Schlaf, Kindlein, schlaf: Diese Rituale können beim Zubettgehen helfen

Johannes Handl

Lokalredaktion

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28.12.2020, 12:18 Uhr
So süß können Kinder sein, wenn sie seelenruhig schlummern. Bis sie eingeschlafen sind, ist es allerdings oftmals ein harter Weg.

© Patrick Pleul/dpa So süß können Kinder sein, wenn sie seelenruhig schlummern. Bis sie eingeschlafen sind, ist es allerdings oftmals ein harter Weg.

Fest steht: Eine Patentlösung gibt es nicht. Zu verschieden seien die Kinder, betont Barbara Schuster. Gleichzeitig, erklärt die Leiterin des Zentrums Kobergerstraße, gebe es Rituale, mit denen das Einschlafen besser gelingen kann.

Zu diesen zählen möglichst feste Strukturen, feste Uhrzeiten und eine verlässliche Abfolge der Dinge, die vor dem Schlafengehen passieren, erklärt Kira Preußing. Sie arbeitet ebenfalls im Zentrum Kobergerstraße und ist wie Barbara Schuster Diplom-Sozialpädagogin.

Der ruhige Teil beginnt

Den Kindern sollte klar sein, dass nun – etwa nach dem Abendessen – der ruhige Teil des Tages beginnt. Dabei ist nicht entscheidend, ob die Kleinen noch ein Puzzle machen, Duplo spielen oder ein Buch anschauen dürfen. Wichtig ist, dass sie in dieser etwa halben Stunde zur Ruhe kommen, bevor der Tag mit einem kleinen Abendritual wie einem Schlaflied sein Ende findet. Es gilt also zu verhindern, dass die Kinder noch einmal herumtoben und Fangen spielen. Hier sollten die Eltern unbedingt konsequent sein.

Barbara Schuster ist die Leiterin der Beratungsstelle Zentrum Kobergerstraße.

Barbara Schuster ist die Leiterin der Beratungsstelle Zentrum Kobergerstraße. © Nadine Hackemer

"Der Tag sollte nicht noch einmal Fahrt aufnehmen", erklärt Barbara Schuster und betont: "Je kleiner die Kinder sind, desto mehr Orientierung brauchen sie durch die Eltern." Schließlich kennen sie noch kein Maß.

Natürlich sollten die Eltern ein bisschen flexibel sein. Nicht immer ist es möglich, den Mittagsschlaf zur gewünschten Zeit abzuhalten. Doch der Körper stelle sich auf bestimmte Zeiten ein. So kann es laut Schuster durchaus vorkommen, dass ein Kind abends zur gleichen Zeit wie immer müde wird, obwohl es mittags später geschlafen hat als gewohnt.

Das Zentrum Kobergerstraße bietet in erster Linie Schwangerschafts- und Familienberatung an. Darüber hinaus gibt es auch wertvolle Tipps für die ersten Lebensjahre. Barbara Schuster und Kira Preußing haben sich in München extra zu integrativen Eltern-Säuglings-/Kleinkind-Beraterinnen fortbilden lassen.

Völlig erschöpft

Viele Eltern suchen laut Schuster und Preußing Hilfe, weil sie völlig erschöpft sind. Immer wieder wird den Expertinnen berichtet, dass Kinder um 19 Uhr für zwei oder drei Stunden am Stück schlafen, dann aber stündlich wach werden. An Erholung ist für die Eltern unter solchen Umständen nicht zu denken.

Kira Preußing arbeitet ebenfalls im Zentrum Kobergerstraße. Wie Barbara Schuster hat auch sie sich in München extra zu einer integrativen Eltern-Säuglings-/Kleinkind-Beraterin fortbilden lassen.

Kira Preußing arbeitet ebenfalls im Zentrum Kobergerstraße. Wie Barbara Schuster hat auch sie sich in München extra zu einer integrativen Eltern-Säuglings-/Kleinkind-Beraterin fortbilden lassen. © Nadine Hackemer

Für Kinder sei es wichtig, ohne Hilfsmittel einzuschlafen, erklärt Kira Preußing. Ein Einschlaffläschchen zu geben, kann sich negativ auswirken. Wie jeder Mensch haben die Kleinen verschiedene Schlafphasen und wachen nachts mehrfach kurz auf. Sind sie gewöhnt mit einem Fläschchen einzuschlafen, kann es sein, dass sie sich schwerer tun, die nächste Schlafphase zu erreichen.

Wo sollen die Kleinen schlafen?

Ob und wie lange Kinder im Bett ihrer Eltern schlafen dürfen, ist weiterhin Gegenstand unzähliger Diskussionen. Klar ist: Um einem plötzlichen Kindstod vorzubeugen, sollten Kinder im ersten Lebensjahr im Schlafzimmer der Eltern nächtigen.

Ob sie danach im Kinderzimmer oder im Bett der Eltern schlafen, sollten Familien für sich selbst herausfinden. "Es ist alles okay, solange es allen gut damit geht", sagt Kira Preußing. Das heißt: Sobald sich jemand gestört fühlt – das Kind vom Schnarchen eines Elternteils oder die Eltern selbst, weil sich ihr Kind im Bett zu breit macht – sollte man künftig vielleicht lieber getrennt schlafen.


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