Weihnachtszeit

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt: Alles über die weihnachtliche Tradition

Simone Madre
Simone Madre

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27.11.2022, 09:02 Uhr
Hier erfahren Sie, was Advent bedeutet und welche Traditionen es gibt.

© Gudrun Krebs via www.imago-images.de Hier erfahren Sie, was Advent bedeutet und welche Traditionen es gibt.

"Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Erst ein, dann zwei, dann drei, dann vier, dann steht das Christkind vor der Tür." Für viele Menschen ist die Zeit vor Weihnachten die schönste Zeit des Jahres. Die Adventszeit steht für Nächstenliebe, Großzügigkeit und Vergebung. Kinder freuen sich in der Adventszeit vor allem auf das Weihnachtsfest, das mit jedem Adventstag näher rückt.

Was bedeutet "Advent"?

Der Begriff "Advent" stammt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt "Ankunft" (lat. adventus). Die Christen feiern in der Adventszeit die Vorbereitung auf die Geburt Jesu. Aber der Advent hat für das Christentum eine doppelte Bedeutung: Auf der einen Seite wird an die Geburt von Jesus erinnert und auf der anderen Seite stehen die vier Sonntage im Advent für das Warten auf die Wiederkehr Jesu zum jüngsten Gericht. Daher nehmen für gläubige Christen Buße und Gebete eine entscheidende Rolle in der Adventszeit ein.

Die Adventszeit geht auf Papst Gregor den Großen (540-604) zurück. Schon damals wurden die vier Adventssonntage festgelegt. Die vier Adventssonntage symbolisieren die vier Jahrtausende, in denen die Menschen nach der damaligen Auffassung nach dem Sündenfall auf die Ankunft von Jesus warteten.

Adventssonntage 2022

Im Folgenden werden die vier Adventssonntage des Jahres 2022 und dessen Bedeutung näher erläutert. Wann ist der Advent 2022? Was feiern wir an den einzelnen Adventssonntagen?

Erster Advent: Wann ist der erste Advent 2022?

Der 1. Advent findet 2022 am Sonntag, den 27. November, statt. Am ersten Advent wird die erste der vier Kerzen auf dem AdventskranzAnzeige angezündet. Diese wird auch als "Kerze der Prophezeiung" bezeichnet. In der katholischen und evangelischen Kirche beginnt am ersten Advent gleichzeitig auch das neue Kirchenjahr.

Zweiter Advent: Wann ist der zweite Advent 2022?

Der 2. Advent fällt dieses Jahr auf Sonntag, den 4. Dezember. Neben der ersten Adventskerze wird am 4. Dezember die nächste Kerze des Friedens als Symbol für Jesu Geburt angezündet. Die brennenden Kerzen stehen sich dabei nicht gegenüber, sondern brennen nebeneinander. Das Anzünden erfolgt im Uhrzeigersinn.

Dritter Advent: Wann ist der dritte Advent 2022?

Am Sonntag, den 11. Dezember 2022, wird der 3. Advent gefeiert. Am dritten Advent wird die Kerze der Freude angezündet.

Vierter Advent: Wann ist der vierte Advent 2022?

Der letzte und 4. Advent findet dieses Jahr am 18. Dezember 2022 statt. Der vierte Adventssonntag ist meist der letzte Sonntag vor dem ersten Weihnachtstag. Teilweise fällt der vierte Advent auch genau auf Heiligabend (24. Dezember). Am vierten Advent leuchtet die letzte Kerze des Adventskranzes, die Kerze der Liebe.

Traditionen in der Adventszeit

In der Adventszeit gibt es zahlreiche Traditionen und Bräuche. Mit Beginn der Adventszeit steigt die Vorfreude auf das Weihnachtsfest. Diese Bräuche gehören in vielen Familien fest zur Adventszeit:

Adventskranz

Der AdventskranzAnzeige gehört zu den bekanntesten Traditionen im Advent. Den Adventskranz gibt es schon seit 1839. Damals stellte der evangelische Theologe Johann Wichern in seinen Kinder- und Jugendheim in Hamburg einen hölzernen Kerzenleuchter auf. Damit wollte er den Kindern eine schöne Vorweihnachtszeit ermöglichen und die verbleibenden Tage bis Weihnachten anschaulich machen. Damals waren es zwanzig kleine rote Kerzen, die für die Werktage bis Weihnachten standen, und vier größere für die Adventssonntage. Heute besteht der Adventskranz meist aus Tannenzweigen und vier identischen Kerzen. Die Kerzen stehen für das Licht, das der Gottessohn in die Welt gebracht hat.

