Komplette Schließung des ÖPNV in Deutschland? Merkel dementiert wohl

Stefan Zeitler

Online-Redaktion

E-Mail zur Autorenseite

15.1.2021, 06:21 Uhr

So berichtet die Bild-Zeitung aus internen Quellen, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits kommende Woche einen eindringlichen Appell an ihre Ministerpräsidenten richten will. So soll am 20. Januar eine dringliche Ministerpräsidentenkonferenz einberufen werden. Sind die Quellen korrekt, haben es die Punkte auf der Tagesordnung dann in sich: So soll im Kanzleramt bereits über die Einstellung des öffentlichen Personennah- und Fernverkehr nachgedacht werden.

So werde im Verkehrsministerium bereits geprüft, was die Konsequenzen wären, sollte das gesamte Land den Personenverkehr einstellen. Ein absolutes Minimum an öffentlichem Personenverkehr müsse aber in jedem Falle weiter bestehen. So sei es derzeit auch völlig unklar, wie so etwas funktionieren könne, da etwa Pflegekräfte und andere Bedienstete in sogenannten systemrelevanten Berufen für den Arbeitsweg auf Busse und Bahnen angewiesen seien, berichtet der Tagesspiegel. Die Versorgung der Bevölkerung müsse auch dann sichergestellt sein – so der Tenor.

Eine komplette Schließung des ÖPNV habe Merkel demnach auch laut der Deutschen Presse-Agentur bereits in einer internen Schalte dementiert. Offizielle Auskünfte gibt es aus dem Ministerium hierzu bislang nicht. Dass der öffentliche Personentransport für die breite Masse, die nicht in die Systemrelevanz fällt, maximal eingedämmt werden könne - diese Option scheint auch nach diesem Dementi nicht komplett vom Tisch.


Bericht: Merkel will Treffen nur noch mit einer festen Person erlauben


Zudem sei eine deutschlandweite Ausgangssperre demnach eine Option. Nächstes großes Thema: das Homeoffice. Weil immer noch nicht genügend Arbeitgeber maximale Homeoffice-Chancen ermöglicht haben, sollen einzelne Bundesländer nun auf eine Pflicht-Regelung drängen.

So zeigt die Bild zudem Aufnahmen von einem nächtlichen Krisengipfel zwischen Merkel und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Bei diesem Treffen soll Merkel offen erklärt haben, dass ihr die vollen Straßen- und S-Bahnen in ganz Deutschland große Sorgen bereiten. Viel zu viele Menschen würden immer noch jeden Tag in die Arbeit gehen, weil die Homeoffice-Chancen nicht maximal ausgenutzt würden.

Vor allem zwei Faktoren bereiten führenden Wissenschaftlern, Experten und Politikern in Deutschland immer mehr Sorge: Die Covid-Mutationen aus Großbritannien und Südafrika. Beide Varianten wurden bereits in Deutschland nachgewiesen. Zudem sollen diese Arten weitaus ansteckender sein als das bisherige Coronavirus.

Weiterer Punkt auf der Liste: Das Thema FFP2-Masken. So soll auch erörtert werden, ob die Pflicht bundesweit eingeführt werden soll. Bislang hat nur Bayern diese Regelung verkündet. Unklar bleibe jedoch, ob es überhaupt genügend Masken für komplett Deutschland geben würde. In Nürnberg gab es bereits Ärger rund um die FFP2-Pflicht, die ab Montag in ganz Bayern in Kraft tritt. So gebe es immer mehr Stimmen, die einheitliche Regelungen in ganz Deutschland rund um die Themen Schulen, Kitas und Kontaktbeschränkungen durchsetzen wollen.

Dass der Lockdown einmal mehr verlängert werden muss – gilt nur noch als offenes Geheimnis. Kanzlerin Merkel soll bereits durchblicken haben lassen, dass sie sich auf einen Lockdown bis kurz vor Ostern einstelle. Auch Kanzleramts-Chef Helge Braun schloss einen Shutdown bis in den März hinein nicht mehr aus.