Dienstag, 25.09.2018

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GLS Bank torpediert Aufsichtsratswahl der Umweltbank

Großaktionär will eigene Leute ins oberste Gremium einschleusen - 26.06.2018 17:23 Uhr

In der Umweltbank drohen sich die Machtverhältnisse zu verschieben: Der Aktionär und Konkurrent GLS Bank versucht, den Aufsichtsrat mit eigenen Leuten so kapern.


Wenn am morgigen Donnerstag die Aktionäre der 1994 vom Banker Horst P. Popp in Nürnberg aus der Taufe gehobenen Umweltbank zur Hauptversammlung zusammenkommen, müssen sie auch über den Aufsichtsrat entscheiden, der turnusgemäß zur Wahl steht. Geht es nach den Vorschlägen des Unternehmens, sollen die amtierenden Kontrolleure Edda Schröder (Invest in Visions GmbH), Heinrich Klotz (Notar) sowie Günther Hofmann (PayCenter GmbH) wiedergewählt werden

UmweltVermögen Beteiligungs AG durchkreuzt Pläne

Doch der Plan könnte nicht aufgehen: Die UmweltVermögen Beteiligungs AG (UVM), Nürnberg, durchkreuzt die Pläne der Umweltbank mit zwei eigenen Kandidatenvorschlägen. Statt Hofmann und Klotz fordert die UVM die Aktionäre auf, Silke Stremlau (Pensionskasse Hannoversche Kassen) und Hermann Falk (GLS Treuhand e.V.) in den einflussreichen Aufsichtsrat zu wählen.

Was wie eine simple Personalie klingt, ist tatsächlich wohl der offenbar nicht mit dem Umweltbank-Vorstand abgestimmte Versuch des neuen Großaktionärs GLS Bank, seine Macht beim Nürnberger Öko-Finanzinstitut auszuweiten. Der Frankfurter Konkurrent hatte im April 15,6 Prozent der Umweltbank-Aktien erworben, die vom längst ausgeschiedenen Gründer Popp und seiner Ehefrau in der UmweltVermögen Beteiligungs AG geparkt waren. Derzeit prüft die Aufsichtsbehörde Bafin noch, ob sie das Geschäft genehmigt.

Konkurrent soll nicht die Kontrolle übernehmen

Der amtierende Aufsichtsrat lehnt den Vorschlag ab. Es sei nicht im Interesse der Umweltbank-Aktionäre, wenn ein Konkurrent über den Aufsichtsrat "faktisch die Kontrolle über die Gesellschaft" übernimmt, heißt es.

Inzwischen hat der Dachverband der Kritischen Aktionäre die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung gefordert. Würde die Hauptversammlung verschoben, hätten GLS Bank und Umweltbank Zeit, sich über die Aufstellung von Kandidaten zu einigen und ihren Wahlvorschlag allen AktionärInnen bekanntzugeben. 

won

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