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Donnerstag, 25.04.2019

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Ausbau der S-Bahnlinie 1 gilt als Sorgenkind

Keine Gespräche mehr zum "Verschwenk" - 08.06.2013 13:00 Uhr

Die S-Bahnlinie 1 gilt vor allem im Bereich zwischen Fürth und Bamberg als Sorgenkind. Insbesondere ein 20-Minuten-Takt nach Erlangen wird von der DB vermisst. © Reiß


Auf Antrag von SPD und Grünen hat die DB einen umfangreichen Bericht zum Stand der Dinge bei den vier S-Bahnlinien vorgestellt, die seit Dezember verkehren. Der Grundtenor war in vielen Bereichen positiv. Vor allem die verspätet und dann stufenweise von Januar 2012 bis Ende April 2013 eingeführten neuen Züge sind auf positive Resonanz gestoßen. Die Fahrgastzahlen stiegen allein im Jahr 2012 um 3,6 Prozent — und damit überproportional im Vergleich zu anderen S-Bahnnetzen. Trotzdem räumte Anja Steidl, Marketingleiterin bei der DB Regio Franken, auf Nachfrage ein, dass man insgesamt das angepeilte Ziel noch nicht erreicht habe.

„Uns fehlt der 20-Minuten-Takt nach Erlangen“, betonte Steidl auch mit Verweis auf die Bestandsaufnahme zum S-Bahnausbau von Sirko Kellner (DB Netz). Klar ist: Während man bei den anderen drei Strecken schon relativ weit ist, gilt die S1 vor allem im Bereich zwischen Fürth und Bamberg als Sorgenkind. Mehrere Projekte sind dort aktuell im Bau oder in Planung — der sogenannte „Verschwenk“ durch das Knoblauchsland erhitzt die Gemüter, vor allem in Fürth. Bis zum vierten Quartal 2013 erwartet man die Trassenentscheidung des Eisenbahnbundesamtes — danach droht aber ein Rechtsstreit um die Trasse.

Sirko Kellner stellte klar, dass die DB nicht bereit ist, die Planung noch einmal neu aufzurollen, weil dadurch Zeitverzögerungen bis weit über 2020 drohen würden. OB Ulrich Maly schloss daraus, „dass die Zeit für Gespräche vorbei ist“ — und letztlich Gerichte entscheiden müssten.

Planmäßig soll beim vierspurigen Ausbau der Bahnstrecke bis 2016 der begonnene Abschnitt im „Fürther Bogen“ fertig sein. Wenn alles im Sinne der DB-Planer verläuft, will man dann auch den „Verschwenk“ realisiert haben. Die Neubaustrecke ist der einzige Abschnitt, der nicht unter erschwerten Bedingungen im laufenden Betrieb entstehen müsste.

Im Jahr 2010 ist das S-Bahn-Konzept mit vier Linien im Großraum um Nürnberg bis nach Bamberg, Ansbach, Roth, Neumarkt und Hartmannshof eingeführt worden. Vor allem der Ausbau der S1 macht noch viele Probleme. © Grafik: VGN


Während die Etappe bis Erlangen-Eltersdorf ebenfalls bis 2016 realisiert werden soll, ist der Ausbau bis Baiersdorf samt dem „Burgbergtunnel“ unklar, weil die Finanzierung durch den Bund noch nicht steht. Bis Ende 2017 hofft die DB auf die Vollendung. Da Planung und Zuschüsse noch nicht stehen, gibt es beim weiteren Ausbau über Forchheim und Bamberg ebenfalls Fragezeichen. Kellner rechnet „nicht vor 2018/19“ mit einer Fertigstellung des S1-Nord-Astes. Erst dann werde aber „ein sauberer 20-Minuten-Takt möglich sein“, heißt es.

Positive Nachrichten gibt es von der DB Regio Franken beim Thema Barrierefreiheit bei den vier S-Bahnlinien: 66 von derzeit 75 Haltepunkten haben Aufzüge und sind für Rollstuhlfahrer zugänglich. Die Stationen „Ostring“ und „Röthenbach/Pegnitz“ sollen dies, ebenso wie Anwanden, werden; am 11. Juni geht der Aufzug in Wicklesgreuth in Betrieb.

Pünktlichkeit ist gestiegen

Auch bei der Pünktlichkeit hat sich das Nürnberger S-Bahnnetz deutlich verbessert — von Rang zehn auf Platz vier. Rund 97 Prozent der Fahrten werden als pünktlich gewertet — was bis zu einem Verzug von 5:59 Minuten der Fall ist. Erst danach, so Steidl, gilt ein S-Bahnzug als „verspätet“. Vorzeigestrecken sind die S2 von Roth nach Altdorf (99 Prozent), die S3 von Neumarkt nach Nürnberg erreicht fast 98 Prozent, die S1 liegt bei 95 Prozent.

Um das S-Bahnnetz noch besser zu machen, werden unter anderem zwischen Feucht und Ochenbruck demnächst neue Signalanlagen installiert. Auf der S4-Trasse sind zwei Bahnhof-Projekte (Neubau Oberasbach und Halt Petersaurach) geplant.

  

JO SEUSS

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