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Deutsche trinken in Corona-Zeiten weniger Bier - und mehr Schnaps

Insgesamt wird weniger Alkohol verkauft - Brauereien in Sorge - 22.06.2020 17:56 Uhr

Im Mai ging der Absatz von Bier um 62 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück - Spirituosen waren aber gefragter.

© pixabay


Die Deutschen bleiben in der Corona-Krise offenkundig häufiger nüchtern als üblich. In diesem Frühjahr wurde deutlich weniger Alkohol verkauft als sonst. Nach der Steuerstatistik gingen der Absatz von Bier kräftig zurück, im Mai sogar um 62 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dafür wurden etwas mehr Spirituosen verkauft.

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"Die gesellschaftlichen Auswirkungen auf den Alkoholkonsum, Alkoholmissbrauch und -abhängigkeit infolge der Covid-19-Pandemie sind derzeit noch nicht abschätzbar", erklärte das Gesundheitsministerium in seiner Antwort auf eine Anfrage der FDP-Fraktion. Für die Brauer dagegen ist schon klar: Sie erleben der stärksten Einbruch seit Gründung der Bundesrepublik.


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Kneipen und Restaurants waren im März geschlossen worden, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen. Seit Ende Mai werden die Beschränkungen gelockert. Die Steuereinnahmen beim Akohol lassen zwar keinen Rückschluss auf den tatsächlichen Konsum zu, wohl aber auf den Getränkeabsatz, erläuterte das Ministerium.

Schnaps verkauft sich derzeit besser

Demnach brachte Bier im Mai noch rund 21 Millionen Euro an Steuern ein - ein Jahr zuvor waren es noch knapp 56 Millionen Euro gewesen. Sekt und andere Schaumweine legten unterdessen leicht zu, ebenso Spirituosen. Doch auch Schnaps verkaufte sich trotz leichter Zuwächse im Mai in diesem Frühjahr nicht ganz so gut wie in den Vorjahren.

"Neben dem Zusammenbruch der Exportmärkte hat die dramatische Situation des Gastgewerbes in einem Dominoeffekt auf die Brauwirtschaft übergegriffen und den Fassbierabsatz über Wochen vollständig einbrechen lassen", erklärte der Brauer-Bund. Marktdaten deuteten daraufhin, das die Menschen also insgesamt nicht mehr, sondern tendenziell weniger Alkohol in Krisenzeiten konsumieren.

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Auch eine internationale Umfrage im Auftrag von Bier-, Wein- und Spirituosenherstellern legen diesen Schluss nahe. Jeder vierte Deutsche gab darin an, in der Corona-Krise deutlich weniger oder gar nicht mehr Alkohol zu trinken. Nur sechs Prozent der Befragten griffen jetzt häufiger zum Glas.

Der Brauer-Bund spricht von verheerenden Folgen für seine Mitglieder. Bis zu 88 Prozent haben Kurzarbeit angemeldet. Schon in den ersten vier Monaten hätten die größeren der 1500 Brauereien Umsatzeinbußen von 22 Prozent zu verkraften gehabt, die kleineren von 32 Prozent.


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Schnelle Besserung ist demnach nicht in Sicht. "Der Neustart ist für viele Gaststätten und Kneipen wegen der niedrigen Auslastung aufgrund behördlicher Auflagen nicht rentabel." Viele Gäste mieden noch die Gaststätten.

"Langfristig geht der Alkoholkonsum in Deutschland zurück", stellte das Gesundheitsministerium fest. Bei Frauen sei der Rückgang stärker als bei Männern. Trank nach amtlichen Daten 1999 durchschnittlich noch jeder Deutsche 123 Liter alkoholhaltiges Bier, waren es zwanzig Jahre später noch 94 Liter.

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© Montage: Sabine Schmid

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© Achim Bergmann

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Frage 1/10:

Silberner Brauerstern auf Hellblau. Wer ist's?

Die Brauerei Wagner aus Merkendorf, erstmals erwähnt 1797. Rund um Bamberg wird das Wagner sehr geschätzt, besonders das ungespundete Lager und das naturtrübe Kellerbier.

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Frage 2/10:

Diese Kirchtürme deckeln welches Bier?

Brauerei Trunk aus Vierzehnheiligen/Bad Staffelstein, der gute Stoff wird auch Nothelfer genannt. Nothelfer? Die Erklärung ist einleuchtend: Seit 1803 wird das Bier oberhalb der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen gebraut. Und wenn die erschöpften Pilger seit jeher oberhalb des Gotteshauses aus dem nahen Wald kommen, stärken sich nicht wenige erst mal mit einem kühlen Bier, bevor sie dann die Kirche betreten.

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Frage 3/10:

Nicht verkehrt, mit Schild und Schwert.

Seit über 300 Jahren in Familienbesitz zählt Held aus Oberailsfeld schon zu den bekannteren Privatbrauereien in der Region. Besonders das Helle ist beliebt. Seit 1680 wird hier schon gebraut.

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Frage 4/10:

Hier springt der Hirsch - auf welche Brauerei?

1845 übernahm der Müllerssohn Johannes Kraus das damalige "Wirtschaftsguth" in Hirschaid - und seither ist die Brauereigaststätte ohne Unterbrechung im Besitz der Familie.

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Frage 5/10:

Ein grüner Baum, wo steht der?

"Zum Grünen Baum" heißt der Brauereigasthof der Familie Bayer aus Theinheim im Steigerwald. Gefeiert wird hier oft, unlängst erst ein runder Geburtstag: Seit 1718 wird hier schon gebraut.

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Frage 6/10:

Ein bunter Vogel - auf welchem Bier sitzt er?

"Zum Pfau!", heißt es öfter, wenn es nach Frauendorf geht. Seit 1867 ist die Familie Hetzel Herr über die dort ansässige Brauerei.

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Frage 7/10:

Der Zwerg vom Berg, wo braut er sein Bier?

Der markante Zwerg stammt von der Staffelberg-Bräu aus Loffeld. In der sechsten Generation, seit 1856, führt die Familie Geldner-Wehrfritz dort die Brauerei. Zehn Jahre später, 1866, ließ Jakob Geldner ein eigenes Brauhaus folgen, nochmals zehn Jahre später dann eine eigene Faßhalle.

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Frage 8/10:

Raubtier mit Schild und Krone. Wer ist's?

In Untersiemau/Birkach wird seit 1822 das "Eller" gebraut. Als beliebtestes gilt das Rotbier, Christian Eller braut aber auch ein süffiges Pils.

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Frage 9/10:

Schwarzer Adler, wer hat sich den gekrallt?

Adler-Bräu aus Stettfeld ist inmitten der unterfränkischen Haßberge daheim - und das schon seit 1730. Bräustübla, Biergarten, Sudhaus und sogar einen "Bärentrunk" gibt's hier.

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Frage 10/10:

Weißer Löwe - wo kommt der her?

Hier sind Wirths-Leute am Werk! Die nun schon 9. und 10. Generation der Familie Wirth führt das Löwenbräu. Natürlich nicht zu verwechseln mit dem Münchner! "Unser" Löwenbräu stammt aus Neuhaus im Aischgrund und das schon seit 1747. Im Sortiment gibt es hier mehrere Löwen und sogar eine "Karpfen Weisse".

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dpa

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