Haltbarkeit

Wie lange hält sich eine geöffnete Flasche Wein?

22.12.2022, 09:36 Uhr
Kann Wein schlecht werden?

© IMAGO/imageBROKER/Oleksandr Latkun Kann Wein schlecht werden?

  • Säurehaltige Weine sowie Weine mit einem hohen Alkohol- oder Zuckergehalt sind länger haltbar.
  • Kräftige Rotweine mit reichlich Tannin halten sich nach dem Öffnen bis zu eine Woche lang im Kühlschrank.
  • Damit Wein nicht schnell schlecht wird, soll er bei gleichbleibender Temperatur und im Dunkeln gelagert werden.

Kann Wein ablaufen? Die unterschiedlichen Weintypen im Überblick

Die Haltbarkeit von Wein hängt immer vom Inhalt ab. Denn es existieren zahlreiche unterschiedliche Weintypen, die sich nicht nur hinsichtlich ihres Geschmacks, sondern auch bei der Lebensdauer unterscheiden. Wenn die Weinflasche erst einmal offen ist, stellt sich die Frage, wie lange der Wein im Kühlschrank überlebt. Im folgenden Abschnitt gibt es einige Richtwerte zur Haltbarkeit von Rot-, Weiß-, Rosé- und Schaumwein.

Die Haltbarkeit von Wein: Darum kommt es auf den Inhalt an

Kann Rotwein schlecht werden? Kann Wein ablaufen? Wie lange ist Weißwein haltbar? Gibt es Unterschiede zwischen Rot- und Weißwein? All diese Fragen lassen sich nicht pauschal beantworten. Denn auch bei den einzelnen Weintypen gibt es deutliche Unterschiede. Allerdings lassen sich verschiedene Inhaltsstoffe und Merkmale identifizieren, die die Lebensdauer von Wein beeinflussen. Einen Überblick gibt es im folgenden Abschnitt:

  • Säure im Wein: Die Säure eines Weins verhindert das Wachstum der Bakterien. Folglich sind säurehaltige Weine länger haltbar. Der Säuregehalt sollte zwischen 7 und 9 Promille liegen, während Weine mit einem geringeren Säuregehalt schneller überreif werden.
  • Alkoholgehalt: Der Alkoholgehalt ist ein wichtiges Kriterium, wenn es um die Haltbarkeit von Wein nach dem Öffnen geht. Denn Alkohol ist ein Konservierungsmittel, das die Haltbarkeit von Wein verlängert. Für eine längere Lagerung ist ein Alkoholgehalt zwischen 12 und 13 Prozent empfehlenswert.
  • Zuckergehalt: Je nach der Süße des Weins weisen diese einen unterschiedlichen Zuckergehalt auf. Ein höherer Zuckergehalt steht für eine längere Haltbarkeit, sodass Auslesen beim Wein lange überdauern.
  • Sulfite: Sulfite befinden sich in fast jedem Wein. Mittlerweile reduzieren einige Hersteller den Sulfit-Gehalt. Dabei geht es jedoch vornehmlich um die zusätzliche Beimischung der Sulfite. Denn Sulfit wirkt sich ebenfalls positiv auf die Haltbarkeit aus, da der Stoff die Oxidation von Wein verhindert, sodass es nicht zur sogenannten Zweitgärung kommt.
  • Korken der Weinflasche: Der Korken der Weinflasche wirkt sich ebenfalls auf die Lebensdauer von Wein aus. Poröse Weinkorken können dem Wein einen unangenehmen Geschmack verleihen. Billige Naturkorken setzen Mikroorganismen frei, sodass hochwertige und glatte Korken das Mittel der Wahl sind.

Kann Rotwein schlecht werden?

Zunächst einmal weisen Rotweine einen entscheidenden Vorteil gegenüber Schaum-, Weißwein und Rosé auf, wenn es um die Haltbarkeit geht. Zwar kann Rotwein ebenfalls schlecht werden. Allerdings haben die roten Weine durchschnittlich einen höheren Alkoholgehalt, der die Lagerfähigkeit positiv beeinflusst. Hier können sich Weinliebhaber die folgende Faustregel merken: "Je höher der Alkoholgehalt eines Weins ist, desto länger ist dieser durchschnittlich haltbar."

Ein heller, fruchtiger Rotwein hat einen geringeren Alkoholgehalt und weniger Farbstoffe. Diese Weine sind anfälliger nach dem ersten Öffnen. Hier sollen die Weintrinker maximal drei Tage warten, bis sie die Flasche leeren. Bei einem mittelkräftigen Wein können es auch vier Tage sein, bis sich die nächste Gelegenheit für einen leckeren Rotwein ergibt. Als besonders haltbar stellen sich kräftige Rotweine mit reichlich Tannin – dieser Stoff verhindert die Oxidation – heraus. Je nach Alkoholgehalt können derartige Rotweine bis zu einer Woche im Kühlschrank verharren und genießbar bleiben.

Wie lange ist Weißwein haltbar?

