Pandemie

Söder nach Corona-Gipfel: Das sind die neuen Maßnahmen in Bayern

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Stefan Zeitler

Online-Redaktion

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8.1.2022, 06:51 Uhr
Verkündete den weiteren Fahrplan für Bayern: Markus Söder.

© Peter Kneffel, dpa Verkündete den weiteren Fahrplan für Bayern: Markus Söder.

"Omikron wächst. Auch bei uns", leitete Markus Söder sein Statement direkt im Anschluss an die Ministerpräsidentenkonferenz ein. Immerhin: "Die Maßnahmen für Delta zeigen große Wirkung. Wir wissen aber auch alle, dass das kein Grund ist, sich zurückzulehnen". Bayern bleibe "Team Vorsicht und Team Augenmaß".

Bei allen Entscheidungen sei es zudem unabdingbar, die Basis der wissenschaftlichen Erkenntnis mit einzubeziehen. Zu Omikron seien noch viele Fragen offen. So sei der Verlauf wohl milder, die Ansteckungsgefahr jedoch größer. Das führe in den Krankenhäusern zu weniger Belegungen der Intensivbetten, dafür würden die "normalen" Betten deutlich mehr in Anspruch genommen, prognostiziert der Ministerpräsident.

2G-Plus in der Gastronomie - Holetschek will Notwendigkeit prüfen

Für die Wirte durchaus überraschend: Zum Thema 2G-Plus in der Gastronomie äußerte sich Söder deutlich zurückhaltend. Während Bayern quasi seit Beginn der Pandemie die mit am schärfsten formulierten Corona-Regeln hat, wurde der Ministerpräsident bei diesem Thema zurückhaltend: "Wir sind da sehr sehr skeptisch", erklärte Söder. Man werde in den kommenden Tagen genau auswerten, ob 2G-Plus in der normalen Gastro "wirklich notwendig und unverzichtbar" sei, fügte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek nochmal an.

Neue Quarantäne-Regeln in Bayern

Ein weiterer zentraler Punkt, der neu geregelt wird, sind die Quarantänevorschriften. So sollen Kontaktpersonen, die als offiziell "geboostert" gelten, von der Quarantäne ausgenommen werden. Hatte man als "Geboosterter" Kontakt zu einem Infizierten, muss man anschließend nicht in Quarantäne – wenn ein direkt durchgeführter Coronatest nicht positiv ausfällt. Für alle anderen Personengruppen endet die Isolation beziehungsweise die Quarantäne damit auf dem Papier nach zehn Tagen.

Ausnahmeregelungen soll es hier bei der "kritischen Infrastruktur" geben. Demnach kann "die Isolation (…) nach erfolgter Infektion nach sieben Tagen durch einen obligatorischen PCR-Test beendet werden, wenn die Betroffenen zuvor 48 Stunden symptomfrei waren". Dies betreffe dann vor allem Beschäftigte in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe.

Diese Bereiche – erklärte Holetschek – seien durch die Verordnung des Bundes vorgegeben. Hier könne aber noch "individuell nachgesteuert" werden, ob es neben Polizei, Feuerwehr, Rettungskräften, Strom- und Wasserversorgung noch weitere Gruppen gebe, die man in die "kritische Infrastruktur" mit aufnehmen müsse.

Für Schülerinnen und Schüler gibt es zudem die Möglichkeit, sich bereits nach fünf Tagen freitesten zu können. Alle weiteren Informationen dazu finden Sie hier:

Viel ändern müsse Bayern nicht, da man bereits den Instrumentenkasten weit ausgenutzt habe. Enttäuscht zeigte sich Söder, dass man keine Einigung für eine FFP2-Pflicht in ganz Deutschland ausarbeiten konnte. Selbst eine schlechtsitzende FFP2-Maske habe lediglich eine Ansteckungsgefahr von rund vier Prozent – das hätten aktuelle Untersuchungen erneut bestätigt, erläuterte Bayerns Ministerpräsident zu diesem Thema.

Auch nach diesem Gipfel seien viele Punkte noch offen. Die epidemische Lage, die Impfpflicht sowie die Darstellung eines Pflegebonus. "Wir sind der festen Überzeugung, dass hier großzügig gezahlt werden muss, auch in Arztpraxen, wo die gleiche Arbeit geleistet wird", formulierte Söder eine deutliche Forderung.

Das Paket zur Wirtschaftshilfe sei zudem deutlich zu wenig. Corona sei nicht nur eine "virologische", sondern mittlerweile auch eine "gesellschaftliche und soziale Herausforderung" geworden, auf die man nun "multikomplex" reagieren müsse, da "wir diese Vertiefung in den Gräben der Gesellschaft auf Dauer nicht akzeptieren können", schloss Söder seine Rede mit einem durchaus flammenden Appell.