"Sicher und wirksam": EMA empfiehlt Astrazeneca-Impfstoff weiter - will aber Warnhinweis

18.3.2021, 18:06 Uhr

"Die Impfung ist sicher und wirksam", sagt EMA-Chefin Emer Cooke in der Pressekonferenz in Amsterdam, bei der verkündet wurde, dass das Vakzin wieder verimpft werden soll und von der EMA weiter empfohlen wird. Sabine Straus, PRAC-Vorsitzende, bestätigt dies noch einmal. Es werde aber eine extra Warnung vor möglichen seltenen Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen bei den möglichen Nebenwirkungen aufgenommen. Wie Straus erklärt, werden weitere Untersuchungen durchgeführt. Die EMA sieht aber keine erhöhten Gesundheitsgefahren und empfiehlt die Fortsetzung der Impfungen.

Die EMA hatte alle Daten der Fälle gemeinsam mit dem Hersteller des Impfstoffes, Experten für Bluterkrankungen sowie Gesundheitsbehörden geprüft. Am Mittwoch hatte bereits die Weltgesundheitsorganisation WHO für die weitere Nutzung des Impfstoffes plädiert.

Was die Entscheidung der EMA konkret für die Bevölkerung der Bundesrepublik bedeutet, ist derzeit noch offen. Eine ursprünglich geplante Pressekonferenz mit der deutschen Kanzlerin wurde abgesagt, danach auch die stattdessen angekündigte mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Ob die Impfungen in Deutschland wieder aufgenommen werden, muss auf nationaler Ebene entschieden werden.

Gebrauch des Vakzins war in Deutschland ausgesetzt worden

Der Gebrauch des Astrazeneca-Impfstoffs war in Deutschland und weiteren Ländern nach vereinzelten Thrombosefällen nach Impfungen ausgesetzt worden. Impfstoff-Sicherheit zuständige Institut hatte wegen möglicher Gesundheitsrisiken dazu geraten, Impfungen mit dem Astrazeneca-Stoff auszusetzen. In Deutschland sind in den vergangenen Tagen bis zur heutigen Entscheidung nur die Präparate von Biontech/Pfizer und Moderna geimpft worden.


Auch Deutschland setzt Impfungen mit Astrazeneca aus


Der Fachanwalt für Medizinrecht, Alexander Ehlers hat bereits im Vorfeld gemutmaßt, dass die europäische Arzneimittelbehörde EMA beim Impfstoff von Astrazeneca Beschränkungen für bestimmte Patienten erlassen wird und der Stopp der Impfungen mit diesem Vakzin dann entsprechend aufgehoben wird.

"Wir erwarten (...), dass die EMA wahrscheinlich einen Warnhinweis ergänzend aufnehmen wird, und zwar dahingehend, dass Patientinnen und Patienten mit Blutgerinnungsstörungen und Einnahme von Kontrazeptiva, also Antibabypille, hier von der Impfung ausgenommen werden sollten", sagte der Direktor des Health Care Management Institutes an der privaten EBS Universität für Wirtschaft und Recht bei Frankfurt am Donnerstagmorgen im Deutschlandfunk. "Das ist zu erwarten und insofern wird der Impfstoff weiterhin zur Verfügung stehen".

© Matthias Bein, dpa

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