Graffiti und Streetart: Künstler führen durch Nürnberg

6.3.2013, 15:57 Uhr
Carlos Lorente aka Kid Crow (links, 34)  und Pablo Fontagnier aka Hombre (31) haben in den 90ern mit dem Sprayen angefangen. Heute führen sie Besucher zu den Nürnberger Graffiti- und Streetart-Hotspots. Die Tour beginnt im Innenhof des Stadtteilzentrums Desi - leider sind übrigens alle Touren schon ausgebucht, eine Anmeldung ist nicht mehr möglich.
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Die Tourguides

Carlos Lorente aka Kid Crow (links, 34) und Pablo Fontagnier aka Hombre (31) haben in den 90ern mit dem Sprayen angefangen. Heute führen sie Besucher zu den Nürnberger Graffiti- und Streetart-Hotspots. Die Tour beginnt im Innenhof des Stadtteilzentrums Desi - leider sind übrigens alle Touren schon ausgebucht, eine Anmeldung ist nicht mehr möglich. © Roland Fengler

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Beigeisterung für Streetart und Graffiti

"Streetart und Graffiti sind nicht dasselbe!", lehrt uns Carlos. Denn Graffiti sei um Längen aufwändiger als zum Beispiel Schablonenkunst (Stencil).
Die Touren finden im Rahmen der Kunst-und-Kultur- Veranstaltung "Variéte Liberté" auf dem ehemaligen Quellegelände statt. Da das Projekt von einem Tabakkonzern gesponsert wird, ist die Teilnahme erst ab 18 Jahren möglich. © Nadine Zwingel

Ein klassisches Graffiti kann in einer sogenannten
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Die Hall beim Stadtteilzentrum Desi

Ein klassisches Graffiti kann in einer sogenannten "Hall" geübt werden. Vor allem Anfänger zieht es auf das legale Sprayer-Areal. © Roland Fengler

Zum
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Dosenfarbe

Zum "Malen" gibt es extra für die Sprayerszene hergestellte Farbdosen. Dazu gibt es eine große Auswahl an Aufsätzen (Cabs). © Roland Fengler

Auf dem Gelände der Desi darf einfach alles bemalt werden. Die Fläche ist schließlich zum Üben da. Jeder ist eingeladen, sich farblich auszutoben.
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Hauptsache bunt

Auf dem Gelände der Desi darf einfach alles bemalt werden. Die Fläche ist schließlich zum Üben da. Jeder ist eingeladen, sich farblich auszutoben. © Nadine Zwingel

Graffiti-Künstler sind deutschlandweit vernetzt. Carlos kam so zu seinem Posten als Tourguide. Sprayer wurde er, als er in Barcelona das erste Mal ein Graffiti sah.
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Kid Crow

Graffiti-Künstler sind deutschlandweit vernetzt. Carlos kam so zu seinem Posten als Tourguide. Sprayer wurde er, als er in Barcelona das erste Mal ein Graffiti sah. "Ich war sofort fasziniert", erzählt er. © Nadine Zwingel

Beim Graffiti-Sprayen geht es auch darum, seinen eigenen Stil zu entwickeln. Dieser Künstler fällt unter den anderen Werken besonders auf, allein schon wegen der ungewöhnlichen Farbauswahl.
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Eigener Style

Beim Graffiti-Sprayen geht es auch darum, seinen eigenen Stil zu entwickeln. Dieser Künstler fällt unter den anderen Werken besonders auf, allein schon wegen der ungewöhnlichen Farbauswahl. © Roland Fengler

Je höher ein Graffiti platziert ist, desto eher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es über einen längeren Zeitraum stehen bleibt.
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Je höher desto besser

Je höher ein Graffiti platziert ist, desto eher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es über einen längeren Zeitraum stehen bleibt. "Sprayer müssen damit leben können, dass ihr Werk oftmals nicht länger als ein paar Tage stehen bleibt - dann kommt der nächste und übermalt es", erzählt Pablo. © Roland Fengler

Nicht jedes Graffiti hat auch eine Message, aber es ist durchaus üblich.
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Die Botschaft

Nicht jedes Graffiti hat auch eine Message, aber es ist durchaus üblich. "Free Deniz" ist ein Appell, einen Strafgefangenen freizulassen. © Nadine Zwingel

In Gostenhof, Ecke Knauerstraße, gibt es eine weitere
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Übung macht den Meister

In Gostenhof, Ecke Knauerstraße, gibt es eine weitere "Hall". Sprayer-Newcomer können sich auch hier austoben und ihren Stil perfektionieren. Das Areal eignet sich vor allem wegen der vorbeifahrenden Züge. Die Graffitis werden so von besonders vielen Leuten gesehen. © Lisa Hahn

Die Buchstaben ETM weisen auf eine Sprayergruppierung (im Fachjargon
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Die Crew

Die Buchstaben ETM weisen auf eine Sprayergruppierung (im Fachjargon "Crew") hin. An der stark befahrenen Brückenstraße musste es schnell gehen, denn es geht dabei nicht um Detailreichtum, sondern um Reviermarkierung. © Nadine Zwingel

Unter Sprayern gibt es das ein oder andere ungeschriebene Gesetz. So ist es verboten, sich auf Kirchen, alten Gebäuden oder Sandstein zu verewigen. Die Reinigungskosten können
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Die Regeln

