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Habeck will Mikroplastik in Pflegeprodukten verbieten

Die Europäische Union solle zudem eine Steuer auf Wegwerfprodukte einführen - 23.10.2018 13:26 Uhr

Mikroplastik in Pflegeprodukten: "Wir müssen radikal umsteuern", sagt Robert Habeck. © Jens Büttner/dpa-Zentralbild


"Wir müssen jetzt radikal umsteuern und den Plastikkonsum massiv reduzieren", sagte Habeck den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch). Von 2030 an sollten alle in der EU gebrauchten Kunststoffprodukte wiederverwendbar, komplett abbaubar sein oder kosteneffizient recycelt werden können, forderte er.

Wissenschaftler des österreichischen Umweltbundesamts und der Medizinischen Universität Wien hatten laut einer am Dienstag veröffentlichten Untersuchung bei allen Studienteilnehmern Mikroplastik im Stuhl nachgewiesen. Habeck bezeichnete die Studie als ein weiteres Alarmsignal. "Plastik ist in unsere gesamte Lebenswelt eingedrungen, es ist eines der größten Umweltprobleme dieser Zeit", sagte der Grünen-Chef und forderte als ersten Schritt ein Verbot von Mikroplastik in Kosmetika, Körper- und Pflegeprodukten.

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"Keiner braucht Mikroplastik in der Zahnpasta." Zahllose Plastikverpackungen seien schlicht überflüssig, ergänzte der Grünen-Chef. Die Europäische Union müsse zudem eine Plastiksteuer auf Wegwerfprodukte einführen. Die Studienteilnehmer leben den Angaben zufolge in Finnland, Großbritannien, Italien, Polen, Russland, Japan, Österreich und den Niederlanden.

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Alle konsumierten in Plastik verpackte Lebensmittel oder Getränke aus PET-Flaschen, die Mehrzahl von ihnen verzehrte Fisch oder Meeresfrüchte und niemand ernährte sich ausschließlich vegetarisch. Die Auswirkungen des Mikroplastiks auf den menschlichen Organismus, insbesondere den Verdauungstrakt, könnten erst in einer größer angelegten Studie erforscht werden, erklärte der Wissenschaftler Philipp Schwabl in Wien.

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