OB Maly: Pro Jahr 400 neue Wohnungen für Flüchtlinge

9.8.2015, 06:00 Uhr

"Wohnen wird die Hauptherausforderung sein", sagt Nürnbergs OB Ulrich Maly. © Horst Linke

"Unter Berücksichtigung der Anerkennungsquote und der Familiengröße brauchen wir 400 Wohnungen zusätzlich im Jahr für diejenigen, die auf Zeit oder dauerhaft bleiben. Wir haben 2000 Bauanträge im Jahr. Wir müssen von 2000 auf 2500 kommen, um den Markt halbwegs im Gleichgewicht zu halten", sagte Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly im Interview mit der Nürnberger Zeitung.

Maly geht davon aus, dass der Bund demnächst erhebliche Fördermittel für den Wohnungsbau zur Verfügung stellen wird. "Wohnen wird die Hauptherausforderung sein", sagt Maly. "Jobs sind nicht das große Problem."

"Die Frage ist, wie lange macht die Zivilgesellschaft mit?"

Doch auch Nürnbergs Oberbürgermeister sagt: Das kostet. Wie viel allerdings, das könne man allerdings noch nicht abschätzen. "Grundsätzlich bekommen wir die Kosten für die Unterbringung der Asylbewerber vom Freistaat, aber nicht die städtischen Personalkosten", sagt Maly in der Nürnberger Zeitung. "Die monetäre Belas­tung ist aber nicht die schlimmste Dimension. Die Frage ist, wie lange macht die Zivilgesellschaft mit? Noch gibt es hervorragende Beispiele für Hilfsbereitschaft wie im Knoblauchs­land."

Pronold gegen Programm für Flüchtlinge

Unterdessen hat der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesbauministerium, Florian Pronold (SPD), ein spezielles Wohnungsbauprogramm für Flüchtlinge abgelehnt. Dies würde letztlich zur Ghettobildung führen. Fest stehe aber, dass es einen großen Bedarf an preisgünstigen Wohnungen gebe.

"Wir brauchen dringend mehr bezahlbare Wohnungen für alle - auch für die Normalverdiener, die große Probleme haben, sich ihre vier Wände noch leisten zu können", sagte Pronold. Daher müsse der soziale Wohnungsbau "deutlich ansteigen". Davon würden auch Flüchtlinge profitieren, die dauerhaft hierbleiben, so Pronold.

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