Unter Sprayern gibt es das ein oder andere ungeschriebene Gesetz. So ist es verboten, sich auf Kirchen, alten Gebäuden oder Sandstein zu verewigen. Die Reinigungskosten können "Schuldenmillionäre" erschaffen und die Farbe ist auf diesem Untergrund nur schwer zu entfernen, wie man sieht. © Nadine Zwingel

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Krönung

"Ein König krönt sich niemals selbst", erklärt Pablo. Ein typischer Anfängerfehler sei es, eine Krone über seinem "Tag" zu platzieren. Ein Tag ist die kreative Ausarbeitung des eigenen Markenzeichens. © Nadine Zwingel

Tourguide Pablo findet es schade, das die Graffiti-Szene so verpöhnt ist.
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Hombre

Tourguide Pablo findet es schade, das die Graffiti-Szene so verpöhnt ist. "Das liegt daran, das viele zuerst an parolenbeschmierte Häuser denken", meint er. Zum Sprayen kam er, weil er nach eigenen Angaben zu viel ferngesehen und zu viele Comics gelesen hat. Auf Streetart ist er weniger gut zu sprechen. "Ich geh doch nicht zum Bäcker und bestell' ne Wurst", meint er, wenn Auftraggeber Graffiti mit Streetart verwechseln. © Nadine Zwingel

Manchmal werden Graffitis sogar ausdrücklich erwünscht. So wie hier im Falle einer Auftragsarbeit von Carlos in der Kaffeerösterei Machhörndl.
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Graffiti ist Kunst

Manchmal werden Graffitis sogar ausdrücklich erwünscht. So wie hier im Falle einer Auftragsarbeit von Carlos in der Kaffeerösterei Machhörndl. © Nadine Zwingel

Hier war zwar ein Anfänger am Werk. Laut Pablo verdient der Junge aber Respekt, denn er hat sich einen Platz ausgewählt, bei dem man schnell Gefahr läuft, gesehen zu werden.
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Respekt

Hier war zwar ein Anfänger am Werk. Laut Pablo verdient der Junge aber Respekt, denn er hat sich einen Platz ausgewählt, bei dem man schnell Gefahr läuft, gesehen zu werden. © Nadine Zwingel

Diesen Schriftzug in der Willstraße muss ein erfahrener Künstler gemacht haben. Der Tag wurde lange geübt und schwungvoll ausgearbeitet.
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Tag in der Willstraße

Diesen Schriftzug in der Willstraße muss ein erfahrener Künstler gemacht haben. Der Tag wurde lange geübt und schwungvoll ausgearbeitet. © Nadine Zwingel

Dieses Werk stammt aus den 90ern. Das erkennt man vor allem an dem deutlich sichtbaren Malduktus. Früher waren die Farben noch nicht so stark pigmenthaltig und flächendeckend. Dass das Bild heute immer noch zu sehen ist (im MUZ-Innenhof) verdankt der Künstler dem Ansehen, das er in der Szene bereits hat.
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Alt, aber bewährt

Dieses Werk stammt aus den 90ern. Das erkennt man vor allem an dem deutlich sichtbaren Malduktus. Früher waren die Farben noch nicht so stark pigmenthaltig und flächendeckend. Dass das Bild heute immer noch zu sehen ist (im MUZ-Innenhof) verdankt der Künstler dem Ansehen, das er in der Szene bereits hat. © Nadine Zwingel

Das so genannte
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Reverse-Graffiti

Das so genannte "Reverse Graffiti" entsteht, indem man den Untergrund durch eine Schablone "herausreinigt". Stylewriting (Arbeiten mit Buchstaben) ist in der Szene besonders beliebt. © Nadine Zwingel

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In Gostenhof

"Diese Straße find' ich besonders toll", verrät Pablo. Um die Ecke der Unteren Kanalstraße haben sich Sprayer und Streetart-Künstler gemeinsam augetobt. © Nadine Zwingel

Dieses aufwändige und wahrscheinlich aus Klebefolie angefertigte
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Das Stencil

Dieses aufwändige und wahrscheinlich aus Klebefolie angefertigte "Stencil" wurde mit einer Schablone an die Wand gesprüht. Um es hervorzuheben grundierte der Künstler zuvor die Wand. Es zählt zur Kategorie Streetart und ist in der Nähe der Unteren Kanalstraße in Gostenhof zu finden. © Nadine Zwingel

Viele verwechseln Graffiti mit Schmierparolen an Hauswänden. Leider prägen sie das Image der Szene. Auf dieser Wand protestieren Nürnberger gegen Gentrifizierung in Gostenhof.
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Verwechslung

Viele verwechseln Graffiti mit Schmierparolen an Hauswänden. Leider prägen sie das Image der Szene. Auf dieser Wand protestieren Nürnberger gegen Gentrifizierung in Gostenhof. © Nadine Zwingel

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Streetart

"Streetart wird manchmal sogar geklaut und teuer weiterverkauft. Bei diesem Klebebild wurden bereits Bildausschnitte entfernt", erzählt Carlos an der S-Bahn Station Rothenburger Straße. © Nadine Zwingel

Die Tour endet auf dem Quelle-Areal in Pablos Atelier.
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Pablos Atelier

Die Tour endet auf dem Quelle-Areal in Pablos Atelier. © Lisa Hahn

Dort können sich die Teilnehmer selbst im Sprayen versuchen.
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Selbstversuch

Dort können sich die Teilnehmer selbst im Sprayen versuchen. © Lisa Hahn