Krankheitsbild und Präventionsmöglichkeiten

Hochansteckende Viruswelle lässt Deutschland flachliegen: Das müssen Sie wissen

mng

Online-Redaktion

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13.2.2024, 06:00 Uhr
Eine Frau hält sich ihren Bauch: Das Norovirus kann akute Schmerzen in der Bauchregion auslösen.

© IMAGO/La Nacion Eine Frau hält sich ihren Bauch: Das Norovirus kann akute Schmerzen in der Bauchregion auslösen.

Während der Wintermonate machen sich Magen-Darm-Infektionen wieder in Deutschland breit. Bei Kindern sowie auch bei Erwachsenen ist das Norovirus für einen Großteil der Infektionen verantwortlich. Wie das Norovirus sich ausbreitet und wie Sie sich am besten schützen, das lesen Sie hier:

Symptome

Nachdem Personen sich infizieren, liegt die Inkubationszeit beim Norovirus bei etwa sechs bis 50 Stunden. Die Viren lösen dann eine akute Magen-Darm-Infektion aus, welche sich durch "schwallartiges, heftiges Erbrechen und starke Durchfälle" äußert, schreibt das Robert-Koch-Institut (RKI). In einzelnen Fällen können einige Symptome ausbleiben. In der Regel wird der Krankheitsverlauf begleitet von einem ausgeprägten Krankheitsgefühl mit Schmerzen in der Bauchregion, Übelkeit, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Mattigkeit. Auch kann die Körpertemperatur leicht erhöht sein, zu hohem Fieber kommt es jedoch selten. Liegt keine weitere Grunderkrankung vor, sollten die Symptome nach etwa zwölf bis 48 Stunden abklingen, informiert das Institut.

Behandlung

Derzeit gibt es keine Medikamente, welche gegen das Norovirus wirken, berichtet "gesund.bund.de", ein Service des Bundesministeriums für Gesundheit. Nur die Beschwerden können medikamentös gelindert werden. So können bei starkem Erbrechen Medikamente gegen Übelkeit und Brechreiz genommen werden. Bei Durchfall und Erbrechen kann es zu einem erheblichen Flüssigkeitsverlust kommen, dieser muss folglich ausgeglichen werden. Erkrankte sollten aus diesem Grund viel trinken, informiert die Website. Besonders Kinder unter fünf und ältere Menschen über 70 reagieren empfindlich auf den Flüssigkeitsverlust.

Das Ministerium empfiehlt Erkrankten zudem folgendes:

  • Um den Verlust von Salzen auszugleichen, können gegebenenfalls Elektrolyt-Ersatzlösungen aus der Apotheke oder der Drogerie helfen. Sie enthalten Salze, Mineralstoffe und Traubenzucker.

  • Die Erkrankten sollten nur leicht verdauliche Nahrung und auch ausreichend Salz zu sich nehmen.

  • Wenn möglich, sollten die Erkrankten bis zu zwei Tage nach der Genesung eine eigene Toilette benutzen und sich nach jedem Toilettengang gründlich die Hände mit Wasser und Seife waschen. Dies gilt bis zu zwei Wochen nach der Erkrankung.

  • Reste von Erbrochenem oder Stuhl sollten schnellstmöglich beseitigt werden, da diese sehr ansteckend sind. Danach sind die Hände gründlich zu waschen.

  • Kleidung, Bettwäsche, Waschlappen und Handtücher sollten häufig gewechselt und bei 60°C gewaschen werden.

  • Toilette, Waschbecken, Türgriffe und Böden sollten regelmäßig gereinigt werden. Am besten eignen sich Einmaltücher. Einmalhandschuhe bieten einen zusätzlichen Schutz vor Infektionen. Wasser und gängige Reinigungsmittel sind dabei in der Regel ausreichend.

Erbrechen und Durchfall: Dann sollten Sie einen Arzt aufsuchen

Treten Durchfälle oft und/oder länger als zwei bis drei Tage auf und kommen zusätzlich Fieber und Erbrechen hinzu, sollten besonders Kleinkinder, Schwangere, Senioren oder geschwächte Menschen ärztliche Hilfe aufsuchen, erklärt "gesund.bund.de".

Infektionswege

Die Noroviren sind weltweit verbreitet und für einen Großteil der nicht bakteriell bedingten Magen-Darm-Entzündungen verantwortlich, erklärt das RKI. Bei Kindern sind die Viren für 30 Prozent, bei Erwachsenen für bis zu 50 Prozent der nicht bakteriell bedingten Gastroenteritiden verantwortlich. Laut den Meldedaten gemäß dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) sind Kinder unter fünf und Personen über 70 Jahren besonders häufig betroffen.

Infektionen können das ganze Jahr über auftreten, besonders viele werden jedoch zwischen den Monaten Oktober bis März verzeichnet. Das Virus wird in erster Linie von Mensch zu Mensch fäkal-oral (z.B. durch Handkontakt mit kontaminierten Flächen) oder durch orale Aufnahmen virushaltiger Tröpfchen übertragen, so das RKI. Kontaminierte Speisen oder Getränke können jedoch ebenfalls einen Infekt auslösen.

Während der akuten Erkrankung sind Personen hoch ansteckungsfähig. Wie das RKI schreibt, wird das Virus in der Regel noch sieben bis 14 Tage nach einer akuten Erkrankung über den Stuhl ausgeschieden. Aus diesem Grund sollte man auch nach der akuten Phase eine sorgfältige Sanitär- und Händehygiene waren. In Ausnahmefällen kann dies auch noch über Wochen anhalten.

Präventionsmaßnahmen: So schützen Sie sich vor dem Norovirus

Die Viren sind hochinfektiös. Die minimale Infektionsdosis liegt bei etwa 10 bis 100 Viruspartikeln, erklärt das RKI. Eine Basishygiene ist deswegen besonders wichtig. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit empfiehlt zudem als Schutzmaßnahme, verunreinigte Flächen mit einem feuchten Lappen unter Verwendung eines sauren oder alkalischen Haushaltsreiniger sofort zu putzen. Benutzte Putzlappen sollte man entweder entsorgen oder in der Waschmaschine bei möglichst hoher Temperatur waschen. Auch verschmutzte Wäsche sollten mit der höchst möglichen Temperatur gewaschen werden.

Stark immungeschwächte Personen sollten den Kontakt zu Erkrankten vermeiden. Die Krankenkasse AOK erklärt, dass Hygienefachleute es generell für nicht notwendig halten, dass man seine Hände mit speziellen Desinfektionsmitteln reinige. Im direkten Kontakt mit Erkrankten ist es jedoch hilfreich. "Lässt sich ein Kontakt mit Infizierten nicht vermeiden, sollten wir zudem alle Hygienemaßnahmen verschärfen: Sanitäre Anlagen und alle Flächen und Gegenstände in der Nähe des Erkrankten sollten Sie mehrmals täglich mit Einmaltüchern reinigen. Einmalhandschuhe und Masken bieten einen zusätzlichen Schutz."

Meldepflicht

Ein labordiagnostischer Nachweis des Norovirus ist nach §7 Infektionsschutzgesetz meldepflichtig, erklärt das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Erkrankte Personen dürfen weiter keine Tätigkeiten im Lebensmittelgewerbe ausüben. Erkrankte Kinder unter sechs Jahren dürfen keine Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergarten besuchen.