privatwirtschaft hinkt insofern.

Mittelfristiges Ziel bei den Gesellschaften in städtischem Besitz oder in ihrer Beteiligung wie N-Ergie und VAG sei die Parität, also Halbe-Halbe. «Die Aussage: Wir haben keine Frau für dieses Amt ist ein Totschlagsargument«, sagte Strohhacker. Um dem Fakten entgegenzusetzen, gründet die Nürnberger Initiative eine Datenbank, in der qualifizierte Kandidatinnen zu finden sind.

Die Nürnberger Resolution hat inzwischen Regionalgruppen in Aachen, Berlin, Bremen, München, Marburg, Frankfurt und Stuttgart. Sie zählt bereits über 500 Anhänger. In ihren wesentlichen Forderungen folgen die Nürnbergerinnen ebenso wie die Initiative «Frauen in die Aufsichtsräte« (wir berichteten) dem norwegischen Modell. Wie dort soll im deutschen Aktiengesetz festgeschrieben sein, dass die Gremien bis 2013 mindestens zu je 40 Prozent mit Frauen und Männern besetzt sein müssen.

Die frühere Bundesfamilienministerin Renate Schmidt - eine der Erstunterzeichnerinnen - erklärte, hierzulande seien Mädchen die Bildungsgewinner, aber die Job- und Karriereverlierer. Gegen ihren Aufstieg in den Betrieben gebe es «unheimliche Vorbehalte. Die einst von ihr einführte Initiative «familienfreundliche Personalpolitik«, bei der heute 5000 Unternehmen mitmachen, decke nicht alles ab, was nötig sei, um Frauen angemessen zu beteiligen. «Frauen sind nicht nur Mütter«, sagte Schmidt.

Die Initiative lädt ein zu einer Konferenz «Erfolgsfaktor Frau - Frauen und Männer in Führungspositionen« am Mittwoch, 11. November 2009, 14 bis 18 Uhr, Bildungszentrum Nürnberg (mit Kursgebühr). Weitere Infos unter

www.nuernberger-resolution.de 

nn

Seite drucken

Seite versenden