Weißwein ist nicht gleich Weißwein. Diese Aussage trifft bereits auf den Geschmack zu, gilt jedoch auch für die Lebensdauer. Bevor ein Weißwein schlecht wird, kann dieser stets zwei Tage gelagert werden. Bei einer Reifung im Holzfass und frühzeitigem Kontakt mit Sauerstoff profitieren die Weinbesitzer von der höheren Stabilität ihres Weißweins. Der Geschmack verändert sich zwar, aber der Weißwein ist nach drei Tagen im Kühlschrank immer noch genießbar.

Wie lange ist Rosé haltbar?

Bei einem Rosé gibt es fruchtige und helle sowie dunkle und intensive Sorten. Diese können zwischen zwei bis drei Tage im Kühlschrank überstehen. Je intensiver und dunkler der Rosé ist, desto besser steht es um die Haltbarkeit.

Wie lange ist Schaumwein haltbar?

Wenn die Flasche Schaumwein nach dem ersten Glas wieder gut verschlossen wurde, hält diese maximal ein bis zwei Tage. Dies gilt jedoch nur für Schaumweinsorten, die mit der traditionellen Flaschengärung produziert wurden – beispielsweise Champagner oder Winzersekt. Anders sieht es aus, wenn Kohlensäure bei der Herstellung aktiv zugesetzt wurde. Dann schmecken Prosecco und die verschiedenen Sekte schon am nächsten Tag schal. Sobald die Schaumweinflasche wiederholt geöffnet wird, zischt die Kohlensäure aus der Flasche.

Was ist bei der Lagerung von Wein wichtig?

Da es für die Haltbarkeit von Wein nur pauschale Faustregeln gibt, liegt es in der Hand der Weinliebhaber die Lebensdauer zu verlängern. Verschiedene Tipps können für eine optimale Lagerung sorgen, dass der Wein auch nach ein paar Tagen noch hervorragend schmeckt:

  • Gleichbleibende Temperatur zwischen 10 und 16 Grad Celsius
  • Lagerung im Dunkeln, da Wein lichtempfindlich ist
  • Eine Luftfeuchtigkeit von 60 bis 80 Prozent ist optimal für den Wein
  • Mit einem hochwertigen Korken verschlossene Weine lagern am besten im Liegen, damit der Korken nicht austrocknet
  • Guter und dichter Verschluss bei bereits geöffneten Weinen

Kann Wein ablaufen? So erkennt man "schlechten" Wein

Da es für Wein in Deutschland kein verpflichtendes Mindesthaltbarkeitsdatum gibt, müssen andere Hilfsmittel her, um die Haltbarkeit von Wein zu überprüfen. Wer wissen will, ob der Rotwein noch haltbar oder der Weißwein schon schlecht geworden ist, kann dies mit den folgenden Tipps herausfinden. Denn beim Vorliegen der folgenden Anzeichen ist es wohl besser, den alten Wein zu entsorgen und eine leckere, neue Flasche zu öffnen.

  • Wein hat einen modrigen Geruch
  • Bräunliche Färbung des Weins
  • Wein sprudelt, obwohl er eigentlich keine Kohlensäure hat (nach der zweiten Gärung in der Flasche sollte der Wein immer entsorgt werden)
  • Rotwein schmeckt deutlich süßer als beim ersten Genuss
  • Korken drückt von allein aus der Flasche raus (Wein ist überhitzt)

Ist das Trinken von "schlechtem" Wein gefährlich?

Manchmal kommt alle Hilfe zu spät. Das Aussehen schien unverdächtig, der Geruch ebenfalls. Doch beim ersten Schluck wird klar, dass der Wein nicht mehr gut ist. Doch ist es gesundheitsschädlich, wenn aus Versehen "schlechter" Wein konsumiert wurde? Grundsätzlich drohen beim Konsum von "schlechtem" Wein keine gesundheitlichen Gefahren. Für Weinliebhaber ist der unschöne Geschmack meist schon die größte Strafe.

Dass man derartige Mengen von schlechtem Wein konsumiert, sodass dies eine Gefahr darstellt, ist nahezu ausgeschlossen. Durch den unangenehmen Geruch, die seltsame Färbung oder den andersartigen Geschmack wird selbst dem unerfahrenen Weintrinker nach ein paar Schluck klar, dass der Wein die Lagerung im Kühlschrank nicht überlebt hat.

Kann Wein schlecht werden? Fazit: Ja!

Um die Haltbarkeit von Wein ranken sich viele Mythen. Eins ist jedoch sicher – Schaum-, Weiß-, Rosé und Rotwein sind nicht unbegrenzt haltbar und können auch bei der Lagerung im Kühlschrank schlecht werden. Mit nützlichen Tipps zur Lagerung lässt sich die Haltbarkeit verlängern. Zugleich gibt es für die verschiedenen Weintypen Faustregeln, wie viele Tage nach dem ersten Öffnen diese noch genießbar sind.

Letztendlich sollten Weinliebhaber immer die Warnzeichen bei Geruch, Geschmack und Aussehen berücksichtigen, um den Wein andernfalls zu entsorgen. Denn wohl kein Weinliebhaber möchte das letzte Gläschen mit einem negativen Erlebnis verbinden.

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