Wenn der Pinguin auf der Banane ausrutscht

6.7.2016, 17:00 Uhr
Die Bananenschale bringt den Pinguin ins Straucheln. Die Berufsschüler halten mit der Videokamera drauf, um einen Beitrag zum Thema „Unfallversicherung“ einzuleiten.

Die Bananenschale bringt den Pinguin ins Straucheln. Die Berufsschüler halten mit der Videokamera drauf, um einen Beitrag zum Thema „Unfallversicherung“ einzuleiten. © Fotos: Horst Linke

Ein Moment der Unachtsamkeit, und schon liegt der Pinguin auf dem Boden – ausgerutscht auf einer glitschigen Bananenschale, die achtlos von Jugendlichen im Treppenhaus weggeworfen wurde. Mit dieser Szene leiten die Schüler der Versicherungsklasse das Video zum Thema „Unfallversicherung“ ein. Seit Beginn des Schuljahres nehmen sie zusammen mit vier Bankklassen am Projektunterricht von Lehrer Peter Kührt teil, dem das Projekt schon lange vorschwebte.

„Die Banken und Versicherungen kämpfen damit, junge Leute mit ihren Produkten zu erreichen. Hier wird viel experimentiert. Das machen wir auch und wollen über YouTube mit Videos Jugendliche erreichen“, erzählt der Lehrer zur Idee. Anfangs waren die Versicherungsschüler nicht so begeistert von diesem Projekt: „Es war total unstrukturiert, keiner wusste, wohin es geht“, erinnert sich Benjamin (23).

Als der Lehrer für längere Zeit erkrankte, mussten sich die Azubis zusammenraufen – „und jetzt stehen wir alle hinter dem Projekt und haben es gut im Griff!“ Die Themen, zu denen die jungen Leute Videos erstellen, wurden vorher in verschiedenen Umfragen abgefragt.

So ergab sich eine Top Ten. „Wir fragten Jugendliche, welche Versicherungen ihnen wichtig sind und welche nicht“, erzählt Kevin (22). „Uns überraschte, dass manche als wichtiger erachtet wurden, die wir gar nicht so auf dem Plan hatten, zum Beispiel Wohngebäude- und Rechtschutzversicherung. Mittlerweile haben wir die Themen Haftpflicht, Unfall, Berufsunfähigkeit und Reise in Videobeiträge umgesetzt, der Rest folgt bis August.“

YouTube-Format als Vorbild

Als Vorbild haben sich die Berufsschüler ein YouTube-Format genommen, das bei jungen Leuten gut ankommt: Ein Experte steht vor der Kamera und erklärt die jeweilige Versicherung – kurz, knapp und witzig.

„Dabei fällt es uns schon schwer, uns zum Teil dümmer zu stellen, als wir sind. Denn wir lernen in der Ausbildung die Versicherungen viel ausführlicher kennen, als wir sie im Video rüberbringen können“, sagt Benjamin. Zu jedem Themenkomplex ist neben dem Expertenvideo auch ein „Pinguin“ oder eine Animation geplant, die das Ganze etwas auflockern. Der Pinguin zeigt immer eine Situation: Zum Beispiel tritt er einmal auf eine Brille, das ist ein Fall für die Haftpflichtversicherung. Oder er wird am Strand plötzlich krank, es geht also um Krankheit im Urlaub.

Auf dem Rechner werden die gefilmten Szenen zu einem Video zusammengeschnitten.

Auf dem Rechner werden die gefilmten Szenen zu einem Video zusammengeschnitten.

Während die einen Schüler an einem neuen Video drehen, schneiden die anderen im Projektraum die einzelnen Szenen, erstellen Animationen oder kümmern sich um die Homepage finanzchecker.jimdo.com. Auf diese werden alle Videos hochgeladen, zudem kann man sich noch mehr über Finanz- und Versicherungsthemen informieren.

Die Bankklassen haben zum Beispiel die Themen Geldanlagen und Kredite in Videos inszeniert oder Allgemeines wie: Was hat es mit der Lohn- und Einkommensteuer auf sich? Was ist ein PayPal-Konto? Wie funktioniert eine Kreditkarte? Oder wie überweist man Geld?

Mit ihrem Projekt wollen die Azubis also auf die wichtige Finanz- und Versicherungswelt aufmerksam machen und junge Leute davor schützen, unwissend Probleme mit Banken oder Versicherungen zu bekommen, zum Beispiel, wenn sie ihr Girokonto überziehen. Weiterhin bewerben sich die Schüler auch um Preise bei verschiedenen Wettbewerben.

Zwei Erfolge können jetzt schon verzeichnet werden: Wenn man die „Finanzchecker“ googelt, tauchen sie schon auf der ersten Suchseite auf. Zudem stellt die VR-Bank Asperg bei Ludwigsburg den Azubis die Domain www.finanzecker.de für zwei Jahre kostenlos zur Verfügung. Klickt doch gleich mal rein – und macht euch schlau!

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