Adventskalender

Der AdventskalenderAnzeige hat sich insbesondere für Kinder etabliert: Mit 24 kleinen Türchen verschönert der Adventskalender nicht nur die Weihnachtszeit, sondern verkürzt auch die Wartezeit bis zum Heiligabend. Die Bandbreite an Adventskalendern ist groß – vom SchokoladenkalenderAnzeige über den SpielzeugkalenderAnzeige bis hin zu selbstgemachten Kalendern ist alles dabei, was das Kinderherz höher schlagen lässt. Kinder lernen hier Geduld und Vorfreude.

Aber auch Erwachsene machen ihrem Partner beispielsweise eine große Freude, indem sie einen Adventskalender mit 24 kleinen Überraschungen vorbereiten.

Nikolaustag am 6. Dezember

Der traditionelle Nikolaustag geht bis in das 15. Jahrhundert zurück. Dort stellten Kinder am Vorabend des 6. Dezember einen Schuh vor die Haustür und erhofften sich damit Geschenke oder Süßigkeiten vom Nikolaus. Auch heute stellen Kinder ihren Stiefel oder Strümpfe vor die TürAnzeige und freuen sich auf kleine Geschenke.

Plätzchen backen

Für viele Menschen gehört das Backen von Plätzchen fest zur Weihnachts- und Adventszeit. Egal ob Vanillekipferl, Zimtsterne, Weihnachtsstollen oder ein Lebkuchenhaus – hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. Zahlreiche Rezepte können Sie online finden oder in Rezeptbüchern, wie etwa "Plätzchen von A-Z: Mit über 100 Löffel- und Rollenkeksrezepten"Anzeige von Dr. Oetker.

Weihnachtsmärkte

Traditionelle Weihnachtsmärkte, wie etwa den in Bayreuth oder in Nürnberg, gibt es schon seit mehr als 400 Jahren. Auf den heutigen Weihnachtsmärkten findet man eine große Auswahl an Süßigkeiten, Knabbereien, Glühwein, Krippenfiguren, Handwerkskunst, Lichterketten und sonstigen WeihnachtsschmuckAnzeige.

Türschmuck

Das Anbringen von MistelzweigenAnzeige an der Haustür gehört bei vielen Menschen zu den Traditionen in der Adventszeit. Das Symbol soll alle Besucher herzlich begrüßen. Außerdem sagt man, dass es Paaren Glück bringt, wenn sie sich unter den Mistelzweigen küssen. Wenn eine junge Frau unter einem Mistelzweig steht, darf sie laut Tradition nicht ablehnen, geküsst zu werden – ob das heute noch zeitgemäß ist, bleibt dahingestellt.

Roratemesse

Wer sich auf christliche Traditionen besinnen möchte, kann an einer Roratemesse teilnehmen. Die Messen finden am frühen Morgen statt und strahlen eine einzigartige Atmosphäre durch den warmen Kerzenschein aus. Zudem werden spezielle Texte vorgetragen und besondere Lieder gesungen – alles bezieht sich hier auf die vorweihnachtliche Zeit.

Adventslieder

Im Advent gibt es zahlreiche Adventslieder. Das gemeinsame Singen mit der Familie soll die Liebe, Freude, Beschaulichkeit, Vertrautheit und Gemütlichkeit des Festes unterstreichen. Zu den bekanntesten Adventsliedern gehören

  • "Lasst uns froh und munter sein"
  • "Alle Jahre wieder"
  • "Es ist ein Ros entsprungen"
  • "Leise rieselt der Schnee"
  • "Kommet ihr Hirten"
  • "Oh du fröhliche, oh du selige"

Weitere Weihnachtslieder finden Sie in unserem Beitrag.

Friedenslicht aus Betlehem

Seit 1986 bringen Pfadfinder verschiedener Verbände das Friedenslicht aus Bethlehem in die kirchlichen Gemeinden. Damit soll an die Worte der Weihnachtsbotschaft erinnert werden.

Adventsklopfen

Früher war es Tradition, dass Kinder in der Adventszeit mit Ruten und Hämmerchen um die Häuser zogen und gegen die Haustüren der Bewohner schlugen. Dabei sangen sie Lieder und baten um Plätzchen, Nüsse oder Kleingeld. Den Begriff des "Klopfertags" kennt man vor allem in Süddeutschland.

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