19°

Samstag, 21.07.2018

|

Region ist bei Medizin führend

Forschung und Anwendung in Mittelfranken sind spitze - 08.04.2010

Das Universitätsklinikum in Erlangen - hier die Augenklinik mit Poliklinik - gehört zum festen und unverzichtbaren Kern des Kompetenzfeldes Medizin und Gesundheit in der Region. © oh


Dieser Bereich mit Schwerpunkt in Erlangen zählt wohl zu den wirtschaftlich zukunftsträchtigsten Kompetenzen der Region. Mit rund fünf Mrd. € Gesamtumsatz wird jeder achte Euro der deutschen Pharma- und Biotechnologieindustrie und Medizintechnik von Betriebsstätten in der Region Nürnberg umgesetzt.

Rund 120.000 Fachkräfte in der Region

Allein in der Medizintechnik arbeiten mit 160.00 Beschäftigten 9,4 Prozent aller Med-Tech-Mitarbeiter bundesweit in Franken. Dazu kommen weitere 45.000 Beschäftigte in 500 medizin-relevanten Bereichen. Bezieht man dann noch Gesundheitsdienste, Pharmazie, Ernährung und Sportartikel mit ein, so sind im Kompetenzfeld Medizin und Gesundheit in der Metropolregion rund 120.000 Fachkräfte beschäftigt.

Für den wissenschaftlichen Unterbau des Kompetenzfeldes sorgen eine ganze Reihe von Forschungseinrichtungen. An der Spitze stehen dabei sicherlich die Universitäten in Erlangen-Nürnberg und Würzburg sowie das Fraunhofer Institut FIIS, das Bayerische Laserzentrum, das Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts sowie in Bayreuth das Friedrich Baur Forschungsinstitut für Biomaterialien und das Zentrum für Molekulare Biowissenschaften.

Viele Erfindungen aus der Region

Meist ist diese wissenschaftliche Arbeit die Grundlage für Innovationen, die weit über die Region zum Teil auf die ganze Welt ausstrahlen. Der Magnetresonanztomograph Magnetom Essenza von Siemens, die künstliche Iris von HumanOptics oder die Hochgeschwindigkeits-Videoendoskopie von Fraunhofer stehen für viele Erfindungen aus der Region.

Das Spektrum der Forschungsgebiete mit unternehmerischer Anwendung ist sehr breit gestreut. Beispiel: die bildhafte Darstellung medizinischer Diagnosen. Hier arbeitet das Ankerunternehmen der Region, die Siemens Medizintechnik (Health-Care) mit rund 80 Mittelständlern, dem Fraunhofer Institut und mehreren Lehrstühlen der Uni Erlangen zusammen. Oder das Beispiel Lasertechnik: Auch hier arbeiten private Unternehmen wie Wavelight, LPKF Laser&Electronics, ARC Laser oder Aerotech eng mit Forschungseinrichtungen wie dem Bayerischen Laserzentrum in Erlangen zusammen.

Auch im Arzneibereich Zeichen gesetzt

Breiten Raum nimmt auch die Forschung und Umsetzung von Telemedizin ein. Für die notwendige, meist web-basierte Vernetzung arbeiten Firmen wie Corscience, Biotronik, Dr. Hein, das Zentrum für Telematik in Würzburg, das FIIS und Entwickler wie sepp.med oder Heitec an der notwendigen Software.

Doch auch im Arzneibereich setzt die Region Zeichen. Unternehmen wie Novartis, Argos Therapeutics und Bionorica entwickeln unter anderem Medikamente gegen Tumor- und Infektionskrankheiten.

80 Millionen Euro Forschungsförderung

Nach außen am ehesten sichtbar wird das Kompetenzfeld durch das Label »Medical Valley«. Seit 2007 fördert der gleichnamige Verein die regionale Kooperation von Firmen mit Wissenschaftlern, Ärzten und sonstigen Akteuren der Branche. Im Spitzenclusterwettbewerb des Bundesforschungsministeriums wurde das Medical Valley als »Exzellenzzentrum für Medizintechnik« anerkannt. Damit fließen mehr als 80 Mio.€ an Forschungsförderung in die Metropolregion. 

won

Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus dem Ressort: Wirtschaft