Montag, 09.12.2019

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Protestnote in XXL

40 Meter hohes „Nein“ gegen die Gleichstromtrasse - 27.06.2014 06:00 Uhr

An fünf Abenden haben bis zu 20 Leute, hauptsächlich Damen, im Feuerwehrhaus von Raitersaich eifrig gespendete Bettwäsche und Tischdecken sortiert und zu langen, 2,70 Meter breiten Bahnen aneinandergenäht. © privat


Mit Stoffbahnen setzen die 60 BI-Mitglieder aus Raitersaich und den umliegenden Dörfern ihr „Nein!“ zur Monstertrasse in 40 Meter hohen Lettern auf einer Wiese zwischen Raitersaich und Clarsbach vor der Kulisse eines der größten Umspannwerke Bayerns in Szene. 40 Meter, so breit würden sich die Ausleger der über 70 Meter hohen Masten am Firmament querlegen und das auf drei Seiten von Strommasten gesäumte Raitersaich auch noch auf der vierten Seite und damit rundum einkesseln. Ganz ohne Remmidemmi, sondern still, friedlich aber mit Effekt will die BI um Sprecherin Andrea Platzer ihr Veto gegen dieses Szenario kundtun.

An fünf Abenden haben bis zu 20 Leute, hauptsächlich Damen, im Feuerwehrhaus von Raitersaich eifrig gespendete Bettwäsche und Tischdecken sortiert und zu langen, 2,70 Meter breiten Bahnen aneinandergenäht, berichtet Roßtals Umweltreferent Michael Brak, der die Protestbewegung im Frühjahr initiierte. Am Samstag, 28. Juni, ab 10 Uhr, werden die Trassengegner aus Raitersaich, Clarsbach, Fernabrünst und Vincenzenbronn die Bahnen für die Buchstaben im Riesenformat auslegen — eine windarme Witterung käme ihnen sehr gelegen, bestätigt Brak.

Auch Schaulustige sind willkommen. Wer sich informieren möchte, warum die Trassengegner die Hochspannungsleitung aus Bad Lauchstädt in Sachsen-Anhalt bis nach Meitingen bei Augsburg rundum ablehnen und sich die Roßtaler Dörfer im speziellen nicht noch weiter von Monstermasten einzäunen lassen wollen, kann sich ab 15 Uhr am Ort des Protestgeschehens bei Vertretern der BI kundig machen.

Am Sonntag, 14 Uhr, sind die Trassenkritiker ebenfalls vor Ort, weitere Gesprächs-Möglichkeiten bei Kaffee und Kuchen bieten sich eine Stunde später im Gasthaus Witt in Raitersaich.

Aus der Vogelperspektive

Ein Hobbyflieger wird das „RiesenNein“ auf der grünen Wiese überfliegen und aus der Vogelperspektive fotografieren. Das Flugzeug, das mit einem Protestbanner im Schlepptau im Auftrag des überregionalen Aktionsbündnisses gegen die Stromautobahn am Sonntag die komplette Trasse entlangfliegt, hat die Roßtalter BI zwar mitgesponsert, es wird allerdings nur die von Netzbetreiber Amprion favorisierte Trasse überfliegen.

Still geworden ist es um das Glockenläuten, das sich Brak von den Kirchengemeinden zur Unterstützung erhofft hatte. Die Entscheidung, ob der Protest ein weltliches Läuten rechtfertige, hätte einen umständlichen Gang durch kirchliche Verwaltungsinstanzen nach sich gezogen, vor dem Brak kapitulierte, wie er berichtet. Zumal sich die einzelnen Kirchengemeinden in der Frage, ob es die Trasse braucht, offensichtlich nicht auf eine Linie verständigen könnten. An technischen Problemen scheiterte Brak zufolge auch der Plan, die Protestaktion von aufheulenden Feuerwehr-Sirenen untermalen zu lassen.

Die Aktion bei Raitersaich ist ein Baustein des groß angelegten Aktionstages am kommenden Sonntag entlang der kompletten Trasse, an der sich fast 40 Initiativen beteiligten. Auf dem benachbarten Heilsbronner Stadtgebiet jenseits der Fürther Kreisgrenze startet beispielsweise in Müncherlbach um 10 Uhr eine Traktor-Parade, die die Route abfährt, auf der die Trasse dort verlaufen könnte.

Alle Aktionen im Internet unter www.stromautobahn.de

Sabine Dietz

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