Steigendes Interesse beim 24. NN-Kunstpreis

14.5.2016, 06:00 Uhr
Die NN-Kunstpreis-Jury bei der digitalen Sichtung der Arbeiten: Vorsitzende Julia Lehner (3.v.li.), rechts neben ihr im Uhrzeigersinn Bärbel Schnell, Sabine Schnell-Pleyer, Toni Schnell, Joachim Bleistein, Werner Tögel, Wolfgang Stolpe.

Die NN-Kunstpreis-Jury bei der digitalen Sichtung der Arbeiten: Vorsitzende Julia Lehner (3.v.li.), rechts neben ihr im Uhrzeigersinn Bärbel Schnell, Sabine Schnell-Pleyer, Toni Schnell, Joachim Bleistein, Werner Tögel, Wolfgang Stolpe. © F.: Matejka

Für die Künstler aus der Region ist er eine wichtige Plattform, für das Publikum ein Höhepunkt im fränkischen Ausstellungsjahr: Der hoch dotierte Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten prägt seit 1993 das hiesige Kulturgeschehen entscheidend mit, zeigt die Vielfalt, Lebendigkeit und Qualität der Szene. Er gibt Anlass zu Diskussionen, lädt zum Vergleichen, Vergnügen, ja auch zum Kunstkauf ein und ist vor allem für junge Künstler oft ein Sprungbrett.

Wer ist bei der 24. Auflage dabei? Darüber entscheidet in diesen Tagen eine neu zusammengesetzte Jury. Deren Vorsitz hat wie in den Vorjahren die Nürnberger Kulturreferentin Julia Lehner inne. Für Kontinuität in dem siebenköpfigen Gremium sorgen zudem Joachim Bleistein, früherer Geschäftsführer im Nürnberger Kunsthaus, und Wolfgang Stolpe vom Verlag Nürnberger Presse.

Neu dazu gekommen sind Bärbel Schnell, Sabine Schnell-Pleyer und Toni Schnell, die Kinder von Bruno Schnell, dem Verleger und Herausgeber der Nürnberger Nachrichten. "Sie sind mit bildender Kunst aufgewachsen, sie wissen, worum es geht", lobt Lehner und betont: "Wir waren uns einig, die Entscheidungen wurden sehr harmonisch getroffen."

Mit im Entscheider-Team ist auch der Maler Werner Tögel, der im Vorjahr den Sonderpreis des Verlegers erhalten hat. "Es ist schon merkwürdig, wenn man sein Urteil über Kollegen abgibt, aber es geht", sagt er und lobt das angenehme Klima in der Runde. Im ersten Jury-Durchgang nach der Vorauswahl haben sich die sieben Juroren durch 925 Bilddateien von 315 Künstlern geackert.

"Es ist anstrengend, aber sehr interessant, so intensiv und konzentriert mit der Kunst zu arbeiten", sagt Toni Schnell. Und Bärbel Schnell lobt das breite Spektrum der eingereichten Kunst – von der Malerei über die Bildhauerei bis zur angewandten Kunst.

Auf maximal 140 Namen musste das Bewerberfeld zunächst eingedampft werden. "Diese Zahl muss dann noch einmal um rund die Hälfte reduziert werden", erklärt Wolfgang Stolpe das Prozedere. Das Nürnberger Kunsthaus, wo die Ausstellung am 27. Juli eröffnet wird, bietet zwar viel, aber nicht unendlich viel Platz. 103 Arbeiten von 78 Kreativen wurden dort im vergangenen Sommer gezeigt.

Viele Erstbewerber

In den Vorjahren setzte sich die Jury vorwiegend aus Museumsleitern, Kunstprofessoren und -sammlern zusammen. "Jetzt wird die Familienseele der Familie Schnell mehr einfließen", sagt Sabine Schnell-Pleyer und betont: "Natürlich ist die Qualität entscheidend, aber gute Kunst muss mir auch emotional etwas vermitteln."

Toni Schnell hält es für einen Vorteil, dass er und seine Geschwister "völlig unbelastet" an die Aufgabe gehen und sich allein von der Kraft der Kunstwerke überzeugen lassen.

((Platzhalter)"Wir kennen viele Namen nicht", sagt er. "Das liegt aber auch daran, dass wir in diesem Jahr sehr viele Bewerber haben, die zum ersten Mal teilnehmen", erklärt Stolpe und meint: "Das zeigt auch, welch großes Potenzial wir in der Region haben."

Wenn die Jury ihre Auswahl abgeschlossen hat, werden die Teilnehmer benachrichtigt. Mitte Juli beginnt der Ausstellungsaufbau im Kunsthaus, wo die sieben Juroren dann kurz vor der Eröffnung ihr Urteil darüber fällen, wer die begehrten Auszeichnungen erhält. Auch 2016 werden wieder Preisgelder in Höhe von insgesamt 38.000 Euro vergeben.

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