"Verkorkster Wahlkampf"

Seehofer: Union hätte auch mit Söder als Kanzlerkandidat verloren

27.10.2021, 18:05 Uhr
Laut Horst Seehofer sei die Hauptursache für die Wahlniederlage der Union die Vernachlässigung der Sozialpolitik gewesen.

Laut Horst Seehofer sei die Hauptursache für die Wahlniederlage der Union die Vernachlässigung der Sozialpolitik gewesen. © Jürgen Heinrich via www.imago-images.de, imago images/Jürgen Heinrich

"Ich halte die These, wenn Markus Söder Kanzlerkandidat gewesen wäre, dann wäre alles besser gelaufen, für nicht nachvollziehbar", sagte Seehofer am Mittwoch dem Fernsehsender Bild über seinen Nachfolger auf dem CSU-Vorsitz.

Hauptursache für die Wahlniederlage sei eine Vernachlässigung der Sozialpolitik bei der Union gewesen. "Wenn wir 1,4 Millionen Wähler an die SPD verlieren - wie ich glaube, aus sozialpolitischen Gründen: Rente, Miete, Familie - dann haben wir dieses Feld unzureichend bearbeitet."

Söder wäre als Kanzlerkandidat ebenso "entblättert und durchleuchtet" worden wie Armin Laschet (CDU) oder auch Annalena Baerbock (Grüne), meinte Seehofer, der als Bundesinnenminister noch geschäftsführend im Amt ist. Und: "Wir haben gemeinsam einen verkorksten Wahlkampf geführt. Das kann man nicht bestreiten."

Söder, der Laschet im Ringen um die Kanzlerkandidatur trotz besserer Umfragewerte unterlegen war, hatte im Wahlkampf teils gegen diesen gestichelt und nach der verlorenen Wahl gesagt: "Am Ende wollten die Deutschen einen anderen Kanzlerkandidaten als den, den CDU und CSU aufgestellt haben."

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